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Die Corona-Pandemie kennt nicht nur Verlierer. Maximilian Schafroth widmet sich in seiner Fastenrede auch den Gewinnern.

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Schafroth: "Habe Lust, den Pfeil endlich abzuschießen"

Die Corona-Pandemie kennt nicht nur Verlierer. Maximilian Schafroth widmet sich in seiner Fastenrede auch den Gewinnern. Kurz vor dem Politiker-Derblecken, das dieses Jahr nur virtuell stattfindet, hat Schafroth dem BR ein paar Details verraten.

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Von
  • Katharina Pfadenhauer

Vieles wird in diesem Jahr anders sein, nur eines bleibt gleich: Die Politikerinnen und Politiker werden sich am Nockherberg ihre Watschn abholen. Der Reihe nach einzeln vorknöpfen will Max Schafroth sie sich beim Politiker-Derblecken aber nicht - verflochtener, szenischer, erzählerischer und musikalischer soll es dieses Mal werden. Thematisieren möchte Schafroth zum Beispiel, wen Corona zu Gewinnern und wen das Virus zu Verlieren gemacht hat.

"So morbid das klingen mag, aber ich glaube, der Jeff Bezos und der Markus Söder können sich High-Five geben." Maximilian Schafroth

Watschn für die bayerische Opposition

Den Namen Söder könne Schafroth schon nicht mehr hören und sehen, so oft habe er ihn in den vergangenen Wochen in seinen Laptop getippt. Doch in seiner Rede soll es nicht nur um den Ministerpräsidenten gehen. Abwatschen will Schafroth auch die, die seiner Meinung nach während der Corona-Pandemie abgetaucht seien: Die Opposition. Ihm sei die Opposition in den vergangenen zwölf Monaten "ein bisschen zu still geworden".

"Stille Opposition" als Arbeitsmaterial

Diskussionen hätten sich kaum noch im Landtag abgespielt, also dort, wo die politische Volksvertretung sitzt und arbeitet. Vielmehr sei die Diskussion medial ausgefochten worden, durch Leserbriefe oder durch Rebellion seitens Interessensvertretungen wie dem Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). "Eine stille Opposition ist auch ein schönes Arbeitsmaterial", so Schafroth.

Gerade in Momenten, wo alle an einem Strang zögen, wo alle einer Meinung seien, sei es wichtig, "dass dann auch mal ein Querschuss kommt und die Diskussion aufrechterhalten wird".

Gratwanderung zwischen Humor und Pandemie

Ob man über eine Pandemie überhaupt Witze machen sollte, darüber habe sich Schafroth viele Gedanken gemacht. Seiner Meinung nach dürfe aber gerade in diesen Zeiten der Humor nicht verloren gehen. Der Kabarettist findet es wichtig, auch in schwierigen Zeiten an Traditionen und Ritualen festzuhalten.

"In der Tragik das Komische zu erkennen, das ist meine Aufgabe, das ist nicht immer elegant und schön, aber ich glaube, wenn man gerade in solchen Zeiten den Humor auch noch verliert und verbietet, bleibt den Menschen so gut wie gar nichts mehr übrig." Maximilian Schafroth

Kurios soll die Rede zudem werden, verrät Schafroth, weil "wir einfach auch in kuriosen Zeiten leben".

Virtueller Nockherberg "ist Herausforderung und schwieriger"

Seine Fastenrede hält Maximilian Schafroth heue Abend vor leeren Reihen, doch ganz ohne Publikum wollte er sie nicht vortragen. "Wie soll man eine Rede halten, wo keiner reagiert, das ist wie schwimmen ohne Wasser." Für Schafroth war es wichtig, dass die Politikerinnen und Politiker live beobachtet werden können, während sie abgewatscht werden.

"Ich kann nur sagen, bei mir ist der Schreibimpuls ganz stark, wenn diejenigen, um die es geht, zuhören müssen und auch dabei gesehen werden", sagt er. Genau das mache den Reiz des Nockherbergs aus. Trotzdem werde der virtuelle Nockherberg "eine Herausforderung sein und schwieriger als sonst".

Vermissen werde Schafroth die dampfige Saalstimmung. Denn eine Sehnsucht werde die Digitalisierung Schafroth zufolge nie ersetzen: Die nach dem Analogen - "reden, trinken, lachen und zwar miteinander und nicht auf Distanz, das kann man nicht ersetzen". Ob mit oder ohne Live-Publikum: Er fühlt sich bereit: "Ich bin ein überspannter Bogen und ich habe Lust, den Pfeil endlich abzuschießen."

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