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Neueröffnung trotz Corona: Unverpackt-Laden in Kaufbeuren | BR24

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Viele Läden mussten wegen Corona schließen, ihre Inhaber machen sich große Sorgen. Und genau in dieser Zeit der Ungewissheit eröffnet mitten in der Kaufbeurer Altstadt ein Lebensmittelgeschäft: Der Unverpackt-Laden "Frohnatur".

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Neueröffnung trotz Corona: Unverpackt-Laden in Kaufbeuren

Leere Innenstädte, geschlossene Läden - Corona trifft Geschäftsleute besonders hart. Und genau in dieser Zeit der Ungewissheit geht in der Kaufbeurer Altstadt ein neues Geschäft an den Start: ein sogenannter Unverpackt-Laden.

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"Frohnatur" haben die Initiatoren den neuen Unverpackt-Laden in Kaufbeuren genannt. Per Crowdfunding haben sich zehn Kaufbeurer den Traum von ihrem eigenen Geschäft erfüllt. Am Samstag ist Eröffnung - mitten in der Coronakrise.

Seit Monaten laufen Vorbereitungen für Kaufbeurer Unverpackt-Laden

Noch hat das Team alle Hände voll zu tun: Ware einräumen, den Laden herrichten, alles vorbereiten für die Eröffnung. Seit Monaten werkeln Tobias Bauer und seine Mitstreiter hier, um in dem alten Schreibwarengeschäft in der Kaufbeurer Altstadt ihre Idee für einen Unverpackt-Laden zu verwirklichen. Am Wochenende ist es also soweit.

"Wir freuen uns riesig", sagt Bauer, "das wird eine große Erleichterung für uns alle sein." Das ganze Team fiebere auf den Samstag hin. Kunden können künftig bei "Frohnatur" unverpackte Lebensmittel und Drogerieartikel kaufen.

Hygiene-Vorschriften wegen Corona werfen Fragen auf

Doch auch hier hat Corona vieles auf den Kopf gestellt: Der Zeitplan ist durcheinander geraten, Ware konnte zum Teil nicht geliefert werden. Und die neuen Hygiene-Vorschriften zum Umgang mit dem Virus werfen viele Fragen auf, wie Bauer deutlich macht: "Wie viele Leute lassen wir in den Laden, wie fassen wir was an?"

Zunächst plane das Team eine Mittagspause ein, um in dieser Zeit den Laden zu desinfizieren. "Wir hätten auch gerne eine Eröffnungsfeier gemacht", so Bauer, "das fällt jetzt flach." Immerhin könne der Laden geöffnet werden: "Da sind wir sehr froh drum." Die Ware können Kunden in mitgebrachte Gefäße abfüllen. Einwegverpackungen aus Plastik und Aluminium sind hier tabu.

Mit Handschuhen und Schaufel gegen Ansteckungsgefahr

Unverpackte Lebensmittel in Zeiten von Corona? Manche sind da skeptisch. Susanne Friedrich-Würfel vom "Frohnatur"-Team ist aber überzeugt, dass die Ansteckungsgefahr hier auch nicht größer ist als im normalen Supermarkt: "Der Kunde greift ja nicht mit bloßen Händen in den Oregano oder in die Nudeln", sondern mit einer Schaufel.

Außerdem seien Baumwollhandschuhe und Einmalhandschuhe verfügbar. Zusätzlich würden die Oberflächen desinfiziert. "Und wenn jemand große Bedenken hat, kann er auch den Korb hinstellen und sagen: 'Befüllt mir das'", so Friedrich-Würfel.

Eröffnungsfeier im Unverpackt-Laden verschoben

Damit alles rechtzeitig zur Eröffnung fertig wird, schuftet das "Frohnatur"-Team seit Tagen fast ohne Pause. Der Endspurt bedeutet viel Stress für alle Beteiligten, aber ein Ende ist zum Glück in Sicht: "Wenn die Leute reinwinken und sagen: 'Wann macht ihr jetzt auf?' Das spornt noch mal so richtig an - und das können wir jetzt auch gebrauchen."

Wegen der Coronakrise fällt die Eröffnungsfeier im neuen Unverpacktladen zwar zunächst aus. Sie wird aber sicher nachgeholt, wenn die ganze Sache ausgestanden ist.

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