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Ein Feldhase auf einem abgeernteten Feld
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Andreas Wenleder
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Ein Feldhase auf einem abgeernteten Feld

Im Landkreis Schwandorf haben sich neun Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der sogenannten Hasenpest angesteckt. Acht der Jäger haben sich wohl vergangene Woche bei einer Treibjagd in der Nähe von Nabburg infiziert. Ein Jäger hat sich vermutlich bei seinem Hund angesteckt. Die neun Jäger werden derzeit im Krankenhaus in Amberg auf der Isolierstation behandelt.

Hasenpest zeigt grippeähnliche Symptome

Insgesamt acht Hasen haben die Männer vergangene Woche erlegt. Eines der Tiere könnte die Hasenpest (Tularämie) übertragen haben, teilt das Landratsamt in Schwandorf mit. Die Hasenpest führt bei Menschen zu grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Husten sowie Kopf- und Gliederschmerzen. Im Normalfall ist sie mit Antibiotika gut behandelbar. Wird sie aber nicht erkannt, können Patienten auch daran sterben.

Der Nachweis der Krankheit ist schwierig. Erst nach Tagen sind Antikörper im Blut nachweisbar. Bei den betroffenen Männern, kann deshalb erst morgen ein aussagekräftiger Test durchgeführt werden. Das Ergebnis des Tests wird das auswertende Robert-Koch-Institut voraussichtlich erst in der kommenden Woche liefern können. Solange bleiben die Jäger im Krankenhaus, teilt das Landratsamt Schwandorf mit.

Drei von vier verkauften Hasen wurden zurückgeholt - ein Hase ist noch im Umlauf

In diesem Fall könnten sich die acht Jäger beim Ausnehmen eines infizierten Hasen nach der Treibjagd angesteckt haben. Auch wenn Hasenfleisch nicht komplett durchgebraten wird, können sich Menschen anstecken. Das ist auch in diesem Fall ein Problem, da vier der acht Hasen von den Jägern verkauft worden sind. Drei dieser Tiere konnten die Jäger zurückholen, weil sie die Käufer kannten. Einen Käufer kannten sie nicht, weshalb dieser Hase noch im Umlauf ist.

Jäger haben bei einer Treibjagd acht Hasen erlegt

Jäger haben bei einer Treibjagd acht Hasen erlegt

Geringe Gefahr für Spaziergänger

In Bayern sind in den beiden vergangenen Jahren nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit jeweils 13 Menschen mit einer Hasenpestinfektion gemeldet worden. Von einer Infektion mit dem Hasenpest-Erreger sind besonders Jäger bedroht, die direkten Kontakt mit kranken Tieren haben. Für normale Wald- und Wiesenspaziergänger besteht dagegen nur eine sehr geringe Gefahr. Da infizierte Hasen aber oft apathisch werden, sollten Hasen, die nicht flüchten, auf keinen Fall gestreichelt werden.