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Der Bürgermeister will mit Hinblick auf die FFP2-Maskenpflicht in Bayern mit gutem Beispiel vorangehen. Der Bart musste dafür ab.

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    Neustädter Bürgermeister: Bart ab gegen Corona

    Jahrelang hegte und pflegte der Bürgermeister der Stadt Neustadt an der Waldnaab, Sebastian Dippold, seinen Vollbart. Um in der Corona-Pandemie mit gutem Beispiel voran zu gehen, trennte er sich jetzt von seinem geliebten Markenzeichen.

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    Von
    • Michael Wagner
    • BR24 Redaktion

    Sein halbes Leben lang schon trägt Sebastian Dippold, Bürgermeister der Stadt Neustadt an der Waldnaab, Bart. Jetzt ist der Vollbart ab. Für den Kahlschlag gab es triftige Gründe. Der Bürgermeister will mit Hinblick auf die FFP2-Maskenpflicht in Bayern mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, wie der richtige Umgang mit den FFP2-Masken aussieht. Denn die schützen nur, wenn sie richtig im Gesicht sitzen und dicht abschließen.

    Dippold: "Ich schau furchtbar aus"

    Nun ist er ab, der Bart, und der Bürgermeister kaum wiederzuerkennen. Sebastian Dippold klagt: "Ich schau furchtbar aus. Es ist kalt." Trotzdem ist er froh, mit der Kahlrasur ein Zeichen setzen zu können. FFP2-Masken schützen nur dann, wenn sie dicht abschließen. Ein Vollbart, wie ihn Sebastian Dippold hatte, verhindert das. Bartträger können sich eine FFP2-Maske gar nicht dicht aufsetzen, sagt Johannes Knobloch, Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Der Schutz für einen selbst ist somit dahin, der Schutz für andere nur noch eingeschränkt gegeben.

    Schutz durch Rasur

    Der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, attestiert FFP2-Masken bei Bartträgern keinen besonderen Schutz: "Wenn die nicht sauber abschließt, ist sie nicht wirksamer als eine einfache Maske." Es gebe in der Industrie zwar sehr teure Alternativen mit Rundum-Visieren, sichereren Hepafiltern und Luftpumpen, so der Experte. Diese seien aber nicht für den Alltagsgebrauch gedacht. "Im Grunde bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, sich zu rasieren."

    Bürgermeister will mit gutem Beispiel voran gehen

    Aus diesem Grund hat sich auch Sebastian Dippold schweren Herzens dafür entschieden, den Bart abzurasieren. Gerade in seiner Position hat er trotz Corona noch relativ viel Kontakt zu Menschen. Für seine bärtigen Mitmenschen will Dippold damit ein Zeichen setzen: "Ich will mit gutem Beispiel vorangehen. Wir können – gerade als Politiker – nicht einfordern und Verzicht predigen und dann nicht selbst liefern."

    Coronafall im Rathaus

    Wie wichtig der richtige Schutz vor Corona ist, weiß Sebastian Dippold aus eigener Erfahrung. Vor zwei Wochen war der Geschäftsleiter der Stadtverwaltung im Rathaus positiv auf Corona getestet worden, vier Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mussten daraufhin in Quarantäne, darunter auch Dippold selbst. Alle Kontaktpersonen waren daraufhin getestet worden - das Ergebnis beruhigend: Niemand hatte sich angesteckt.

    Bürgermeister: "Bart trennen tut weh"

    Im Rathaus wurden Konsequenzen gezogen: Zum besseren Schutz aller gilt im Rathaus seit Montag eine intern-auferlegte FFP2-Maskenpflicht für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Zeitpunkt für Sebastian Dippold, sich von seinem Bart zu verabschieden, war gekommen: "Bart trennen tut weh, das verstehen wahrscheinlich nur Barträger."

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    Bildrechte: Sebastian Dippold

    Sebastian Dippold's Vollbart ist ab. Ihm gefällt seine Kahlrasur nicht: "Ich schau furchtbar aus."

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