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Niederbayerischer Arzt warnt vor flächendeckenden Corona-Tests | BR24

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Flächendeckende Corona-Tests seien trügerisch und wähnten die Menschen in falscher Sicherheit, sagt Dr. Reinhard Schiller, Allgemeinarzt aus Geisenhausen im Kreis Landshut.

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Niederbayerischer Arzt warnt vor flächendeckenden Corona-Tests

Flächendeckende Corona-Tests seien trügerisch und wähnten die Menschen in falscher Sicherheit, sagt Reinhard Schiller, Allgemeinarzt aus Geisenhausen im Kreis Landshut. Testen ja, aber lieber die Risikogruppen - und das häufig und regelmäßig.

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Flächendeckende Corona-Tests, wie sie das Bayerische Gesundheitsministerium ankündigt, seien trügerisch, sagt der Allgemeinmediziner Reinhard Schiller aus Geisenhausen (Lkr. Landshut) im BR-Interview. Die Tests seien nur eine Momentaufnahme. Er fordert: regelmäßige Tests für Risikogruppen.

Zwei Tests pro Woche für Risikogruppen

Mit einer Massentestung kann sich der Arzt nicht anfreunden. Man könne sich nicht in Sicherheit wähnen, sagt er.

"Ich weiß nur, dass ich im Moment keine Infektion in mir trage. Dieses Gefühl der falschen Sicherheit - glaube ich - wäre gar nicht sinnvoll und nicht günstig" Dr. Reinhard Schiller, Allgemeinmediziner

Grundsätzlich freue er sich, dass der Freistaat die Tests ausweiten möchte. Der Allgemeinmediziner spricht sich auch dafür aus, großzügig zu testen. Allerdings sollten vor allem Menschen, die beruflich viele Kontakte haben - wie Verkäuferinnen, Friseure oder Dienstleister am Schalter - häufig auf Corona getestet werden. Auch ohne Symptome sollten diese gefährdeten Gruppen mindestens zweimal die Woche einen Corona-Test machen können. Für ältere Menschen könne sich der Arzt ebenfalls eine regelmäßige Testung vorstellen.

Keine Angst vor Massenansturm auf Arztpraxen

Einen Massenansturm auf Bayerns Arztpraxen sieht Schiller nicht. Die Kosten jedoch hält er für sehr hoch.

"Wir könnten das schon bewerkstelligen. Man müsste es organisieren - es ist theoretisch machbar. Nur, ob das wirklich sinnvoll ist? In jedem Fall ist es natürlich sehr teuer." Dr. Reinhard Schiller, Allgemeinmediziner

Patienten mit Symptomen kämen momentan nur noch selten in seine Praxis - das würde sich dann natürlich ändern. Aber die Angst vor einer zweiten Welle im Herbst sei da, sagt er.

Freistaat Bayern übernimmt Kosten der Corona-Tests

Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte angekündigt, dass sich demnächst jeder einem Corona-Test unterziehen könne, auch wenn keine Symptome oder eine Anordnung der Gesundheitsbehörden vorliegen. Die Kosten solle zunächst die Kassenärztliche Vereinigung (KVB) übernehmen und diese vierteljährlich mit dem Freistaat abrechnen. Darauf wurde sich bereits geeinigt. Am Mittwoch soll das Testkonzept für Bayern vorgestellt werden.

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