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Niedriglohn: 600.000 Vollzeitbeschäftigte in Bayern betroffen | BR24

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Niedriglohn trotz 40 Arbeitsstunden pro Woche - für jeden sechsten Arbeitnehmer in Bayern ist das Realität, wie neue Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zeigen. Die Linke fordert nun einen höheren Mindestlohn. Heute stimmt der Bundestag darüber ab.

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Niedriglohn: 600.000 Vollzeitbeschäftigte in Bayern betroffen

Niedriglohn trotz 40 Arbeitsstunden pro Woche - für jeden sechsten Arbeitnehmer in Bayern ist das Realität, wie neue Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zeigen. Die Linke fordert nun einen höheren Mindestlohn. Heute stimmt der Bundestag darüber ab.

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Wer in Westdeutschland weniger als 2.226 Euro brutto im Monat verdient, liegt im Niedriglohn-Bereich. In Bayern sind das der Statistik zufolge knapp 600.000 Arbeitnehmer oder jeder sechste Vollzeitbeschäftigte - wobei Frauen wesentlich stärker betroffen sind als Männer.

Die bundesweiten Zahlen fallen noch schlechter aus: Demnach bekommt sogar jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte nur einen Niedriglohn. Das alles hat eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Links-Fraktion im Bundestag ergeben.

Kontrast zu guten Arbeitsmarktzahlen

Zwar fänden immer mehr Menschen einen Vollzeitjob, sagt Susanne Ferschl, stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion. Doch das Gehalt reiche vielen kaum zum Leben aus:

"Für die Beschäftigten ist das eine persönliche Katastrophe. Und es bietet auch jede Menge gesellschaftspolitischen Sprengstoff." Susanne Ferschl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken

Laut der Linken-Politikerin stehen die Erfolgsmeldungen am Arbeitsmarkt den Zahlen zum Niedriglohn konträr gegenüber. Die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit betont hingegen, dass im Freistaat der Anteil der Vollzeitbeschäftigen im Niedriglohn-Bereich seit 2012 praktisch konstant geblieben und im Vergleich zu 2008 sogar gesunken sei. Dennoch: Die Linke sieht in den neuen Zahlen ein Alarmsignal und verlangt, den Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro auf 12 Euro zu heben. "Jeder, der arbeitet, soll auch von seiner Arbeit leben können", begründet Ferschl den Vorstoß.

Zuletzt hatten sich mehrere Politiker auch anderer Parteien dafür ausgesprochen, den Mindestlohn zu erhöhen. Heute stimmt der Bundestag über den Vorschlag der Linkspartei ab. Im vergangenen Jahr ist die Partei mit dem gleichen Anliegen im Bundestag gescheitert.