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Der Blick in die Tiefbrunnen: So steht es um das Grundwasser | BR24

© Carlo Schindhelm/BR

Kaum Regen - dafür trockene Böden und Waldbrandgefahr. Wiederholt sich der Hitzesommer 2018? Wir haben das Wasserwirtschaftsamt Kronach auf einem Kontrollgang begleitet. Und der Blick auf den Grundwasserspiegel lässt nichts Gutes erahnen.

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Der Blick in die Tiefbrunnen: So steht es um das Grundwasser

Kaum Regen - dafür trockene Böden und Waldbrandgefahr. Wiederholt sich der Hitzesommer 2018? Wir haben das Wasserwirtschaftsamt Kronach auf einem Kontrollgang begleitet. Und der Blick auf den Grundwasserspiegel lässt nichts Gutes erahnen.

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Ein frischer Wind bläst über die Felder bei Bamberg. Neben einem Weg steht auf einem Betonsockel ein Metallrohr: Es ist der Eingang zu einem viele Meter tiefen Bohrloch.

Hubert Spindler vom Wasserwirtschaftsamt Kronach lässt ein langes Maßband hinab. An dessen Ende hängt eine Sonde, die den Grundwasserstand misst. Und der ist sehr niedrig. Erst in rund sechs Metern Tiefe stößt Spindler auf Wasser.

Grundwasser steht niedriger als üblich

Seit mehr als 20 Jahren liefert die Grundwassermessstation Daten. Spindler analysiert sie zusammen mit seiner Kollegin Johanna Klocke. An den Daten lassen sich inzwischen langfristige Trends erkennen. Eigentlich sollte der Grundwasserstand derzeit am höchsten sein - ist er aber nicht. Im Gegenteil.

"Wenn wir jetzt aber schon mit einem niedrigen Grundwasserstand reingehen in das Jahr, ist es natürlich fraglich, wie sich der Grundwasserstand weiterentwickeln wird. Wenn wir jetzt fast schon auf dem niedrigsten Niveau sind, im Vergleich zum letzten Jahr - dann bräuchten wir jetzt ganz schön viele Niederschläge in den nächsten Wochen und Monaten, damit wir wieder den eigentlichen Wert erreichen." Johanna Klocke, Wasserwirtschaftsamt Kronach

Landwirtschaft muss sich auf Wassermangel einstellen

In den vergangenen zehn Jahren ist der Grundwasserspiegel immer weiter gesunken. Künftig wird es auch darum gehen, wie das Wasser verteilt wird. Zum Beispiel benötigen Landwirte bei Trockenheit dringend Wasser für ihre Felder.

Teilweise haben die Leute selbst Brunnen gebohrt, damit sie Wasser entnehmen können, wie Spindler sagt. Wenn der Grundwasserspiegel sehr niedrig sei, könne es aber sein, dass die Brunnen trocken fielen, wenn sie nicht tief genug sei.

"Wenn es so weiter geht, dann muss man natürlich auch schauen: Was müssen wir zum Beispiel seitens der Landwirtschaft ändern - dass wir andere Früchte anbauen, die weniger Wasser verbrauchen, dass man mehr Rückhalteräume schafft." Johanna Klocke, Wasserwirtschaftsamt Kronach

Auch der Main führt zu wenig Wasser

Ortswechsel: Die Mitarbeiter des Kronacher Wasserwirtschaftsamtes fahren weiter zu einer anderen Messstation am Main in Kemmern. Am Ufer liest Hubert Spindler ganz altmodisch die Wassertiefe an einem fest installierten Messstab ab: 231 Zentimeter.

Das ist die zweitniedrigste Stufe – auch hier zu wenig Wasser für diese Jahreszeit.

"Dass wir jetzt so in dem Niedrigwasserbereich sind, das hat erst in den letzten paar Jahren so zugenommen. Normalerweise haben wir hier einen Wasserstand von 240, 250 Zentimetern." Hubert Spindler, Wasserwirtschaftsamt Kronach

Starkregen hilft aber auch nicht

Vor zehn Jahren entsprachen die Messergebnisse nach Angaben des Wasserwirtschaftsamtes noch den Jahreszeit typischen Grundwasserständen. Inzwischen aber gebe es immer häufiger Extremwerte.

Der Grund: erst zu wenig, dann wieder viel zu viel Regen. Die trockenen Böden können das Regenwasser gar nicht aufnehmen. Es fließt oberflächlich ab und lässt etwa Flüsse über die Ufer treten. Am niedrigen Grundwasserspiegel ändert das kaum etwas.