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Neues Modell? Wunsiedel probt Corona-Gurgeltest bei Schülern | BR24

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Nicht lang schnacken, Kopf in den Nacken: In Wunsiedel wird gegurgelt.

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Neues Modell? Wunsiedel probt Corona-Gurgeltest bei Schülern

Bereits im vergangenen Herbst waren erstmals Gurgeltests in Verbindung mit Corona angewendet worden. Nun werden die Mundspülungen bei Schülern im Landkreis Wunsiedel getestet. Sie könnten eine Lösung für Schulöffnungen bei hohen Inzidenzwerten sein.

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Von
  • BR24 Redaktion

Die Grundschüler der Notbetreuung im Landkreis Wunsiedel gurgeln zwei Mal pro Woche mit einer Kochsalzlösung. "Das schmeckt ein bisschen salzig, aber ist eigentlich ganz angenehm", meinte Ingrid Badzim-Imme vom Betreiber eines Testlabors. Nach dem Gurgeln spucken die Kinder die Lösung durch einen Trichter in ein Röhrchen. Der Landkreis Wunsiedel will nun weitere Gurgeltests an Grundschulen durchführen. Das Verfahren werde seit vergangener Woche in den Notgruppen der Grundschulen angewendet und habe inzwischen viel Aufmerksamkeit erregt.

Wirkung von Corona-Gurgeltests umstritten

Die Gurgeltests wurden bereits im vergangenen Jahr erprobt. Einigkeit ob der Wirksamkeit der Methode herrscht aber offensichtlich nicht. Bis Dezember hatte es keine wissenschaftlichen Belege gegeben, dass Mundspüllösungen wirklich sinnvoll seien. Andere Forscher behaupteten indes, die Genauigkeit des Tests sei vergleichbar mit dem Abstrich-Verfahren.

Nicht nur Schulen in Wunsiedel testen mit Mundspülung

Aktuell ist der Gurgeltest aber wieder in vieler Münder. Neben Wunsiedel wird momentan auch an einem Krankenhaus in Regensburg eine solche Studie durchgeführt. Beteiligt sind Schulen in Erlangen, Nürnberg, Passau und Regensburg. Auch im Landkreis Cham startet ein Modellversuch mit Gurgeltests in einer Grundschule. Die Tests könnten eine Lösung für Schulöffnungen trotz hoher Corona-Infektionszahlen sein, meinte Wunsiedels Landrat Peter Berek (CSU) mit Blick auf das Infektionsgeschehen vor allem in Ostbayern.

Denn derzeit gilt die Regel, dass in Regionen mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen Schüler derzeit von zu Hause aus lernen müssen. Ausnahmen gelten für Abschlussklassen. Nach den Osterferien sollen auch Viertklässler in Corona-Hotspots in die Schule gehen dürfen – dann aber voraussichtlich verbunden mit einer Testpflicht.

PCR-Test bei positiven Speicheltests

Zurück zu den gurgelnden Schülern in Wunsiedel: Im Labor würden fünf Proben der Kinder zusammengekippt und mit einem PCR-Test auf eine Infektion untersucht, erklärt Badzim-Imme. Fällt der Test positiv aus, werde die Schule noch vor Unterrichtsbeginn am nächsten Tag per E-Mail informiert. Die betroffenen fünf Schüler müssten sich dann in einem Testzentrum erneut testen lassen. Das Verfahren koste weniger als 20 Euro pro Schüler und Woche.

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