Dieses Pilotprojekt bei Uffenheim staut Wasser in ehemaligen Entwässerungsgräben
Bildrechte: BR24/Annika Svitil

Dieses Pilotprojekt bei Uffenheim staut Wasser in ehemaligen Entwässerungsgräben

Per Mail sharen
Artikel mit Bild-InhaltenBildbeitrag

Neustadt Aisch-Bad Windsheim will klimaresilient werden

Der Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim ist einer der trockensten in Bayern. Nach dem vergangenen Trockensommer will er handeln und Vorbild für ganz Bayern werden: Projekte zum Wasserrückhalt und Regeln für die Wassernutzung müssen her.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Der Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim will erster klimaresilienter Landkreis in Bayern werden. Nach dem extremen Trockensommer 2022 soll hier der Wasserrückhalt und die Wassernutzung geregelt werden, erklärt der Ansbacher Wasserwirtschaftsamtsleiter Thomas Keller.

  • Weniger Wasser - mehr Trockenheit: Klimawandel auf dem Feld

Eine der trockensten Gegenden

Denn der Landkreis sei einer der trockensten in Bayern und die Grundwasserneubildung lag im vergangenen Jahr weit unter dem bayernweiten Schnitt: Es waren rund 60 mm im Landkreis Neustadt Aisch-Bad Windsheim, bayernweit sind es gute 200 mm pro Jahr. Gleichzeitig gebe es aber auch viele Starkregenereignisse und Überschwemmungen. Sein Ziel, erster klimaresilienter Landkreis zu werden, will der Landkreis mit einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Wasserwirtschaftsamt, dem Amt für Ländliche Entwicklung und den Kommunen erreichen.

Zusammenarbeit mit Kommunen

13 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister machen mit und bilden entsprechende Arbeitsgruppen mit den Experten der Ämter. Dort werden zunächst Probleme von Betroffenen Bürgern und Landwirten gesammelt, dann Lösungsansätze erarbeitet und bis Ende dieses Jahres die Konzepte für Wasserrückhalt und geordnete Wassernutzung in Trockenphasen formuliert. Erste Überlegungen sind innerorts beispielsweise ursprüngliche Güllegruben als Zisternen zu nutzen oder Baugebiete zu entwässern und außerorts das Renaturieren von Gewässern voranzutreiben oder Rückhaltebecken zu schaffen.

Pilotversuch geglückt: Staubecken an Äckerrändern

"Nur gemeinsam können wir uns den Folgen des Klimawandels stellen und etwas bewirken," sagt Thomas Keller vom Wasserwirtschaftsamt. Er ist optimistisch, da ein erster Pilotversuch aus dem vergangenen Jahr mit drei Staubecken an Äckerrändern im Landkreis gute Ergebnisse liefert. Landrat Helmut Weiß (CSU) freut sich, dass in seinem Landkreis so viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sich an dem Projekt "erster klimaresilienter Landkreis Bayerns" beteiligen. Bei ihm selbst rannte das Wasserwirtschaftsamt mit seinem Vorschlag "offene Türen ein", da ihn die Trockenheit als Kommunalpolitiker seit Jahrzehnten beschäftigt.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!