BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Neuhütten: 469 Liter Heizöl in See gelandet | BR24

© BR Fernsehen

Eine Panne bei der Belieferung eines Hofs mit Heizöl hat in Neuhütten zu einer größeren Umweltverschmutzung geführt. 469 Liter Öl gelangten in einen See in der Ortsmitte. Die Feuerwehr saugte den Ölfilm ab. Angler sorgen sich um die Fische im See.

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Neuhütten: 469 Liter Heizöl in See gelandet

Eine Panne bei der Belieferung eines Hofs mit Heizöl hat in Neuhütten zu einer größeren Umweltverschmutzung geführt. 469 Liter Öl gelangten in einen See in der Ortsmitte. Die Feuerwehr saugte den Ölfilm ab. Angler sorgen sich um die Fische im See.

1
Per Mail sharen
Teilen

Das Heizöl war am Dienstag (17.12.19) bei der Anlieferung statt in die Tanks über einen Regenablauf in einen verrohrten Bach und von dort weiter über einen offenen Bach in den Grimmwiesensee mitten im Ort geflossen. In einer stundenlangen Aktion waren Feuerwehrleute aus Neuhütten, aus Lohr und Marktheidenfeld damit beschäftigt, das Öl zu binden. Mit Schlingen bauten sie eine Ölwehr auf. Die Spezialölpumpe zog die Feuerwehr am Mittwoch wieder ab. Fachfirmen spülten den Kanal und reinigten den Hof. Doch der dünne Ölfilm ist auch am Donnerstag noch nicht verschwunden.

Angler über Verschmutzung des Teichs verärgert

Besonders verärgert über diesen Vorfall sind die Mitglieder des örtlichen Anglervereins: Sie haben den Landschaftssee von der Gemeinde gepachtet und wissen nicht, wie sehr ihr Fischbesatz mit verschiedenen Forellenarten, Hecht, Weißfischen von dem Heizöl in Mitleidenschaft gezogen ist. Die Angler sprechen bei den Fischen von einem Wert von 30 000 Euro. Eine Fischuntersuchung könnte klären, was die Fische abbekommen haben.

Untersuchung der Fische würde ins Geld gehen

Die Untersuchung eines einzigen Fisches soll laut Christian Kunkel, dem Kassier des Angelvereins 1.500 Euro kosten. Um eine verlässliche Aussage über den Zustand des gesamten Fischbestands zu erhalten, müssten mehrere Sorten untersucht werden und nach ein paar Monaten noch einmal. Die Wasserwirtschaftsbehörde sieht keine Notwendigkeit, eine Probe zu ziehen, weil das Gewässer nicht an einen Gewerbetreibenden verpachtet ist und so keine Gefahr bestünde, dass die Fische in den Verkauf zum Verzehr gelangen. Bei den privaten Anglern würde es sich um Eigenbedarf handeln.

Kontaminierte Fische können Schadstoffe abbauen

Bürgermeister Edmund Wirzberger steht hinter den Anglern und ist der Meinung, Wasserwirtschaftsamt oder Fischereiverband müssten eine Probe in Auftrag geben. Ein Sprecher des Fischereiverbands erklärte am Donnerstag, dass die Fische so einen Ölunfall überleben, aber die Schadstoffe die Qualität des Fischfleisches mindern würden. Die Schadstoffe würden sich mit der Zeit abbauen, sollten sie von den Fischen aufgenommen worden sein. Im Grimmwiesensee darf jetzt erst einmal nicht geangelt werden.

Fischereifachberater: Wasserwirtschaftsamt soll Proben nehmen

Die Angler hatten Wolfgang Silkenat, den Fischerfachberater vom Bezirk, eingeschaltet. Silkenat riet dazu, wegen der Probenziehung das Wasserwirtschaftsamt als zuständige Behörde anzusprechen. Das Amt wollte aber die Probe nicht ziehen, da es sich um kein öffentliches Gewässer handelt und nicht an einen Gewerbetreibenden verpachtet ist. So bestehe keine Gefahr, dass die Fische in den Verkauf zum Verzehr gelangen. "Der Umweltschaden ist im Prinzip der gleiche", kann Gewässerwart Huth eine solche Argumentation nicht verstehen.

Verursacher des Ölunfalls will Fischproben zahlen

Der örtliche Anglerverein mit seinen 100 Mitgliedern als Pächter des Sees fühlt sich mit den Folgen des Unfalls allein gelassen. Am Donnerstag hat Vorstandsmitglied und Gewässerwart Florian Huth dem Verursacher des Ölunfalls den Schaden gemeldet und eventuelle Regressansprüche angemeldet. Der Fischbestand habe einen Wert von 30 000 Euro. Den Anglern wurde mündlich zugesichert, dass sie Fischproben für eine Laboruntersuchung ziehen dürfen. Man gebe den See erst wieder frei, wenn die Fische einwandfrei sind, so Huth. Der Gewässerwart will vor allem wissen, wie es mit dem Grimmwiesensee weitergeht und wer den Uferbereich reinigt.