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Neuschnee und Windböen: BR-Experte warnt vor Lawinen | BR24

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Die Lawinengefahr in den bayerischen Alpen ist groß. Im Chiemgau und im Berchtesgadener Land gilt Warnstufe 4 von 5. Am Wochenende soll nochmal Neuschnee dazukommen. Ernst Vogt von der BR-Bergsteigerredaktion bewertet die Lage.

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Neuschnee und Windböen: BR-Experte warnt vor Lawinen

Trotz herrlichem Ausblick im Gebirge: Die Lawinengefahr in den bayerischen Alpen ist groß. Im Chiemgau und im Berchtesgadener Land gilt Warnstufe 4 von 5. Am Wochenende soll Neuschnee dazukommen. BR-Lawinen-Experte Ernst Vogt bewertet die Lage.

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Im Chiemgau und im Berchtesgadener Land ist bereits ein Meter Neuschnee gefallen oberhalb 1.500 Metern – und das bei starken Böen. "Der Wind ist gefährlich", sagt Ernst Vogt von der BR-Bergsteigerredaktion. "Der bläst den Schnee in die Rinnen und Mulden. Dort ist es dann brandgefährlich für die Skitourengeher und Schneeschuhwanderer."

"Der Wind ist der Baumeister der Lawinen." Ernst Vogt, Lawinen-Experte von der BR-Bergsteigerredaktion

Lawinengefahr durch Graupelschauer

Letztendlich ist es ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Der Wind, die Schneemenge und der schlechte Schneedeckenaufbau machen die Lage so gefährlich. "Es hat nämlich zwischendurch auch Graupelschauer gegeben", betont Vogt. Diese seien wie kleine Eiskügelchen in die Schneedecke eingelagert. Vogt: "Das ist dann wie ein großes Kugellager. So können ganz Hänge ins Rutschen kommen." Es braucht also nicht mal einen Skifahrer, der sich hier bewegt. Allein das Zusatzgewicht des Neuschnees kann eine Lawine auslösen.

Skifahren nur auf präparierten Pisten

Vogt rät Skifahrern, unbedingt auf den präparierten Pisten zu bleiben. Er betont: Am Pistenrand beginnt der freie Skiraum. "Man schwingt zwar gefühlsmäßig im Pistenbereich und sieht die anderen Skifahrer auch noch, ist aber bereits im Neuschnee und Tiefschnee." Gerade so habe es immer wieder tödliche Unfälle gegeben.

"Auch wer nur wenige Meter neben der Piste fährt, bringt sich in Gefahr." Ernst Vogt, Lawinen-Experte von der BR-Bergsteigerredaktion

Tourengeher aufgepasst!

Auch Tourengehern und Schneeschuhwanderern rät Vogt zur Vorsicht. "Die suchen natürlich immer den Neuschnee und Hänge abseits der Pisten." Aber: Wer keine alpine Erfahrung hat, der sollte sich laut Vogt an diesem Wochenende nicht in freien Hänge bewegen. "Selbst erfahrene Wintersportler können die heikle Lawinenlage oft schwer einschätzen", so Vogt. Auch für Profis gilt: Lieber flachere Pisten wählen und große, steile Hänge meiden.