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Nimmt die Steigerwaldbahn wieder Fahrt auf? | BR24

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Seit Jahren steht die Steigerwaldbahn in Gochsheim (Lkr. Schweinfurt) still. Befürworter wollen die traditionsreiche Bahn reaktivieren, Gegner meinen, das wäre viel zu teuer. Beide Lager wollen endlich Klarheit über die Zukunft der Bahn.

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Nimmt die Steigerwaldbahn wieder Fahrt auf?

Würde die Steigerwaldbahn zwischen Schweinfurt und Kitzingen wiederbelebt, würden laut einer Studie täglich über 1.000 Menschen die Strecke nutzen. Während ein Förderverein sich für eine Reaktivierung einsetzt, stemmen sich viele Gemeinden dagegen.

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Denn die 50 Kilometer lange Trasse, zwischen deren Gleisen längst Bäumchen und Sträucher wuchern, stört die Gemeinden bei der Weiterentwicklung. Deshalb haben die meisten Kommunen bereits Entwidmungsanträge gestellt. Sie wollen die Bahnflächen kaufen, um sie in ihre Ortsplanung mit einbeziehen zu können.

Reaktivierung kostet viel Geld

Der Förderverein Steigerwald-Express kämpft hingegen seit elf Jahren dafür, dass die Strecke reaktiviert wird. Das ließe sich trotz des Wildwuchses machen. Allerdings müssten unter anderem neue Bahnübergänge und Haltepunkte geschaffen werden – und das kostet Geld: um die 24 Millionen Euro. Dabei würden laut der Bayerischen Eisenbahngesellschaft auch die Kommunen finanziell in die Pflicht genommen, vor allem im Umfeld von Bahnhöfen, Haltepunkten oder an Bahnübergängen. „Diese Kosten stehen für uns in keiner Relation zum Nutzen“, so Sennfelds Bürgermeister Oliver Schulze.

Studie: Nachfrage vorhanden

Die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammer wiederum würden die Reaktivierung begrüßen: Sie brächte viel Geld in die Region. Und laut einer Studie, die die Bayerische Eisenbahngesellschaft in Auftrag gegeben hat, würde sich die Wiederbelebung der Strecke auch lohnen: So geht eine Prognose davon aus, dass rund 1.400 Fahrgäste werktäglich die Bahn nutzen würden – rechnen würde sie sich ab einem Fahrgastaufkommen von 1.000.

Studie soll Klarheit bringen

Klarheit soll nun eine Machbarkeits- und Mobilitätsstudie bringen, die im November im Landratsamt Schweinfurt vorgestellt werden soll. Dabei will die Behörde alle an einen Tisch holen, um das Schicksal der Steigerwaldbahn zu klären.

Die Steigerwaldbahn

1893 wurde das erste Teilstück der Steigerwaldbahn zwischen Kitzingen und Gerolzhofen fertig gestellt, 1903 folgte das zweite zwischen Gerolzhofen und Schweinfurt. Auf der 50 Kilometer langen Strecke wurden täglich Menschen und Güter transportiert – bis der Regelbetrieb 1981 eingestellt wurde. Zwischenzeitlich wurde die Verbindung mit Ausflugsfahrten wiederbelebt, seit einigen Jahren ist sie komplett stillgelegt.