Bildrechte: dpa-Bildfunk/Bernd Weißbrod

Symbolbild: Medikamente auf einem Nachttisch

  • Artikel mit Audio-Inhalten

Niederbayern und die Oberpfalz besonders von Influenza betroffen

Die Grippewelle hat begonnen - früher als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. Auch fällt sie teilweise stärker aus als sonst. Betroffen sind derzeit insbesondere Niederbayern und die Oberpfalz. Gesundheitsämter rufen daher zum Impfen auf.

In Niederbayern und der Oberpfalz ist die Grippewelle früher und stärker als in den vergangenen Jahren angekommen. Laut den aktuellsten Zahlen des LGL aus der 46. Kalenderwoche (14.11. bis 20.11.) sind in Niederbayern 184 und in der Oberpfalz 326 Influenza-Fälle gemeldet worden. Damit liegen die beiden Regierungsbezirke bayernweit an der Spitze, nur Oberbayern hat mit 820 Meldungen mehr Fälle.

Kinder und Jugendliche besonders betroffen

Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamts Amberg, bestätigt auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks, dass auch in seinem Gebiet ein Anstieg der Influenza-Fälle zu erkennen ist. Betroffen sind, wie in ganz Bayern, zwar vermehrt auch ältere Menschen. Besonders hart trifft es aber Kinder und junge Erwachsene.

Das spüren derzeit auch einige Schulen in der Region. Ein Extrem-Beispiel ist die Grundschule Hacklberg in Passau. Dort fällt zurzeit fast ein Drittel der Schüler wegen einer Grippe-Infektion oder dem RS-Virus aus - also 65 von 210. Beim Privatgymnasium Pindl in Regensburg liegen aktuell etwa zehn bis 15 Prozent der Schüler flach.

Spitze an Grundschule schon erreicht

Bei der Grundschule St. Nikola in Regensburg hingegen wurde die Spitze schon in den vergangenen zwei Wochen erreicht. Dort ist ein Viertel der Schüler mit Influenza ausgefallen – inklusive des Schulleiters. Von ähnlichen Größenordnungen berichten die Verantwortlichen der Gisela Schulen in Passau. Auch da ist man aber in dieser Woche wieder bei einem normalen Krankenstand für diese Zeit angekommen.

Dunkelziffer an Fällen sei hoch

Im Gebiet des Gesundheitsamts Amberg sind es seit September 120 bestätigte Fälle von 1 bis 86 Jahre (Stand 28.11.). Wobei die Dunkelziffer weit höher sei, wie Roland Brey sagt.

Auch im Gesundheitsamt Landshut steigen die Fälle. Die frühe Grippewelle ist für Abteilungsleiter Heribert Stich jedoch nichts Ungewöhnliches: "Ich gehe davon aus, dass bei einem Corona-Test auch gleich ein Influenza-Abstrich gemacht wird. Also werden mehr getestet und damit gibt es auch mehr positive Fälle."

Gesundheitsämter rufen zur Impfung auf

Beide Gesundheitsamtsleiter betonen, wie wichtig eine Impfung gegen Influenza sei. Sie empfehlen sich jährlich gegen Grippe impfen zu lassen. Auch die "Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen" (LAGI) ruft Personen ab 60 Jahren, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen und medizinisches Personal dazu auf, sich sobald wie möglich gegen Grippe impfen zu lassen.

💡 Influenza-Fälle in Bayern

Beim LGL (Stand 21.11.2022) sind seit Anfang Oktober 6.422 Influenza-Fälle in ganz Bayern gemeldet worden. Allein von Oktober bis November waren es 3.278 Fälle. Zum Vergleich: Von Oktober 2021 bis April 2022 wurden bayernweit insgesamt 1.613 Fälle verzeichnet. Regulär beginnt die Grippewelle um Neujahr und hat ihren Höhepunkt im März.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!