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Nördlinger Ries hilft bei der Suche nach Leben auf dem Mars | BR24

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Ab dem 30. Juli startet die NASA-Mission "Mars 2020 Perseverance". Ein Mars-Rover soll auf dem Roten Planeten Steine sammeln, in der Hoffnung darin Rückstände von Bakterien zu finden. Bei der Suche hilft der NASA das Nördlinger Ries.

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Nördlinger Ries hilft bei der Suche nach Leben auf dem Mars

Vor einem halben Jahrhundert kamen NASA-Astronauten zur Vorbereitung von Mond-Missionen ins Nördlinger Ries. Nun soll der 15 Millionen Jahre alte Rieskrater wieder bei einer Mission ins All helfen, dabei geht es um Leben auf dem Mars.

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Wenn alles gut geht, soll heute Mittag eine Rakete der NASA in Cape Canaveral Richtung Mars abheben. Der Auftrag: Nach Spuren von möglichem Leben auf dem Roten Planeten suchen. Bei dieser komplizierten Suche hilft der NASA der Meteoritenkrater im Nördlinger Ries.

Nördlinger Meteoritenkrater interessant für die NASA

Vor 15 Millionen Jahren ist hier ein Asteroid eingeschlagen. Vom Turm der Nördlinger St.-Georgs-Kirche erkennt man: Die Stadt liegt in einem uralten Krater. Auch der Rover der NASA soll auf dem Mars in einem Meteoritenkrater landen, dem Jezero-Krater.

Gleiche Bakterien auf dem Mars?

Beide Krater haben eine Gemeinsamkeit: Sie waren vor langer Zeit beide mit Wasser gefüllt. Versteinerungen im Nördlinger Ries zeigen, hier ist das Leben damals geradezu explodiert. Sehen lässt sich das am Nördlinger Hexenfelsen, einem meterhohen Gesteinsblock. "Das sind so blumenkohlartige Strukturen, die auf Cyano-Bakterien zurückgehen", erklärt die Geologin Gisela Pösges. Versteinerte Rückstände von Leben aus dem Krater-See. Grund für das starke Bakterien-Wachstum: Der See hatte einen sehr hohen pH-Wert.

Vergleich der Gesteinsproben

Die NASA will mit ihrem Mars-Roboter nun klären, ob es in dem Krater-See auf dem Mars auch so viele Bakterien wie im Ries gab. Der Rover soll dazu erstmals auf der Mars-Oberfläche Gesteinsproben sammeln. Solche Gesteinsproben gibt es auch aus dem Nördlinger Ries. Ein Bohrkern lagert beim Landesamt für Umwelt in Hof.

© BR/Tobias Chumura

Blick ins Ries. Die Stadt Nördlingen liegt in einem uralten Krater-

Gemeinsam mit Forschern aus Göttingen, den USA und Schottland hat man es dort geschafft, dem Mars-Rover, anhand der bayerischen Nördlinger-Ries-Proben, einen Trick mitzugeben, mit dem die Wahrscheinlichkeit steigt, dass er die richtigen Proben bohrt.

Wissenschaftler versprechen sich Aufschluss über pH-Werte

Stark vereinfacht gesagt, funktioniert das über den Stickstoff im Gestein. Darüber lässt sich der pH-Wert des ehemaligen Sees rekonstruieren. Ein hoher pH-Wert bedeutet, viele Bakterien. Die Hoffnung der Wissenschaftler ist, dass diese Methode auch auf dem Mars funktioniert. "Wenn bei uns ein alkalischer See voller Leben war, könnte das auf dem Mars auch so gewesen sein", erklärt Roland Eichhorn vom Landesamt für Umwelt. Jetzt muss der Mars-Roboter nur noch den gleichen Stein finden.

Astronauten kamen schon vor 50 Jahren ins Ries

Der Ries-Krater in Bayern war schon in der Vergangenheit für die Nasa ein wichtiges Vorbild für Erkundungen bei der Raumfahrt. Vor 50 Jahren hatte die NASA vier Astronauten zur Vorbereitung von Mondmissionen für ein geologisches Feldtraining in den Nördlinger Rieskrater geschickt. Die Astronauten informierten sich ebenfalls über das Gestein, um vergleichbare Proben auf dem Mond finden zu können.

Ob das aktuelle Forschungsprojekt erfolgreich ist, werden die Forscher aber erst in ein paar Jahren wissen.

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