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#NichtWurscht: Veganer und Fleischfresserin im Livetalk | BR24

LIVESTREAM beendet
Martin und Nathalie tauschen die Rollen. Er wird zum Veganer, sie zur "Fleischfresserin"
© BR/Max Hofstetter

Live auf BR24: Nicht wurscht - darf man noch Fleisch essen?

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#NichtWurscht: Veganer und Fleischfresserin im Livetalk

Rollentausch: Fleischliebhaber Martin Breitkopf ist Veganer, Vegetarierin Nathalie Stüben isst nur Wurst und Fleisch. Wie stehen Sie zum Thema Ernährung? Diskutieren Sie mit bei unser Straßentalkshow #NichtWurscht! in Bad Tölz, oder auf Facebook.

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Unsere Reporterin Nathalie Stüben ist sonst eher vegetarisch unterwegs. Diese Woche ernährt sie sich nur von Fleisch. Das wäre für ihren Kollegen Martin Breitkopf kein Problem. Er aber isst seit Montag nur Gemüse. Die Denkgewohnheiten der beiden stehen dabei ebenso auf dem Prüfstand wie ihre Gesundheit.

#NichtWurscht: Diskutieren Sie heute mit im Livestream!

Wie stehen Sie zum Thema Fleisch und Fleischverzicht? Diskutieren Sie heute ab 10.30 Uhr auf dem Bauernmarkt in Bad Tölz mit uns. Für jeden, der vorbeikommt, haben wir eine (vegane) Wurst. Wenn Sie nicht nach Bad Tölz kommen können, besuchen Sie uns auf Facebook und sagen uns dort Ihre Meinung . Wir streamen das Event live.

Martin – diese Woche Veganer

"Das schaffst Du nie", sagte meine Frau zu mir, als ich ihr von meinem Selbstversuch erzählte. "Wir machen da nicht mit!", schrien meine beiden Töchter. Bei uns sind die Rollen klar verteilt: Meine Frau ernährt sich sehr gesund und nötigt den Rest der Familie tagtäglich dazu, mehr Gemüse zu essen. Meine Mädels und ich drücken uns davor, wo wir nur können. Oft gelingt es uns nicht, aber selbst dann ist Gemüse für uns höchstens eine Beilage.

Ich brauche nur an Fleisch zu denken und mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Saftiges Steak, Oberpfälzer und fränkische Bratwürstl, die schnelle Leberkässemmel vom Metzger, hach, ich vermisse sie alle jetzt schon.

Was mein Gewissen angeht, bin ich etwas halbscharig unterwegs. Ich achte schon darauf, regionales Fleisch einzukaufen. Und letztlich ist mir auch bewusst, dass da ein Tier für mich geschlachtet wurde, aber ganz ehrlich: Bisher habe ich das immer verdrängt. Jetzt bin ich echt mal gespannt, ob ich mich als Veganer wie ein besserer Mensch fühle.

© BR/Stefan Stüben

Nathalies Blick am zweiten Morgen als Fleisch(fr)esserin sagt mehr als tausend Worte.

Nathalie – diese Woche Karnivorin

"Wie kann ich verantworten, dass Lebewesen für mich sterben?" Bei jedem Fleischhappen drängt sich diese Frage in mein Bewusstsein. Sie ist mal lauter und mal leiser, völlig ignorieren kann ich sie nicht. Mein Vater würde jetzt sagen: "Die Natur ist grausamer als jeder Schlachthof. Bist Du besser als die Natur?" Es ist ein akzeptables Argument. Fühlen tue ich es nicht. Immer, wenn ich Tiere esse, plagt mich mein schlechtes Gewissen.

Neben diesem moralischen Aspekt halte ich eine vegetarische Ernährung auch gesundheitlich für das Optimum. Ich habe schon so viel gelesen über die Gefahren von rotem Fleisch, über antibiotikumverseuchte Hühnchen und stresshormongeschwängerte Schweine. Kaum noch vorstellbar, dass ich meinem Körper etwas Gutes tue, wenn ich Fleisch esse.

Umso erstaunter war ich, als ich von einer wachsenden Bewegung in den USA hörte. Die Anhänger der sogenannten "Carnivore Diet" – zu deutsch: Fleischfresser-Ernährung – essen einzig und allein tierische Produkte, die Puristen unter ihnen sogar ausschließlich Fleisch. Meine vegetarische Reaktion: "Was zur Hölle?! Wie ungesund ist das denn!" Meine journalistische Reaktion: Erfahrungsberichte lesen. Und da war ich dann doch sehr überrascht. Diese Menschen erzählen von explodierender Fitness, sagenhaftem Energiegewinn, weniger Körperfett und verbesserter Konzentration.