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Neuer Lärmschutzwall an A3 bei Geiselwind muss abgerissen werden | BR24

© Jürgen Gläser/BR-Mainfranken
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Mehr als zwei Jahrzehnte lang haben die Bürger im unterfränkischen Geiselwind für Lärmschutzmaßnahmen gekämpft. 2019 wurde an der A3 schließlich ein Lärmschutzwall errichtet. Dieser muss nun aber wieder abgebaut werden - ein Schaden in Millionenhöhe.

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Neuer Lärmschutzwall an A3 bei Geiselwind muss abgerissen werden

Mehr als zwei Jahrzehnte lang haben die Bürger im unterfränkischen Geiselwind für Lärmschutzmaßnahmen gekämpft. 2019 wurde an der A3 schließlich ein Lärmschutzwall errichtet. Dieser muss nun aber wieder abgebaut werden – ein Schaden in Millionenhöhe.

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Von
  • Jürgen Gläser

Die A3 Würzburg-Nürnberg wird aktuell zwischen den Autobahnkeuzen Biebelried und Fürth-Erlangen auf 76 Kilometern sechsspurig ausgebaut. Ein fünf Kilometer langer Abschnitt bei Geiselwind im Landkreis Kitzingen ist bereits 2019 fertig gestellt worden. Die Autobahndirektion Nordbayern hatte diesen Abschnitt vorgezogen, weil der Markt Geiselwind im Landkreis Kitzingen über zwei Jahrzehnte lang für Lärmschutzmaßnahmen gekämpft hatte. Ausgerechnet bei dem 800 Meter langen, fertig gebauten Lärmschutzwall zwischen der A3 und Geiselwind geht die Arbeit nun noch einmal von vorne los.

Lärmschutzwall bei Geiselwind wird abgebaut

Der gesamte Lärmschutzwall wird momentan mit Baggern schichtweise abgetragen und danach neu aufgebaut. Auch die Gabionenwand – ein mit Steinen befüllter Stahlkorb, der vor den Wall gesetzt wurde – wird komplett abgebaut. Der gesamte Abriss und Neubau wird Millionen kosten. Wer für die Kosten aufkommen muss, ist noch umstritten.

Lärmschutzwall sei nicht stabil genug

Zuständig für die Bauarbeiten ist die A3 Nordbayern GmbH & Co. KG. Sie bekam zunächst den Auftrag, auf den bereits fertig errichteten Lärmschutzwall zusätzlich noch eine drei bis vier Meter hohe Lärmschutzwand aus Acrylglas und Holzelementen zu setzen. Dafür wurden ab dem 1. Mai 2020 Probebohrungen an dem Lärmschutzwall durchgeführt. "Und dabei haben wir festgestellt: Da passt was nicht – der Wall ist nicht stabil genug, um auch noch die geforderte Lärmschutzwand oben darauf zu errichten", erklärt Thomas Schwenzer, Geschäftsführer der A3 Nordbayern GmbH & Co. KG auf Anfrage des BR.

Ob Lärmschutzwall komplett abgerissen werden muss, ist unklar

Im Bereich Geiselwind ist nun die jeweils rechte Spur in beiden Fahrtrichtung gesperrt. "Wir arbeiten uns Meter für Meter von oben nach unten und prüfen dabei ständig, ob das Restfundament des Walls ausreichend trägt, oder nicht", sagt Thomas Schwenzer. Deshalb sei derzeit noch nicht klar, ob der Lärmschutzwall komplett, bis zur Sole, abgerissen werden muss oder nicht.

Lärmschutzwall war in Geiselwind stark herbeigesehnt

Für die Anwohnerinnen und Anwohner der Ortschaft Geiselwind, die teilweise nur 50 Meter neben der A3 wohnen, bedeutet das, dass Lärm und Dreck wieder von vorne losgehen. Der Aufbau des Lärmschutzwalls, den die Bürgerinnen und Bürger so herbeigesehnt haben, hat fast ein Jahr gedauert. Der Abriss und Neubau könnte ähnlich lange dauern.

Autobahndirektion hat Gutachten in Auftrag gegeben

Die Ausbauarbeiten der A3 bei Geiselwind erfolgten von 2016 bis 2019 unter Federführung der Autobahndirektion Nordbayern. Die Behörde hat bereits ein Gutachten zur Standfestigkeit des Lärmschutzwalls in Auftrag gegeben und muss nun prüfen, ob die Firma, die mit dem Bau beauftragt war, Fehler gemacht hat.

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