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Niederbayerns Spargelbauern versuchen Ernte weiter zu verzögern | BR24

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Wegen der Corona-Beschränkungen versuchen Niederbayerns Spargelbauern die Ernte hinauszuzögern. Das funktioniert mit Hilfe der Folien auf den Feldern.

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Niederbayerns Spargelbauern versuchen Ernte weiter zu verzögern

Wegen der Corona-Beschränkungen fehlen Erntehelfer. Außerdem wird vor allem von der Gastronomie, die momentan geschlossen bleiben muss, weniger Spargel gekauft. Deshalb versuchen Niederbayerns Spargelbauern die Ernte hinauszuzögern.

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Niederbayerns Spargelbauern versuchen die bereits laufende Spargel-Ernte zu verzögern. Denn wegen der Corona-Beschränkungen würden Privatpersonen und vor allem die Gastronomie deutlich weniger Spargel einkaufen. Außerdem werden wegen fehlender Saisonarbeiter 30 Prozent weniger geerntet.

Wachstum mit Folien steuern

Gabi Waltl vom Waltl Hof im Abensberger Ortsteil Sandharlanden (Lkr. Kelheim) erklärt, dass ihr Betrieb versucht, durch die Folien, die auf den Spargelackern liegen, das Wachstum hinauszuzögern. Damit müsse der Spargel jetzt noch nicht geerntet werden, sondern erst, wenn er wieder mehr nachgefragt werde.

Die Folien, die beim Spargelanbau verwendet werden, haben zwei Seiten - eine schwarze und eine weiße. Liegt die schwarze Seite oben, wärmt sich der Boden schneller auf. "Wenn die weiße Seite oben liegt, reflektiert das die Sonne und der Boden bleibt relativ kühl. Gott sei Dank haben wir am Anfang der Corona-Krise alles auf Weiß gedreht, um den Erntebeginn etwas zu verzögern", sagt die Spargelbauerin.

© Waltl Hof

Der Waltl Hof in Sandharlanden im Kreis Kelheim

Gatronomie nimmt keinen Spargel ab

Seit rund zwei Wochen wird Spargel geernet. Die kalten Nächte würden ihm zwar noch etwas zu schaffen machen, doch mittlerweile wachse er in Süddeutschland sehr gut, so Simon Schumacher, Sprecher des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeerbauer (VSSE). Nach Schätzungen des Verbandes hätte die Gastronomie deutschlandweit in diesem Jahr eigentlich rund 36.000 Tonnen Spargel abgenommen. Wegen der Corona-Pandemie haben viele Restaurants jedoch geschlossen - kaufen also keinen Spargel ein.

Saisonarbeiter fehlen auf den Feldern

Auf der anderen Seite werde aber auch wegen der fehlenden Erntehelfer rund 30 Prozent weniger geerntet. Insofern halte sich Angebot und Nachfrage noch im Gleichgewicht, so der Verbandssprecher. Außerdem würden derzeit viele Privatpersonen Spargel kaufen. "Es wäre übertrieben von einem Run zu sprechen, aber die Nachfrage ist sehr hoch. Gerade jetzt wollen sich die Leute zuhause etwas Gutes tun; sich etwas Gesundes gönnen", so Simon Schumacher, vom VSSE.

Weniger Geld für teures Gemüse

Auch bei Gabi Waltl in Sandharlanden war die Spargel-Nachfrage über Ostern hoch. Doch sie fürchtet, dass jetzt nach den Feiertagen die Nachfrage wieder sinken könnte. Vor allem auch deswegen, weil viele Leute wegen der Kurzarbeit weniger verdienen und deshalb eher zu günstigeren Lebensmitteln greifen würden.

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