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Niederbayerische Städte kämpfen für Durchfahrtsverbote | BR24

© BR/Sarah Beham

Immer mehr niederbayerische Städte setzen Durchfahrtsverbote für Schwerlastverkehr in den Innenstädten durch oder kämpfen dafür. In Eggenfelden wartet man auf die Schilder, in Wörth wurde ein Antrag gestellt und in Passau gibt es bereits ein Verbot.

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Niederbayerische Städte kämpfen für Durchfahrtsverbote

Immer mehr niederbayerische Städte setzen Durchfahrtsverbote für Schwerlastverkehr in den Innenstädten durch oder kämpfen dafür. In Eggenfelden wartet man auf die Schilder, in Wörth wurde ein Antrag gestellt und in Passau gibt es bereits ein Verbot.

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In Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn ist es beschlossene Sache: Ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen über 3,5 Tonnen wird eingeführt. Das Durchfahrtsverbot ist die Folge von verärgerten Bürgern. Die Stadt Eggenfelden hat reagiert, jetzt fehlen nur noch die Schilder, dann dürfen in ein paar Wochen Lastwagen die Schönauer Straße (Gemeindestraße) nicht mehr passieren.

Lastwagen umfahren Mautsäule

Das bestätigt Klaus Sperl vom Stadtbauamt Eggenfelden dem Bayerischen Rundfunk. "Wir haben eine Bundesstraße, die sollen einfach über diese Straße fahren und nicht durch die Innenstadt. Wo sie nicht hingehören, sollen sie nicht fahren", so Sperl. Außerdem soll mit dem Verbot verhindert werden, dass der Schwerverkehr die Mautsäule an der B388 umfährt und den kostenlosen Weg durch die Innenstadt nimmt.

Belastung der Wörther Innenstadt durch Brummis

Der Gemeinderat in Wörth an der Isar (Lkr. Landshut) startet derweil gerade einen Anlauf für ein Durchfahrtsverbot für Brummis über zwölf Tonnen. Der Grund: Die enorme Belastung der Ortsdurchfahrt, wie Bürgermeister Stefan Scheibenzuber dem Bayerischen Rundfunk erklärt und das, obwohl die A92 parallel zur Staatsstraße läuft. Doch die Lkw weichen oft auf die Ortsdurchfahrt aus. Die Anwohner sind verärgert, Scheibenzuber auch.

Zum Verkehrsaufkommen in Wörth an der Isar gibt es auch Zahlen: Das Staatsministerium Bau und Verkehr führt alle fünf Jahre Messungen durch. Die letzte Messung aus dem Jahr 2015 zeigt, dass der Anteil des Schwerverkehrs bei über 1.000 Fahrzeugen pro Tag liegt. "Eine enorme Belastung", so Scheibenzuber.

Mit dem Anwalt zum Durchfahrtsverbot

Weil es einige Hürden bei der Durchsetzung eines solchen Durchfahrtsverbots gibt, da es sich um eine Staatsstraße handelt, hat sich Scheibenzuber einen Anwalt als Berater geholt. Jetzt liegt der Antrag für das Durchfahrtsverbot beim Landratsamt Landshut. Der nächste Schritt wird laut Scheibenzuber ein Ortstermin mit verschiedenen Behörden sein. Eines ist dem Bürgermeister klar: Wörth ist eingebettet zwischen Logistik- und Speditionsunternehmen in der Region, darunter auch BMW in Dingolfing. "Uns geht es gut in der Region, wir wissen, wo der Grund liegt. BMW hat einen großen Anteil." Deswegen will er auf kein Unternehmen schimpfen. Aber er wolle auch den Bürgern zugestehen, dass sie die Politik auffordern: Macht euch Gedanken über die Verkehrsführungen.

Durchfahrtsverbot für Reisebusse in Passau

Bereits vor einem Monat wurde ein Durchfahrtsverbot für Reisebusse im Passauer Stadtteil "Innstadt" eingeführt. Die Regierung von Niederbayern hat die Maßnahme zur Verkehrsberuhigung genehmigt. Das Durchfahrtsverbot sorgte besonders in Österreich für Kritik.