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Stefan Tilch, der neue Verbandsvorsitzende Thomas Pröckl und Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman

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    Neuer Vorsitzender für das Landestheater Niederbayern

    "Kunst und Kultur sind systemrelevant", das sagt der neue Vorsitzende des Landestheaters Niederbayern Thomas Pröckl. Er übernimmt das Amt in der vermutlich schwierigsten Phase in der Geschichte des Landestheaters Niederbayern.

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    Von
    • Harald Mitterer
    • BR24 Redaktion

    Der niederbayerische Bezirkstagsvizepräsident Thomas Pröckl ist neuer Vorsitzender des Landestheaters Niederbayern. Bei der Sitzung des Zweckverbandes Landestheater Niederbayern wurde er einstimmig als Nachfolger von Manfred Hölzlein gewählt. Pröckl hat den Vorsitz des Ausschusses für Kultur-, Jugend- und Sportförderung des Bezirks inne und gilt als ausgewiesener Kulturkenner.

    Corona-Pandemie schränkt kulturelles Leben stark ein

    Und er weiß offenbar, worauf er sich einlässt: Der neue Verbandvorsitzende sagte nach seiner Wahl, er übernehme dieses Amt in der vermutlich schwierigsten Phase in der Geschichte des 1952 gegründeten Landestheaters Niederbayern. Die Corona-Pandemie habe unser aller Leben massiv verändert und eingeschränkt – in vielerlei Hinsicht. Kunst und kulturelles Leben fänden derzeit kaum noch statt, so Pröckl.

    Künstlerinnen und Künstler bangen um ihre Existenz

    Theater und Bühnen, auch die drei Spielstätten des Landestheaters Niederbayern in Landshut, Straubing und Passau seien geschlossen. Künstlerinnen und Künstler sowie alle, die auch hinter den Kulissen dafür sorgen, dass Kultur überhaupt stattfinden kann, bangten um ihre Existenz. Doch es gehe nicht nur um wirtschaftliche Fragen. Der Daseinszweck des Schauspielers sei das Spielen, der des Sängers das Singen und der des Regisseurs das Inszenieren.

    "Deshalb ist es nach meiner Überzeugung neben aller notwendigen staatlichen finanziellen Unterstützung so wichtig, dass die Theater wieder öffnen können, dass Kunst und Kultur wieder stattfinden und dass sich die Künstler und ihr Publikum wieder begegnen und austauschen." Thomas Pröckl, neuer Vorsitzender des Landestheaters Niederbayern

    Probleme in Landshut: Landestheater spielt seit Jahren im Zelt

    Dazu kämen die speziellen Probleme in Landshut, wo das Landestheater seit Jahren in einem Ausweichzelt am Stadtrand spielen muss, weil das historische Theatergebäude im Bernlochnerkomplex aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. Diese Problematik werde laut Pröckl durch die Corona-Krise derzeit nur überdeckt: "Das Theaterzelt ist und bleibt ein Provisorium und stellt in vielerlei Hinsicht eine Zumutung für die Menschen dar, die hier arbeiten."

    Kunst und Kultur seien nicht nur in Metropolen wichtig

    Auch wenn der Staat und mit ihm die Kommunen in den kommenden Jahren stark beansprucht sein werden, die Folgen der Corona-Pandemie finanziell aufzuarbeiten, steht für den Bezirkstagsvizepräsidenten fest, dass "Kunst und Kultur kein Genussmittel, sondern ein Lebensmittel sind und als solches systemrelevant" – nicht nur in Metropolen, sondern auch und gerade im ländlichen Raum.

    Landestheater Niederbayern müsse Gespräch mit dem Freistaat suchen

    Daher werde man als Zweckverband zu gegebener Zeit das Gespräch mit dem Freistaat Bayern suchen müssen, ohne damit die Stadt Landshut von ihrer satzungsgemäßen Verpflichtung und Verantwortung, eine geeignete Spielstätte zu stellen, entbinden zu wollen.

    Der Bezirk Niederbayern ist neben den Städten Landshut, Passau und Straubing Mitglied im Zweckverband Landestheater Niederbayern und finanziert den Betrieb des Landestheaters mit. Für 2020 wurden im Bezirkshaushalt dafür rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt, des weiteren ein Barzuschuss von 52 000 Euro.