Bild

Donau-Ries Klinik Donauwörth
© dpa-Bildfunk/Stefan Puchner

Autoren

Kilian Geiser
Judith Zacher
© dpa-Bildfunk/Stefan Puchner

Donau-Ries Klinik Donauwörth

Bei Patienten der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth sind weitere Hepatitis-C-Fälle bestätigt worden. Die Zahl der Fälle stieg auf acht. Mindestens bei einer betroffenen Patientin war der Narkosearzt, der im Verdacht steht, für die Infektionen verantwortlich zu sein, nur als Ablöse oder Pausenvertretung tätig. Das teilte das Gesundheitsamt in Donauwörth mit. Wie der Arzt vor, oder sogar während der Operation Patienten angesteckt haben könne, das bleibe die große Frage, die man sich auch in der Klinik stelle, so Klinikchef Jürgen Busse.

Klinik erwischte Anästhesisten mit Medikamenten und Spritzen

Nachdem man den Anästhesisten Ende April in der Klinik mit Medikamenten und Spritzen erwischt habe, habe man sich in gemeinsamen Einvernehmen von ihm getrennt, erklärte der Leiter der Donau-Ries-Klinik. Vorher sei er nie aufgefallen. Es sei nicht möglich gewesen, ihm die Medikamentenabhängigkeit zu diesem Zeitpunkt nachzuweisen, auch sei er nie in der Suchtberatung der Klinik gewesen. Bei den Aufzeichnungen zu verwendeten Narkosemitteln habe es nie Auffälligkeiten gegeben. Auch das Gesundheitsamt erklärte, dass bei der regelmäßigen Überprüfung durch das Landratsamt alle Bücher in Ordnung waren.

Abzweigen von Medikamenten durch Narkosearzt nicht ausgeschlossen

"Wir können aber nicht wissen, ob ein Operateur oder Anästhesist ein Mittel, das er für einen Patienten bezogen hat, dann jedoch anders verwendet hat“, so Dr. Rainer Mainka, der Leiter des Gesundheitsamts in Donauwörth. Möglich sei alles, erklärte Mainka. Ob eine Verdünnung von für Patienten bestimmte Medikamente stattgefunden habe, müsse die Staatsanwaltschaft klären.

Anästhesist jetzt von den Kliniken Ostalb in Aalen entlassen

Wie der BR auf Nachfrage beim Landratsamt Aalen erfuhr, war der Anästhesist vom 1. bis zum 16. Oktober bei den Kliniken Ostalb beschäftigt worden. Dort wurde er fristlos entlassen. Grund für die Entlassung sei die fehlende Vertrauensbasis gewesen, so die Sprecherin des Landratsamts, Dietterle.

Zum Zeitpunkt der Einstellung habe der Landkreis von den Vorgängen in Donauwörth nichts gewusst. Beim Einstellungsgespräch seien sie nicht zur Sprache gekommen. Die Einstellungsuntersuchung durch einen Betriebsarzt sei völlig unauffällig gewesen. Von seinem vorherigen Arbeitgeber habe er ein einwandfreies Arbeitszeugnis mitgebracht.

Operationen seit November 2016 werden überprüft

Aktuell läuft die Auswertung der Protokolle von Operationen in der Zeit vom November 2016 bis April 2018. In diesem Zeitpunkt könnte eine Übertragung des Virus durch ihn stattgefunden haben. Hygienemängel in der Klinik schließt das Gesundheitsamt als Ursache für die Hepatitis-Erkrankungen aus.

Autoren

Kilian Geiser
Judith Zacher

Sendung

Nachrichten vom 19.10.2018 - 13:00 Uhr