Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Niederbayerische Autozulieferer führen Kurzarbeit ein | BR24

© BR/Sarah Beham

Die Werksschließungen von Continental in Roding oder Brandl in Pfeffenhausen zeigen: Den Autozulieferern geht es schlecht. Weitere niederbayerische Firmen haben jetzt Kurzarbeit angemeldet - insgesamt sind rund 500 Mitarbeiter betroffen.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Niederbayerische Autozulieferer führen Kurzarbeit ein

Die Werksschließungen von Continental in Roding oder Brandl in Pfeffenhausen zeigen: Den Autozulieferern geht es schlecht. Weitere niederbayerische Firmen haben jetzt Kurzarbeit angemeldet - insgesamt sind rund 500 Mitarbeiter betroffen.

Per Mail sharen
Teilen

Zwei Autozulieferer in Niederbayern haben ab Oktober Kurzarbeit angemeldet. Bei der Firma Wallstabe & Schneider aus Niederwinkling (Lkr. Straubing-Bogen) sind 350 Mitarbeiter in der Fertigung betroffen, damit etwa die Hälfte der Beschäftigten. Bei der Firma Webasto in Hengersberg (Lkr. Deggendorf) könnten bis zu 140 Arbeitnehmer betroffen sein.

Autozulieferer begründen Kurzarbeit mit schwacher Auftragslage

Wie es von dem Dichtungshersteller Wallstabe & Schneider heißt, reagiere man mit der viertägigen Kurzarbeit im Oktober auf die "Konjunkturdelle in der Automobilindustrie". Es könne nicht ausgeschlossen werden, die Kurzarbeit auf weitere Tage auszuweiten. Zuvor waren bereits andere Maßnahmen ergriffen worden, wie die Reduzierung der Leiharbeitnehmerquote und der Abbau von Stundenkonten. Dies reiche nun nicht mehr aus, um die Produktionsleistung an die schwache Auftragslage anzupassen.

Auch bei der Firma Webasto mit dem Cabriodachgeschäft in Hengersberg würden die bisherigen Maßnahmen wie Überstunden oder Urlaubskonten nicht mehr ausreichen. Der Markt für Cabriodächer stagniere seit Jahren, wie es von einer Unternehmenssprecherin auf Anfrage heißt. Bis Ende Dezember gibt es daher Kurzarbeit in Hengersberg.

In der Plattlinger Autozulieferer-Firma International Automotive Components (IAC) wurde bereits im April Kurzarbeit eingeführt. Rund 550 Mitarbeiter sind immer noch davon betroffen.

IG Metall sieht Kurzarbeit als positives Instrument

Die IG Metall Bayern sieht die Einführung der Kurzarbeit in den niederbayerischen Firmen gelassen, wie ein Sprecher dem BR sagte: "Kurzarbeit ist ein gutes Instrument, um Beschäftigte zu halten in konjunkturellen Abschwungphasen." Die Konjunktur werde auch wieder nach oben gehen.

IHK Niederbayern: Problem sind Fachkräftemangel und Brexit

Trotz der aktuellen Meldungen zu Kurzarbeiten bei Autozulieferern oder den Werkschließungen der Firma Brandl in Pfeffenhausen (Lkr. Landshut) oder Continental in Roding sieht auch die IHK Niederbayern diese Entwicklungen nicht als alarmierend an. Wie es auf Anfrage heißt, gebe es in Niederbayern eine sehr geringe Arbeitslosenquote. Der Fahrzeugbau in Niederbayern sei ein "Schwergewicht": 33.000 Mitarbeiter sind hier in 41 Betrieben beschäftigt. Der größte Risikofaktor sei laut einer Umfrage bei den Betrieben hingegen der Fachkräftemangel.

Dennoch gebe es laut dem Sprecher der IHK Niederbayern Probleme bei den Rahmenbedingungen: Diese beginnen auf internationaler Ebene bei Handelsstreitigkeiten oder dem Brexit – Entwicklungen, die vor allem die exportorientierte Industrie stark betreffen.