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Ein Arzt soll im Impfzentrum in Bobingen aus Versehen eine Neunjährige geimpft haben (Symbolbild)

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    Neunjährige versehentlich gegen Corona geimpft – Arzt gekündigt

    Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen einen Arzt aufgenommen. Er soll am Impfzentrum in Bobingen eine Neunjährige gegen Corona geimpft haben, wegen eines Missverständnisses.

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    Von
    • Susanne Kredo
    • Beate Mangold

    Eigentlich sollte eine Neunjährige ihren Vater am Samstag nur ins Impfzentrum des Landkreises Augsburg in Bobingen begleiten. Doch dann bekam sie selbst die Spritze - obwohl der Biontech-Impfstoff in Deutschland erst ab zwölf Jahren erlaubt ist.

    Bei der Impfung des Vaters soll es zu einem Missverständnis mit dem Impfarzt gekommen sein, in dessen Folge der Impf-Arzt das Mädchen gegen Corona geimpft haben soll. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, wird nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen den Mediziner ermittelt.

    Arzt soll Scherz missverstanden haben

    Der Vater schilderte den Vorfall einem lokalen Augsburger Radiosender. Demnach soll der Arzt mit dem Mädchen gescherzt und es gefragt haben, ob es Angst vor Spritzen habe. Dann soll der Arzt den Arm der Neunjährigen desinfiziert und ihr den Impfstoff verabreicht haben.

    Laut den Anwälten des Betreiberunternehmens hatte der Vater zu dem Arzt gesagt, dass seine Tochter geimpft werden müsse. Dies sei scherzhaft gewesen. Der Arzt habe diesen Scherz aber nicht erkannt und angenommen, es handle sich bei dem Mädchen um eine gefährdete Risikopatientin. Daraufhin habe er ihr die Impfung gegeben. Dies habe der Arzt in einer schriftlichen Stellungnahme dem Unternehmen erklärt.

    Unmittelbar nach Impfung keine Nebenwirkungen

    Das Mädchen wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und blieb dort 24 Stunden zur Beobachtung. Inzwischen sei sie wieder zu Hause und es gehe ihr gut. Den Anwälten des Betreiberunternehmens zufolge handelt es sich bei dem Vorfall um ein individuelles Versagen des zuständigen Arztes. Das Betreiberunternehmen habe das Beschäftigungsverhältnis mit dem Arzt unverzüglich aufgehoben.

    Vater hatte Anzeige erstattet

    Das Augsburger Landratsamt verweist in einer knappen Stellungnahme darauf, dass die Betreiberfirma die Abläufe im Impfzentrum Bobingen verantworte. Bereits am Samstag habe das Landratsamt die Regierung von Schwaben, den Freistaat Bayern und die Staatsanwaltschaft Augsburg informiert, so ein Behördensprecher. Der Vater hatte Anzeige bei der Polizei erstattet. Der Betreiber verweist darauf, dass die Anweisungen, Abläufe und Mechanismen ständig überwacht und die Mitarbeiter sorgfältig ausgewählt würden.

    In Deutschland ist eine Immunisierung mit dem Vakzin von Biontech inzwischen für Kinder ab zwölf Jahren erlaubt, Jüngere dürfen keine Impfung erhalten.

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