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Neues 5G-Mobilfunknetz wird auf dem Land getestet | BR24

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Nicht nur in manchen Großstädten, sondern auch auf dem Land laufen derzeit Pilotprojekte zum Mobilfunknetz 5G. Es soll in den nächsten Jahren die bisherige Übertragungstechnik ablösen. Zwei Testgebiete liegen in der Oberpfalz.

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Neues 5G-Mobilfunknetz wird auf dem Land getestet

Nicht nur in manchen Großstädten, sondern auch auf dem Land laufen derzeit Pilotprojekte zum Mobilfunknetz 5G. Es soll in den nächsten Jahren die bisherige Übertragungstechnik ablösen. Zwei Testgebiete liegen in der Oberpfalz.

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Filme auf dem Handy anschauen, ohne lästigen Download und ganz ohne WLAN: Das verspricht die neue Mobilfunktechnik 5G. Sie ist eine Erweiterung der bisherigen LTE-Technik. Das Mobilfunknetz der 5. Generation (daher 5G) soll eine viel größere Datenmenge transportieren. Aber: Es braucht auch ein viel dichteres Antennen-Netz und deutlich mehr Kapazitäten in den deutschen Rechenzentren. Dort dürfte nach einer Prognose der Uni Aachen im Auftrag von E.ON der Stromverbrauch durch das 5G-Netz binnen fünf Jahren um das 30-fache ansteigen.

"Das ist genug Strom, um eine Jahr lang die Städte München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg zu versorgen. (...) Die 5G-Technologie überträgt deutlich mehr Daten als die aktuelle LTE-Technologie." Markus Nitschke, Sprecher des Energiekonzerns E.ON

Den meisten Strom würde das Abrufen von Filmen kosten. Doch die größere Datenrate durch die 5G-Technik eröffnet neue Möglichkeiten bei der Steuerung von Industrieprozessen oder in der Medizin.

Pilotprojekt in Weiden zur Telemedizin

An der Ostbayerischen Technische Hochschule in Weiden ist im Herbst ein Förderprojekt vom Bund angelaufen. Ziel: Den Nutzen von 5G zum Beispiel in der Telemedizin auf dem Land zu testen. Je besser und schneller die Datenrate, desto eher kann ein Patient schon aus der Ferne von Medizinern begutachtet werden. Beispielsweise, in dem das OP-Team in der Klinik schon aus dem Krankenwagen ausführliche Daten erhält.

"Die Ärzte im Operationssaal könnten sich dank der in Echtzeit erhaltenen Daten aus dem Krankenwagen besser vorbereiten. Bei Schlaganfall-Patienten können oft Minuten entscheiden." Projektleiter Prof. Dr. Steffen Hamm, Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden

Für Steffen Hamm könnte dank 5G künftig auch die Steuerung eines Pflegeroboters aus der Ferne möglich werden. Ebenso die Steuerung eines OP-Roboters.

Pilotprojekt in Birgland zum autonomen Fahren

Doch bis ein flächendeckendes 5G-Netz für Mobilfunk steht, könnten noch Jahre vergehen. Schneller dürfte es nach Expertenmeinung zur industriellen Anwendung kommen. Zum Beispiel, wenn Produktionsroboter miteinander in Echtzeit kommunizieren müssen. Oder wenn autonome Fahrsysteme über 5G koordiniert werden sollen. Vodafone testet das gerade in Birgland in der Oberpfalz. Dafür reichen gezielt aufgestellte Antennenmasten entlang dieser Strecken.

Diskussion über mögliche Gesundheitsgefahren

Weil 5G-Strahlen aber weniger weit reichen als bisherige Mobilfunkstrahlen, bräuchte es ein viel dichteres Antennennetz. Und damit hat längst eine Diskussion über neue Gesundheitsgefahren begonnen. Klar ist wohl, dass die 5G-Strahlen nicht so tief in den menschlichen Körper eindringen. Doch was sie oberflächlich bewirken – zum Beispiel auf der Haut – muss erst noch erforscht werden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz setzt auf begleitende Forschung zum 5G-Ausbau. Kritiker wie Toni Stöckelmaier von der Amberger Bürgerinitiative „5G freie Zukunft“ fordern einen Ausbau-Stopp, "bis die biologischen Auswirkungen auf die Menschen, die Tiere und die Natur erforscht sind".

Mobile Empfangsgeräte Hauptstrahlungsquelle

Einig sind sich die meisten Experten zumindest darin, dass die höchste Strahlung im Mobilfunk für den Menschen nicht von Sendeanlagen ausgeht, sondern vom Handy oder Tablet selbst. Auch wenn es wegen der gültigen Strahlungsgrenzwerte keine Gesundheitsgefahr sieht, rät selbst das Bundesamt für Strahlenschutz dazu, zum Beispiel das direkte Telefonieren am Ohr zu beschränken.