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Einfluglöcher verstopft: 20.000 Bienen in Oberfranken gestorben | BR24

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Bienen verlassen einen Bienenstock

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    Einfluglöcher verstopft: 20.000 Bienen in Oberfranken gestorben

    Im oberfränkischen Landkreis Kronach ist ein ganzes Bienenvolk verendet, weil Unbekannte die Einfluglöcher zu den Bienenstöcken verstopft haben. Das teilte die Polizei mit und bittet um Hinweise.

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    Ein ganzes Volk von rund 20.000 Bienen musste sterben, weil Unbekannte in Oberfranken die Einfluglöcher von Bienenstöcken mit Dämmwolle verschlossen haben. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hat die Sabotage zwischen Anfang und Ende Mai stattgefunden, ist aber erst Ende des Monats entdeckt worden.

    Zunächst hatte die Polizei gemeldet, die Sabotage habe an Nistkästen für Bienen stattgefunden. Auf BR-Nachfrage konnte aber verifiziert werden, dass es sich um Bienenstöcke gehandelt hatte.

    Die selbst gebauten Bienenstöcke hingen an einem Waldrand in Ottendorf, einem Ortsteil von Ludwigsstadt im Landkreis Kronach, in der Lehestener Straße. Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei in Ludwigsstadt unter 09263/975020 in Verbindung zu setzen.

    UN-Appell zum Weltbienentag

    Erst vor kurzem - zum Weltbienentag am 20. Mai - hatte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) erneut gewarnt, der Rückgang der Bienenpopulationen stelle eine "ernste Bedrohung" für die Welternährung dar. "Diese unentbehrlichen Verbündeten im Kampf gegen Hunger und Unterernährung" müssten dringend geschützt werden.

    Bienen seien durch die kombinierten Effekte von Klimaerwärmung, intensiver Landwirtschaft, dem Einsatz von Pestiziden, dem Verlust von Biodiversität und Umweltverschmutzung massiv bedroht, erklärte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva.

    Kaffee, Äpfel, Tomaten - alle brauchen Bestäuber

    Laut da Silvia würde die Abwesenheit von Bienen und anderen Bestäubern zur Auslöschung von Pflanzenkulturen wie Kaffee, Äpfeln, Mandeln, Tomaten oder Kakao führen. Sollte das Bienensterben anhalten, könnten "Früchte, Nüsse und andere Gemüsesorten" durch "Kulturen wie Reis, Mais und Kartoffeln" ersetzt werden, die nicht in gleichem Maße von Bestäubung abhängig seien.

    Bayern will Natur- und Artenschutz verbessern

    Bayern hat zum Schutz von Bienen und anderen Insekten ein Gesetzespaket zum Natur- und Artenschutz auf den Weg gebracht. Dazu soll das bayerische Naturschutzgesetz an mehreren Stellen geändert werden. So sollen Biotope besser vernetzt, Gewässerrandstreifen besser geschützt und der Anteil des ökologischen Anbaus deutlich erhöht werden. Mehr als 1,7 Millionen Menschen im Freistaat hatten das Volksbegehren "Rettet die Bienen" unterstützt.

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