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Neuschwanstein: Hybridkutsche erleichtert Pferden die Arbeit | BR24

© BR/Rupert Waldmüller

Der Weg zu Schloss Neuschwanstein ist steil. Viele Besucher setzen sich daher lieber in die Pferdekutsche. Weil der Anstieg auch für die Tiere nicht ohne ist, bekommen sie Unterstützung: Die Kutschen haben zusätzlich zu den zwei PS E-Motoren.

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Neuschwanstein: Hybridkutsche erleichtert Pferden die Arbeit

Der Weg zu Schloss Neuschwanstein ist steil. Viele Besucher fahren deshalb gerne mit der Kutsche nach oben, doch das ist auch für die Tiere nicht ohne. Nun bekommen sie Unterstützung: Die Kutschen haben zusätzlich zu den zwei Pferdestärken E-Motoren.

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Von
  • Rupert Waldmüller
  • Johanna Kempter

Die beiden Kaltblüter Bubi und Nero sind auf ihrem Weg hinauf zum Schloss Neuschwanstein im Ostallgäu. 150 Höhenmeter sind es vom Tal bis rauf zum Schloss – die Fahrstraße ist stellenweise ganz schön steil. Bisher mussten die beiden Pferde die Kutsche mit ihren 600 bis 700 Kilo Gewicht allein den Berg hinaufziehen. Seit einiger Zeit bekommen sie dabei aber Unterstützung von einem starken Elektromotor an der Hinterachse.

Weniger Gewicht dank Elektro-Antrieb

Die Pferde können mit dem Elektro-Antrieb weiterhin ganz normal laufen wie in der Ebene auch, erzählt Kutscherin Sibylla Keck. Aber sie müssen nicht mehr so schwer ziehen. Keck legt einfach einen Schalter an der Hybridkutsche um, der Rest geht automatisch. Eine Software steuert den Motor so, dass die Pferde statt 700 Kilo zusammen nur noch höchstens 80 Kilo ziehen müssen – egal, wie viele Personen in der Kutsche sitzen.

Erleichterung für Kutschpferde

Die Kutscherin muss Bubi und Nero bergauf inzwischen oft sogar bremsen. "Man sieht es ihnen an: Es geht leichter und macht auch mehr Spaß", sagt Keck. Sie hat beobachtet, dass die Tiere auch nach dem Arbeitstag noch fit sind. Auch Kutschbetriebsleiter Heinrich Vogtmann ist begeistert: "Die Pferde schnaufen kaum. Das ist eigentlich Spazierengehen für sie."

Alle Kutschen auf E-Antrieb umgerüstet

Im vergangenen November ging die erste Hybridkutsche als Prototyp an den Start. Inzwischen sind alle Kutschen hinauf zum Schloss mit elektrischer Unterstützung unterwegs. Mit knapp 100.000 Euro pro Fahrzeug ist die Umrüstung auf den E-Antrieb zwar nicht gerade billig, aber die Betreiber haben sich trotzdem dafür entschieden.

E-Motor als Antwort auf Tierschützer-Kritik

Mit den Hybridkutschen wollen sie der Kritik von Tierschützern am Einsatz der Pferde auf dem steilen Weg etwas entgegensetzen. In den vergangenen Jahren gab es nämlich "viel Konfrontation" mit Tierschützern und dem Veterinäramt, berichtet Kutschbetriebsleiter Vogtmann. "Und deswegen haben wir gesagt: Machen wir Motor."

Positive Reaktionen auf Hybridkutschen

Viel zu sehen ist von dem Elektromotor auf den ersten Blick nicht. Nur das Schild "Hybrid 7" am Heck verrät, dass die Pferde mit Unterstützung unterwegs sind. Außerdem begleitet ein leises Surren jede Fahrt auf dem Weg hinauf nach Neuschwanstein. Die Fahrgäste stört das Geräusch nicht: Der Motor sei sowieso nur im Hintergrund zu hören, berichten sie. Deutlich hörbarer ist der Hufschlag von Bubi und Nero, die es dank der Hybridkutschen jetzt viel leichter haben.

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