Kies liegt am Ufer der Niedrigwasser führenden Donau

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Wasserwacht warnt: Bad in der Donau kann lebensgefährlich sein

Wasserwacht warnt: Bad in der Donau kann lebensgefährlich sein

Der niedrige Pegelstand der Donau hat Folgen für Badefreudige und Schifffahrt: Die meisten Flusskreuzfahrtschiffe können manche Abschnitte nicht mehr befahren. Auch Baden ist trotz Niedrigwasser gefährlich - es drohen Strömungen und Wirbel.

Auch wenn die niedrigen Pegelstände der Donau in Niederbayern verlockend sein mögen – Baden und Schwimmen im Fluss sind weiter lebensgefährlich. Davor warnt die Wasserwacht. Auch für Schiffe ist der niedrige Wasserstand derzeit problematisch.

Lebensgefährlicher Sog im Fluss

Der Pegel der Donau im niederbayerischen Deggendorf erreicht zurzeit nur rund 160 Zentimeter. Die Wasserwacht rät ernsthaft davon ab, den Fluss zu durchwaten. In der Schifffahrtsrinne könne es gefährliche Strömungen und Wirbel geben, heißt es. Gerade dort, wo die sogenannten Buhnen enden, so die Wasserwacht. Außerdem seien nach wie vor große Frachtschiffe und Sportboote auf dem Fluss unterwegs. Gerade die Frachter erzeugten einen lebensgefährlichen Sog, sagt der Sprecher der Wasserwacht.

Zudem könne man sich an scharfkantigem Müll oder an Glasscherben verletzen, die jetzt bei Niedrigwasser an die Oberfläche kämen. Die Wasserwacht warnt vor gefährlichen Mutproben und betont: Baden in der Donau ist bei Niedrigwasser keineswegs sicherer als sonst.

Probleme für die Binnenschifffahrt

Die weiter fallenden Pegelstände der Donau in Niederbayern bereiten der Binnenschifffahrt zunehmend Probleme. Wegen ihres großen Tiefgangs können die meisten Flusskreuzfahrtschiffe und Hotelschiffe den Streckenabschnitt zwischen Vilshofen und Straubing nicht mehr befahren. Auch Frachtschiffe können ihre Ladekapazität nicht mehr ausschöpfen.

Wie ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtamtes erklärte, sei es in der Verantwortung der Reedereien, beziehungsweise der Schiffskapitäne, zu entscheiden, ob bei Niedrigwasser eine Fahrt möglich ist. Verschiedene Faktoren spielten dabei eine Rolle: Zum Beispiel die Länge des Schiffs, die Konstruktionsweise des Rumpfes und die Verteilung der Ladung.

Außerdem bräuchten Frachtschiffe bei der Bergabfahrt weniger Wasser unter dem Kiel als in der Bergauffahrt. Der Grund: Bergauf saugt der Schiffspropeller sozusagen das Wasser unterm Schiff weg. Generell aber werde die Schifffahrt auf der Donau nicht eingestellt.

Frachter nur mit einem Drittel ihrer Ladekapazität unterwegs

Ein Sprecher des Donauhafens im niederbayerischen Straubing sagte dem BR, derzeit kämen die meisten Frachter mit rund einem Drittel ihrer Ladungskapazität an. Das sind nach wie vor mehrere Hundert Tonnen Schüttgut wie Sojaschrot oder Raps.

Während die meisten Flusskreuzfahrtschiffe wegen ihres großen Tiefgangs die Donau zwischen Passau und Straubing nicht mehr befahren können, sind Frachtschiffe und Sportboote nach wie vor auf dem niederbayerischen Donauabschnitt unterwegs. Aktuell misst der neuralgische Pegel Pfelling bei Bogen in Niederbayern 240 Zentimeter. Der jemals niedrigste Wasserstand dort betrug 228 Zentimeter - im Jahr 2018.

Die Hitze lockt die Menschen in die Gewässer. Auch Flüsse wie die Donau werden gerne zur Abkühlung genutzt.

Bildrechte: BR

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