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Mit ihrem Vorschlag für das neue ICE-Werk in Nürnberg wollen die Grünen vermeiden, dass Waldfläche gerodet werden muss.

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    Neuer Vorschlag für ICE-Werk in Nürnberg soll Rodung verhindern

    Die Grünen in Nürnberg haben der Deutschen Bahn zum geplanten ICE-Werk in Nürnberg einen Alternativvorschlag unterbreitet. Damit wollen sie verhindern, dass für das neue Werk großflächig Wald abgeholzt wird.

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    Von
    • Roland Zimmermann

    Das Planungsbüro "Quadra Ingenieure GmbH" aus Nürnberg hat im Auftrag der Grünen eine Kompaktversion des geplanten ICE-Werkes erarbeitet. Diese Version benötigt nach eigenen Angaben nur etwa die Hälfte der Fläche, erfülle aber sämtliche Ansprüche der Bahn. Damit könnte, so die Grünen, die großflächige Rodung von Waldflächen vermieden werden.

    Waldgebiete in Gefahr

    Die Pläne der Bahn sehen aktuell einen Flächenbedarf von bis zu 46 Hektar und eine Grundstückslänge von bis zu 5,5 Kilometer vor. Ein Bauplatz dieses Ausmaßes steht im Raum Nürnberg ohne Zerstörung von großflächigen Waldgebieten nicht zur Verfügung. Dies wollen die Grünen nicht hinnehmen, obwohl sie für eine Verkehrswende eintreten.

    Der Alternativvorschlag ermöglicht nach ihren Angaben der Bahn auch neue Standorte in ihre Planung einzubeziehen, die deutlich umweltfreundlicher seien. Vielleicht sei das neue ICE-Werk dann doch sogar auf dem Gelände des Rangierbahnhofs möglich, so ihre Hoffnung.

    ICE-Werk in Nürnberg: Was will die Bahn?

    Die Bahn will bis zum Ende dieses Jahrzehnts im Großraum Nürnberg ein neues ICE-Werk für die künftig deutlich längeren ICE-Züge bauen. Dafür benötigt sie eine Fläche von bis zu 46 Hektar. Vorgesehen sind dafür sieben Standorte. Von diesen liegen zwei in Nürnberg, zwei in der südöstlich benachbarten Marktgemeinde Feucht und je einer in Allersberg (Lkr. Roth), Fürth und Baiersdorf (Lkr. Erlangen-Höchstadt).

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    ICE-Betriebswerk im Raum Nürnberg

    Wunschstandort der DB ist ein Waldstück zwischen den beiden Stadtteilen Fischbach und Altenfurt im Südosten von Nürnberg. Dagegen gibt es seit der Bekanntgabe dieses Standortes im Oktober vergangenen Jahres massiven Protest der Anwohner und von Umweltverbänden.

    Deutsche Bahn prüft Standorte für ICE-Werk

    Die Deutsche Bahn untersucht zurzeit alle sieben möglichen Standorte auf ihre Eignung. Diese Untersuchung soll bis Mitte April abgeschlossen sein. Danach will die Bahn alle davon betroffenen Kommunen darüber informieren. Geplant sind auch Bürgerdialoge, wenn die Pandemie dies zulässt.

    Im Herbst möchte die DB mit allen sieben Standortvorschlägen ins Raumordnungsverfahren gehen. Drei davon befinden sich ausschließlich auf Waldgebiet.

    Am kommenden Donnerstag (15. April.2021) wird die Bahn in einer Ausschusssitzung die Nürnberger Stadtspitze darüber informieren.

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