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"Nicht ewig Junggeselle" - Aiwangers Pläne für die Freien Wähler | BR24

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Euphorisiert durch das Wahlergebnis in Bayern wollen die Freien Wähler jetzt auch bundesweit Stimmen im bürgerlichen Lager holen. Mit Hubert Aiwanger als Führungsfigur. Die bisherigen Erfahrungen sind jedoch alles andere als ermutigend.

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"Nicht ewig Junggeselle" - Aiwangers Pläne für die Freien Wähler

Euphorisiert durch das Wahlergebnis in Bayern wollen die Freien Wähler jetzt auch bundesweit Stimmen im bürgerlichen Lager holen. Mit Hubert Aiwanger als Führungsfigur. Die bisherigen Erfahrungen sind jedoch alles andere als ermutigend.

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Die richtige "Alternative" zu Groko und zur AfD – für Hubert Aiwanger gehören die Freien Wähler auch ins Parlament in Berlin. Der Parteichef der Freien Wähler sieht großes Potenzial bei den Wählern bundesweit.

"Bevor die Bürger radikale Parteien wählten oder zu Hause blieben, sollten sie lieber für die Freien Wähler stimmen, eine bürgerlich-vernünftige wertkonservative Alternative in der Mitte mit politischem Pragmatismus." Hubert Aiwanger, Vorsitzender Freie Wähler

Werden die Freie Wähler "erwachsen"?

Von den Kommunen über den Landtag bis nach Berlin – für diese Entwicklung hat Aiwanger auch schon eine Metapher gefunden:

"Wir entwickeln uns eben weiter: Genauso wie ein kleines Kind in die Schule kommt, irgendwann heiratet und irgendwann Kinder kriegt, so müssen auch wir uns weiterentwickeln, sonst bleiben wir ewig die alte Jungfrau oder der alte Junggeselle." Hubert Aiwanger, Vorsitzender Freie Wähler

Schon 2013 gab es Grummeln an der kommunalen Basis, dass die Freien Wähler zur Bundestagswahl angetreten sind – nach dem Motto "Schuster bleib bei deinen Leisten" – nämlich bei der Kommunalpolitik. Nach dem Wahlerfolg von 2008 mit 10,2 Prozent in Bayern startete Aiwanger sein Projekt, die Freien Wähler auf die Bühne der Bundespolitik zu hieven. Mit mäßigem Erfolg: im Saarland trat der Landesvorstand geschlossen zurück, bezeichnete den Führungsstil Aiwangers als "diktatorisch" und erklärte schriftlich, dieser Stil sei "absolut indiskutabel und nicht hinnehmbar“ gewesen. Auch die "Jungen Freien Wähler“ (JFW) kritisierten damals diesen Schritt, auch ihr Vorstand warf als Reaktion hin.

Das Zugpferd scherte aus

Hinzu kam der überraschende Rückzug einer der Hoffnungsfiguren der Freien Wähler: Adenauer-Enkel Stephan Werhahn, der 2012 von der CDU zu den Freien Wählern kam, trat noch vor der Bundestagswahl Anfang 2013 wieder aus. Mittlerweile ist Werhahn bei der FDP gelandet. Für Aiwanger schien Werhahn kein großer Verlust. Sein damaliger Kommentar dazu: "Anfangs war er kampfeslustig, dann hat er aber den Mut verloren."

Hessen als Stimmungstest auch für die Freien Wähler

Nun soll es anders werden: Aiwanger plant als Landesvorsitzender, Bundesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender in einem, die jeweiligen Landesverbände bundesweit besser aufzustellen und auszustatten, damit bei der kommenden Wahl die Freien Wähler über die 5-Prozent-Latte segeln. Man werde auch die Bedenken der Anhänger in den Kommunen berücksichtigen, verspricht der Generalsekretär der bayerischen Freien Wähler, Michael Piazolo:

"Wir werden nur Erfolg haben als Freie Wähler, wenn wir von den Gemeinden aus, von den Mitgliedern hier auch in anderen Bundesländern Erfolge erzielen." Michael Piazolo, Generalsekretär der Freien Wähler Bayern

Das damalige Ende vom Lied ist bekannt: magere ein Prozent der Zweitstimmen bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017. Hessen könnte nun der erste Stimmungstest sein, ob das Hoch der Freien Wähler auch über Bayern hinaus anhält.

Sendung

Die Landespolitik

Autor
  • Johannes Reichart
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