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Die Erlanger Strahlenklinik hat einen sogenannten Linearbeschleuniger erhalten. Das Bestrahlungsgerät ermöglicht laut Klinik viele Vorteile in der Krebstherapie.

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Neuestes Bestrahlungsgerät für Krebstherapien an Erlanger Klinik

Die Erlanger Strahlenklinik hat einen Linearbeschleuniger, ein hochmodernes Bestrahlungsgerät, erhalten. Das Gerät soll viele Vorteile in der Therapie bringen. Für die Installation waren sogar Umbauten am Gebäude der Klinik nötig.

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Von
  • Nicolas Eberlein

Mit dem Linearbeschleuniger können Krebs- und Tumorbehandlungen an der Strahlenklinik der Universitätsklinik Erlangen schonender für die Patienten durchgeführt werden. Das System mit dem Namen "Halcyon" könne Tumore so präzise wie möglich bestrahlen und dabei gesundes Gewebe schonen, so die Klinik. Auch seien bessere Ergebnisse in kürzeren Sitzungen möglich. Durch technische Neuerungen liefere das Gerät darüber hinaus auch schärfere Bilder der Tumore, heißt es in einer Mitteilung.

Hilfe bei der Bestrahlung von Tumoren

Deutschlandweit einzigartig sei das Oberflächenkamerasystem, sagt der Direktor der Strahlenklinik, Prof. Dr. Rainer Fietkau. "Es vereinfacht die exakte Positionierung des Körpers, überwacht diese während der Bestrahlung und kann so sicherstellen, dass die Patienten den Atem-Anweisungen Folge leisten, damit der Tumor beispielsweise nur beim Ausatmen bestrahlt wird." Letzteres sei wichtig, da sich durch die Bewegungen der Lungenflügel auch die Lage des Tumors verändern kann.

Laut Mitteilung handelt es sich bei dem Halcyon um ein verhältnismäßig kompaktes Gerät. Dennoch waren am Uni-Klinikum Erlangen vor der Installation Umbauten am Gebäude nötig. Durch die bessere Strahlenabschirmung des Geräts war jedoch keine Verbesserung des Strahlenschutzes im Raum erforderlich.

Linearbeschleuniger mit speziellen Einsatzgebieten

Das Klinikum rechnet damit, den neuen Linearbeschleuniger zehn bis 15 Jahre im Einsatz zu haben. Das neue Halcyon-Gerät ist der fünfte Linearbeschleuniger am Klinikum. Jedes dieser Geräte habe spezielle Einsatzgebiete, von der bewegungsgesteuerten Bestrahlung bis zur sogenannten stereotaktischen Radiotherapie von Hirntumoren, so Fietkau weiter.

Hohe Behandlungsdosis bei Schonung des gesunden Gewebes

Als sogenannte stereotaktische Behandlung wird eine hochpräzise Bestrahlung von kleinen Zielvolumina mit Durchmessern von ca. 5 Millimetern bis 5 Zentimetern bezeichnet, wie die Klinik auf ihrer Webseite erklärt. Weiter heißt es: "Das Volumen wird dabei aus verschiedenen Richtungen mit mehreren Bestrahlungsfeldern, die sich alle im Zielgebiet überlagern, erfasst. Durch diese Anordnung wird eine hohe Behandlungsdosis im Zielvolumen bei gleichzeitiger Schonung des umliegenden Normalgewebes erreicht."

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