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Ein Startup aus Martinsried bei München hat einen weiteren Corona-Schnelltest entwickelt. Er ist schnell, günstig und soll so zuverlässig sein, wie ein PCR-Test im Labor. Wirtschaftsminister Aiwanger hat ihn heute vorgestellt.

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Neuer PCR-Schnelltest aus Bayern verspricht kürzere Wartezeiten

Schneller, billiger und genauso zuverlässig soll er sein: der neue PCR-Test, den eine Martinsrieder Biotech-Firma entwickelt hat. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat diesen Corona-Schnelltest vorgestellt.

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Von
  • Jochen Eichner

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist sichtlich stolz – das betont er auch immer wieder bei der Vorstellung des neuen PCR-Testverfahrens, das ein junges Biotechnologieunternehmen aus Martinsried bei München entwickelt hat.

Schneller und billiger als alle anderen Verfahren soll das Gerät sein - und überall einsetzbar, sagt Aiwanger. Und ebenso genau wie ein Test in einem Labor: "Wir haben mit der Schnelligkeit, mit der Zuverlässigkeit, der Mobilität und der Preiswürdigkeit in meinen Augen das wirklich weltweit beste Produkt aus bayerischer Produktion hier am Markt", so der Wirtschaftsminister.

Ein bisschen größer als eine Haushaltswaage

Die Maschine ist ein wenig größer als eine Haushaltswaage, kann acht Proben gleichzeitig auf Corona untersuchen, und das in fast der gleichen Zeit wie der schnelle, aber eher als nicht ganz so zuverlässig geltende Antigen-Test.

Entwickelt wurde das Gerät von GNA Biosolutions in Martinsried. Der Freistaat hat die Entwicklung mit acht Millionen Euro gefördert und sich ein Vorkaufsrecht für eintausend Testgeräte und eine Million Einzeltests gesichert.

Probenflüssigkeit wird zielgenau erhitzt

Das neue Gerät basiert auf der genauen PCR-Methode. Bei diesem Verfahren wird eine Lösung mehrfach erhitzt und wieder abgekühlt und damit das Erbgut des Covid-Erregers kopiert. Dieser Heiz- und Kühlvorgang dauert normalerweise ziemlich lange. Der Chef von GNA Biosolutions, Federico Bürsgens, erklärt, seine Firma habe ein Verfahren entwickelt, das diesen Heiz- und Kühlprozess ganz örtlich begrenzt in der Probelösung durchführt: "Wir heizen nicht die ganze Flüssigkeit, sondern nur da, wo die Virus-RNA ist", sagt Bürsgens.

Ergebnis in einer Stunde

Normalerweise dauert es bei einem PCR-Test bis zu zwei Tage, bis das Ergebnis vorliegt. Der neue bayerische Schnelltest liefert das Ergebnis in unter einer Stunde. Die Hersteller selbst betonen - der neue Test sei genauso zuverlässig wie der PCR-Test aus dem Großlabor – und fast so schnell wie der als nicht ganz so zuverlässig geltende Antigen-Test. Dazu kommt, dass der bayerische PCR-Schnelltest gleich acht Proben gleichzeitig bearbeiten kann.

Infektiologe: "Sinnvolle Erweiterung des Testangebots"

Der Infektiologe und Mediziner Bernd Salzberger von der Universität Regensburg hält den neuen Schnelltest aus Martinsried für eine willkommene Erweiterung des bisherigen Testangebots. Für einen Schnelltest sei der Ansatz der Martinsrieder Bio-Unternehmer durchaus sinnvoll, meint Salzberger. Es gebe zwar bereits PCR-Schnelltests. Diese seien aber deutlich teurer als das heute vorgestellte Verfahren. Der Preis für den Martinsrieder Schnelltest sei niedriger als bei diesen anderen Schnelltests, erklärt Salzberger

Praxis-Erprobung im Januar

Um die 20 Euro soll ein solcher Test im Einkauf dann kosten, sagt Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Zunächst kauft das Gesundheitsministerium aber nur sechs Geräte – im Januar soll das Verfahren vor Ort ausprobiert werden: in Kliniken, aber auch etwa in Schlachthöfen oder an Flughäfen. Bei dieser Studie im Januar soll es auf seine Praxistauglichkeit getestet werden. Das hält auch Professor Salzberger von der Uni Regensburg für sinnvoll. Das System müsse noch einmal im realen Leben ausgewertet werden: "Und da müssen die Kolleginnen und Kollegen, die das bedienen, schauen, ob das funktioniert", so Salzberger.

Seit 23. Dezember hat das bayerische Testverfahren eine deutschlandweite Zulassung, bis März wollen die Erfinder das Gerät europaweit zulassen.

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Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger setzt große Hoffnungen in den Corona-Schnelltest des Unternehmens GNA Biosolutions aus Martinsried. Der Test auf Basis der PCR-Technologie öffne die Tür dafür, die Corona-Lage besser in den Griff zu bekommen.

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