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Derblecken beim Nockherberg 2021

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So war das Derblecken auf dem Nockherberg

Wenn sich alles ändert, braucht es Dinge, die Bestand haben: Trotz Corona fand heuer das Starkbierfest am Nockherberg statt. Ohne Singspiel, ohne Publikum - aber mit Fastenredner Schafroth. Das Wichtigste nochmal zum Nachlesen hier im Ticker.

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  • Magdalena Latz

22.28 Uhr: Söder erwidert Laschets "Wink mit dem Zaunpfahl" und Aigner macht große Andeutung

Söder reagiert scherzhaft auf die Bemerkung des CDU-Chefs Armin Laschets zu Beginn des Abends, der Platz Söders sei in Bayern. Doch, was nächstes Jahr sei, "das schau mer mal," wie ein "großer bayerischer Philosoph" mal gesagt habe.

Noch größere Andeutungen kommen von der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). Wenn ein Mann ins Kanzleramt einziehe, werde in der bayerischen Staatskanzlei zum Beispiel Platz für eine Frau. Sieht sie sich als Nachfolgerin Söders für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten? Aber: "Söder sei nicht ersetzbar - der könne alles," scherzt Aigner ihre Andeutung hinweg.

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Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) machte nach dem Derblecken auf dem Nockherberg große Andeutungen.

Auf dem Nockherberg 2021: Die Starkbierprobe - zum Nachschauen in der BR Mediathek

22.17 Uhr: Scholz: Alles trotz Dialekt verstanden

Im Nachgang zeigen sich die Politiker, die im Festsaal zugeschaltet waren, mit der Fastenrede zufrieden. Es sei "Kabarett auf höchstem Niveau gewesen," meint Laschet. Und Bundesfinanzminister Scholz erwidert auf die Frage des BR-Moderators Deumling, ob er denn - als Nordlicht - alles trotz Dialekt verstanden habe, es sei "nicht so schwer" gewesen. Grünen-Politikerin Schulze fand "vieles mega".

Bei den Chorgesängen habe sie "Gänsehaut bekommen, weil sie Chöre liebe". Auch Kultusminister Piazolo habe die Fastenrede "großen Spaß" gemacht - obwohl gerade er besonders heftig abgewatscht wurde. Freie Wähler-Chef Aiwanger zeigt sich dagegen etwas säuerlicher und nickt nur - was ein "niederbayerisches Klatschen" sei wie BR-Moderator Deumling meint.

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Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach dem Derblecken beim Starkbierfest.

22.16 Uhr: Mahnende aber auch zuversichtliche Worte zum Abschluss

Allerdings sollten die Machthabenden nicht vergessen, wer ihnen diese verliehen habe, mahnt Schafroth am Ende seiner Rede. Die Zeit der Notstände werde vergehen, "die Zeit des Umarmens wiederkommen". "Wir werden wieder Menschen umarmen, der Markus Bäume, der Landtag wird wieder sprechen dürfen." Es würde noch etwas dauern, doch er sei zuversichtlich, sagt Schafroth.

22.14 Uhr: Seltener Moment auf dem Nockherberg: Dank an Politiker

Wenn man ehrlich sei, wolle niemand aktuell in der Haut der Politiker stecken, meint Schafroth – und, das gab es in der Geschichte des Nockherbergs wahrscheinlich bisher auch eher selten – der Fastenredner "derbleckt" nicht nur, sondern spricht auch einen Dank aus: "Danke, dass ihr uns hier durchsteuert. Ich glaub, ihr hört das nicht so oft."

22.11 Uhr: Lob für Entwickler des Corona-Impfstoffs

Dann hat Schafroth tatsächlich einen Grund zu loben: Die Erlösung "für den Jahrhundertschlamassel" käme ganz "anzugfrei und uneitel" daher. "Meine Hochachtung Ugur und Özlem." Die Summe die andere Ehepaare in Scheidungen investieren würden, nutzten die beiden zur Entwicklung des Corona-Impfstoffs, so Schafroth.

Die beiden seien ein Vorbild, meint der Fastenredner – insbesondere für einige die sich für "besonders bio-deutsch" hielten. "Ja, da darf sich jetzt der Verein angesprochen fühlen, den ich bis jetzt komplett umschifft und ausgespart habe," spielt Schafroth auf die AfD an. "Die jammern ständig rum, keiner schenkt ihnen Aufmerksamkeit, jetzt kümmert sich der Verfassungsschutz, jetzt ist es auch wieder nicht recht."

22.05 Uhr: Wirecard-Skandal auch in Fastenrede Thema

Doch man könne natürlich sagen, so Schafroth, 580 Mio Euro seien ein großer Betrag - oder man sage, dass es gerade mal ein Viertel von dem sei, was bei Wirecard verschwunden sei. Da bliebe der Olaf Scholz ja auch "entspannt". Man entwickle eine "gewisse Süffisanz, wenn es immer mehr Nullen werden", irgendwann sehe man die erste Zahl nicht mehr und denke, es seien ja nur Nullen.

22.01 Uhr: Schafroth hoffte auf "Entschuldigung" Scheuers

Zum Schluss widmet sich Schafroth dem vielgescholtenen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Er hatte gehofft, dass sich dieser für so manches entschuldigen würde, meint Schafroth. Aber: "Der Andi, ein Unikat, 580 Mio Euro versenkt und schaut, unschuldig wie ein Kälbchen kurz vorm Bolzenschuss." Anschließend gibt’s ein Choral für Scheuer. Denn, so Schafroth: Kritik sollte immer "als Sandwich verpackt" werden.

21.59 Uhr: ÖPNV auf dem Land als hoch-emotionales Thema

Stattdessen müsse doch zum Beispiel die Provinz attraktiver gemacht werden, findet Kabarettist Schafroth. Die Grünen würden seit Jahren predigen, "mehr ÖPNV auf dem Land." Doch auf dem Land sei das bisher nicht umgesetzt worden - dort könne man nachts "nicht einfach mit der S-Bahn wieder heim nach Tutzing" fahren.

21.57 Uhr: Schafroth: SPD fehlen Ideen

Bei der SPD fehlten ihm jedoch an diesem Abend die Ideen, gibt Schafroth zu - eben wie der Partei selbst. Die käme ihm vor wie Bauarbeiter, die ohne Warnweste auf einer Autobahn rumliefen und denken sie würden schon gesehen. "Man muss leuchten Olaf! Sonst wird man überfahren!"

21.56 Uhr: Freie Wähler als Kontrast zur Opposition

Profil zeigten – im Gegensatz zur Opposition – aber die Freien Wähler mit ihrem Parteichef, findet Schafroth. Hubert Aiwanger sei wie ein "Ohrenstäbchen das sich im Saug-Rohr [eines Staubsaugers] verkante. "Mich saugst du nicht ein! Ich hab eine eigene Meinung." Wobei das vielleicht schon passiert sei und Aiwanger es vielleicht nur nicht bemerkt habe, überlegt der Fastenredner.

21.52 Uhr: Grüne und CDU "verschmelzen" immer mehr

Markus Söder könne dagegen unglaublich gut "Gegensätze auflösen", findet Fastenredner Schafroth. Die ehemalige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) habe er mit den Worten enthoben, sie sei "jetzt noch wichtiger". "Das ist so, als wenn dich der Mann aus dem Bett schmeißt und ruft, am Boden bist näher an der Basis."

Gleichzeitig falle ihm auf, dass die Opposition, besser gesagt die Grünen, immer mehr mit der Regierung, verschmelze - wogegen Schulze und Hagen auf ihren Bildschirmen vehement protestieren. Doch Schafroth ist überzeugt: "Ich bin nicht allein wenn ich sag: Wir wollen die alten Turnschuh-Gsichter wieder haben, die alte bad taste party."

Aber die Grünen würden sich eben auf die Macht vorbereiten. Doch: "Bei schwarz grün mitm' Markus, da könnts euch warm anziehen, der Markus dreht euch ungewürzt durch den Tofu-Wolf."

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Das politische Modell "Schwarz-Grün" könnte spannend werden, meint Fastenredner Maximilian Schafroth beim diesjährigen Nockherberg.

21.46 Uhr: Schafroth: Kultusministerium ist "Blackbox"

Aber eigentlich müsse Piazolo auch viel Arbeit des bayerischen Digitalministeriums übernehmen, was nicht vergessen werden sollte, meint Schafroth. Aber man könne doch nicht vom Kultusministerium erwarten, dass es "über Nacht digital werde". Es sei "eine Blackbox," wo lauter ausgemusterte Gymnasiallehrer drinhockten, die schon mit der Rohrpost überfordert seien. Es folgt ein musikalischer Beitrag der "Swinging Pestalozzi Teachers".

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Das bayerische Kultusministerium und sein Minister Piazolo wurden heuer beim Nockherberg ordentlich abgewatscht.

21.44 Uhr: Piazolo und sein Katzenfilter

Dann konzentriert sich Schafroth lieber wieder auf die bayerische Politik, auf Kultusminister Michael Piazolo zum Beispiel - auf dessen Bildschirm zunächst ein Katzenfilter eingeblendet wird. Piazolo habe das "Talent in Dinge hinein zu geraten," in "die Freien Wähler zum Beispiel". Er hocke da drin, "wie ein Jazzer in der Blasmusik". Der jedesmal die Augen verdrehe, wenn der Dirigent sage: "Burschen mir brauchen keinen Takt es langt, wenn’s scheppert."

21.40 Uhr: Spahn wird ordentlich abgewatscht

Richtig "wütend" ist Schafroth dagegen auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die Aktion mit dem Pflegebonus sei peinlich gewesen, kommentiert der Fastenredner. Etwas ankündigen und dann nicht zahlen können, ginge gar nicht. Genauso auch bei den Schnelltests.

"Jens, so wird man doch kein Kanzler," meint Schafroth. "Schnelltests für alle! Nein doch nicht. Aufdrehen und röhren wie ein Orang Utan in einem Fiat Panda und bei grün stirbt der Karren ab." Vor allem die Ignoranz gegenüber Leuten, die für andere ins Risiko gingen, würden ihn ärgern, meint Schafroth.

21.31 Uhr: Söder und Aiwanger wie "Ying und Yang"

In Berlin würden sie schon davor zittern, dass Markus Söder möglicherweise demnächst ins Kanzleramt einziehen könnte, meint Schafroth. Aber – der Markus funktioniere nur im Duo mit Aiwanger. "Das bayrische Yin und Yang." Hubert Aiwanger sei die "blanke, politische Leidenschaft, ein niederbayrischer Dyonisos!" Der Hubert lebe und der Markus denke, so Schafroth. Der Hubert sei ein Bauchmensch, der Markus "ein politischer Schachcomputer".

Es folgt ein Choral des Windsbacher Knabenchors für den Ministerpräsidenten nach dem alten Lied "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" - natürlich mit leichter Abweichung vom Original-Text.

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Auf dem Nockherberg gab es heuer ein Choral für Ministerpräsident Markus Söder.

Blinzeln und dann wieder wegdrehen - da sei das "Markus Söder"-Prinzip, meint Schafroth.

21.28 Uhr: Schafroth: Söder ist zu allem in der Lage

Und: Schafroth richtet eine "Entschuldigung" an den Ministerpräsidenten. Dass dieser wirklich "zu allem in der Lage sei", habe er, Schafroht 2019 noch nicht gewusst. "Wie du in Bayern durchregierst, die Gehsteige rauf und runter klappst, mit Hüftschwung um den Landtag rumregierst." Der Landtag dürfe ja wegen der Aerosole "nur noch nicken".

21.26 Uhr: Thema "Corona" bleibt auch bei Fastenrede nicht aus

Es sei ja jetzt nochmal bis zum 28. März Lockdown, meint Schafroht. Aber –"würdevoll mit Dauerwelle und 20 Quadratfläche pro Kunde, das ist größer als der Biostandard für Geflügel".

21.19 Uhr: "Nur" Double von Spahn virtuell dabei

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe zuerst zu und dann wieder abgesagt – und wird stattdessen von Comedian Max Giermann gedoubelt. "Ausgeliehen von Extra 3," wie Schafroth meint. Alle Politiker sind nun virtuell auf Bildschirmen, die vor dem Fastenredner auf Tischen stehen, platziert - auch Linken-Politiker Dietmar Bartsch, der zuerst etwas "an den Rand gedrängt" wurde.

21.16 Uhr: So geht Political Correctness in Bayern - und zwar auf Laschets Kosten

Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und CDU-Vorsitzende, Armin Laschet, "als ziemlich bester Freund" Söders ist nun ebenfalls auf einem Bildschirm mit dabei. Aber Bayerns Ministerpräsident sei "nur so nett zu Laschet", weil "er denkt, dass du die 1.000 m im Rollstuhl-NRW eh nicht schaffst." Das sei eben "Political Correctness in Bayern", meint Schafroht, da wo anderen der Atem stocke, beginne "bei uns der Schenkelklopfer".

21.14 Uhr: Scholz als "rethorisches Tischfeuerwerk" der SPD

Auch der bisher "einzige Kanzlerkandidat", Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), wird noch eingeblendet. "Wenn die Bundestagswahl die Bundesjugendspiele wären," dann würde Scholz "den 1.000 Meter Lauf von Anfang an machen" und Söder "kurz vor der Ziellinie aus dem Gebüsch rennen und sagen: "Leudde, so anstrengend war‘s jetzt auch wieder nicht. Habts euch net so."

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Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) war digital beim Nockherberg zugeschaltet.

21.10 Uhr: Söder "zieht digital" in den Festsaal ein

"Bitte setzen Sie daheim die Helligkeit ihrer TV-Geräte herab, damit es nicht zu Röhren-Schäden kommt" – warnt Schafroth. Denn nun würde gleich Ministerpräsident Markus Söder eingeblendet. "Ihn opportun zu nennen, wäre einfach", meint der Fastenredner. Nein – Söder sei das Prisma, in dem alle politischen Farben sichtbar seien. Es folgt ein Defiliermarsch der Kapelle.

Die Mitglieder der "Jungen Union Miesbach" ziehen einen Flatscreen herein. "Markus Söder in Full HD und der Hubert schaut verpixelt in die Röhre. Wie im richtigen Leben halt."

21.04 Uhr: Bayerische Oppositionspolitiker in Schalte

Katharina Schulze, die Fraktionsvorsitzende der bayerischen Grünen, wird auf dem Röhrenfernseher eingeblendet – ihre Webcam sei "selbstverständlich komplett solarstrombetrieben", meint Schafroth. Ebenso stößt der bayerische FDP-Fraktionsvorsitzende Martin Hagen virtuell zur Runde. Dann erscheint Hubert Aiwanger, der "Vize-Meister im T9 schnell-Simsen, - Vize-Rekordhalter im Moorhuhn-Schießen und Vize-Ministerpräsidenten," wie Schafroth sagt, auf dem obersten Bildschirm. Er sei der einzige der "dem Markus noch sauber reingrätsche," meint der Fastenredner.

21.00 Uhr: Schalte über Röhrenfernseher

Nacheinander werden nun auf den Röhrenbildschirmen Ilse Aigner (CSU), die Präsidentin des bayerischen Landtags und Münchens OB Dieter Reiter (SPD) zugeschaltet, bleiben aber stumm. Bei Kultusminister Piazolo bleibt der Bildschirm zunächst komplett schwarz. Schafroth weist den Minister daraufhin, dass er erst sein Laptop "das schwarze Ding, was vor ihm liege und ausschaue wie ein Buch", aufklappen müsse.

20.57 Uhr: Die Arten des Applauses

Und auf den Applaus wird trotz des fehlenden Publikums im Saal nicht verzichtet. Schafroth spielt nacheinander "tosenden christlich-sozialen" Beifall ein – "wie ein vielschichtiger Wein, viele strenge Söderaromen, mürbe Nuancen von Altgedientem Stoiber", dann etwas schwächeren Applaus "von links, sehr zentriert, wachsendes Anbaugebiet, viel Roth" und schließlich einen kurzen lauten "sozialdemokratischen", eine "Kellerrarität von 1919". Auf Flatscreens erscheinen digital zugeschaltete Zuschauer, darunter auch Politiker.

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Politiker sind auf Bildschirmen im Festsaal auf dem Nockherberg zugeschaltet.

20.56 Uhr: "Ausweichsignal" für Söders Gesichtszüge

Aber es gebe auch ein Ausweichsignal, meint der Fastenredner. Per Knopfdruck erscheinen auf dem Bildschirm Schneekanonen, alpine Sonnenaufgänge zu bayerischer Zithermusik. Das sei notwendig falls Markus Söder "die Gesichtszüge entgleiten" würden.

20.53 Uhr: "Willkommen im bayerischen Distanzunterricht"

Auch seine – wie Schafroth sie nennt – "konservative Fankurve", der Chor der Jungen Union Miesbach ist wie bereits vor zwei Jahren ebenso heuer wieder mit Kapelle und Blasmusik bei der Fastenrede dabei.

Und auch technisch werde an diesem Abend einiges geboten meint der Fastenredner - und enthüllt mehrere Röhrenfernseher. Dort solle heute die "Polit-Prominenz" empfangen" werden. Es sei ein "Sinnbild bayerischer Innovationskraft" und stehe ganz unter der Schirmherrschaft von Kultusminister Piazolo. Weil das natürlich alles nicht funktionierte, eben wie im bayerischen Distanzunterricht, wie Schafroth frotzelt, bleibt er aber doch bei seinem halb-analogen Rednerpult.

20.48 Uhr: Fastenredner Schafroth begrüßt zum ersten "Distanz-Nockherberg"

Das Derblecken beginnt – bereits im Vorfeld hatte Maxi Schafroth angekündigt, dass seine Fastenrede in diesem Jahr eine "extended" Version sein würde – also eine längere, wahrscheinlich etwa einstündige Rede, weil das Singspiel wegen der Corona-Pandemie ausfällt. Schafroth begrüßt deshalb zum "ersten Distanz-Nockherberg in der bayrischen Geschichte".

Doch das sei so von ihm gewollt meint der Kabarettist, 2019 bei seinem Debüt als Fastenredner habe er eine "Erleuchtung" gehabt. Er habe gesehen, wie die Leute damals "rausgetorkelt" seien, Schafroth spricht von "Völlerei" und "christlichsozialem Sodom und Gomorrha, mitten in der Fastenzeit". Da habe er gewusst, der Nockherberg müsse zukünftig im Zeichen des Verzichts stehen.

20.45 Uhr: Die Fastenrede beginnt

"Inzidenz oooh Inzidenz. Verreckte Inzidenz" – mit diesen Worten laufen nun sechs als Mönche verkleidete Personen auf die Bühne und beginnen in einem Mix aus Latein und Allgäuer Dialekt die Stimmung in der Corona-Pandemie, den Impfstoff Astra Zeneca und den "Rex Markus" zu besingen.

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Als Mönche verkleidete Männer singen und tanzenzu Beginn des Derbleckens im leeren Festsaal auf dem Nockherberg.

20.40 Uhr: SPD-Politiker Scholz: "Glaube es wird heftig"

Ob er wisse, worauf er sich da einlasse, fragt BR-Moderator Christoph Deumling den Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, der bisher noch wenig Nockherberg-Erfahrung hat. "Ich glaube es wird heftig", meint Scholz. Als Maskottchen hat er an diesem Abend einen Schlumpf dabei - als Anspielung auf den Kommentar Markus Söders während der Ministerpräsidentenkonferenz vor einigen Tagen, Scholz solle "nicht so schlumpfig grinsen".

20.32 Uhr: "Digital-Feuerwerk" mit Polit-Prominenz

Grünen-Politikerin Katharina Schulze, die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), Freie Wähler-Chef Aiwanger und Münchens OB Reiter kommen virtuell dazu. Alle sind gespannt, wer an diesem Abend besonders "derbleckt" wird, denn am schlimmsten, da sind sich alle einig, sei es für einen Politiker, gar nicht vorzukommen.

20.30 Uhr: CDU-Chef Laschet kommt virtuell zur Runde

Auch der CDU-Vorsitzende Armin Laschet wird digital in die Runde mit Heller, Deumling und Söder zugeschaltet. Ihm gefalle die Tradition des Nockherbergs, bekennt Laschet - insbesondere der Trinkspruch "Salve pater patriae", mit dem Söder quasi wie ein Fürst behandelt werde, wenn man es aus dem Lateinischen übersetze. Und: Wer in Bayern so nett behandelt werde, wolle dort doch nicht weg, winkt Laschet mit dem Zaunpfahl.

20.27 Uhr: Söder wird digital zugeschaltet

Ob der digitale Nockherberg wie Wellness für ihn sei, fragt BR-Moderator Christoph Deumling den Ministerpräsidenten. Tatsächlich gebe es angenehmeres als die vielen Sitzungen, an denen er in den vergangenen Wochen habe teilnehmen müssen, bestätigt Söder. Und mit einigen Schlucken Bier könne man "gut durch die Veranstaltung surfen", meint er.

20.21 Uhr: Ministerpräsident Söder bekommt Extra-Krug

Für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) wurde vorab von Paulaner-Chef Andreas Steinfatt extra ein Krug des Fastenbiers in die Staatskanzlei gebracht - mit gebührendem Abstand, stoßen die beiden mit dem "legendären Salvator-Bier" und dem traditionellen Trinkspruch "Salve pater patriae! Bibas, princeps optime" an. Doch Söder zeigt sich angesichts der schwierigen Pandemie-Zeiten ungewohnt nachdenklich.

20.15 Uhr: Starkbierfest auf dem Nockherberg beginnt

Gleich gehts los auf dem Nockherberg: Durch den Abend führen Ursula Heller und Christoph Deumling. Das Schaulaufen auf dem roten Teppich vor dem Spektakel wird es in der gewohnten Form heuer aber nicht geben.

Ein dunkler leerer Saal, aufeinander gestellte Stühle: Auf den ersten Blick könnte man angesichts des Paulaner Festsaals auf dem Münchner Nockherberg melancholisch werden. Wo sonst dampfiges, lautes Leben herrschte, ist auch hier beim traditionellen Starkbieranstich wegen Corona in diesem Jahr alles anders.

Doch es wird keineswegs ruhig bleiben. In wenigen Minuten wird Kabarettist Maximilian Schafroth als Fastenredner wieder Politiker derblecken – das wollte man sich trotz der Pandemie nicht nehmen lassen.

Die Starkbierprobe sollte ursprünglich bereits am 03. März stattfinden, wurde wegen der Ministerpräsidentenkonferenz zur Beratung der Corona-Lage dann aber auf den heutigen Freitag verschoben.

Politiker wollen virtuell beim Starkbierfest dabei sein

Auch wenn es heuer kein Singspiel und kein Publikum im Saal geben wird, haben bereits mehrere Politiker, wie etwa der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), dessen Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler) oder Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), angekündigt, zumindest virtuell auf Bildschirmen dabei sein zu wollen.

Und der ein oder andere, wird es sich nicht nehmen lassen, digital auf die Spitzen des Fastenredners zu reagieren. Auch für Schafroth sei es wichtig, dass er die Politikerinnen und Politiker live beobachten könne, während sie von ihm abgewatscht werden, hatte er vor einigen Tagen bekannt.

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