BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Sebastian Wintermeier
Bildrechte: BR/Sebastian Wintermeier

Roland Batz (r.) übernimmt im September das Amt des Generalvikars von Michael Fuchs (r.).

8
Per Mail sharen

    Neuer Generalvikar: Dürfen nicht fremdeln den Menschen gegenüber

    Das Bistum Regensburg bekommt im September einen neuen Generalvikar. Nachdem Michael Fuchs den Bischof gut 15 Jahre lang vertreten hat, folgt ihm Roland Batz nach. Die Kirche müsse den Menschen ein Sinnangebot machen, sagt er.

    8
    Per Mail sharen
    Von
    • Sebastian Wintermeier
    • BR24 Redaktion

    Im Bistum Regensburg tritt zum 1. September Roland Batz das Amt des Generalvikars an. Der 57-Jährige übernimmt den Posten von Michael Fuchs, der nach 15 Jahren an der Spitze des Bistums in die Regensburger Pfarrei St. Wolfgang wechselt.

    Vor dem Hintergrund, dass weiterhin viele Katholiken aus der Kirche austreten, sagte Batz nach seiner Vorstellung am Rande einer Pressekonferenz:

    "Wir dürfen nicht fremdeln gegenüber den Menschen, sondern müssen uns den Menschen zuwenden." Roland Batz, designierter Generalvikar

    Kirche lebe vom Vertrauen, so Batz weiter. Zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche müsse das Bistum deshalb neben präventiven Maßnahmen auch die Vergangenheit im Blick behalten und daraus lernen.

    Designierter Generalvikar: Kirche als "Schutzraum für Kinder"

    Aufgabe der Kirche müsse es sein, Strukturen zu schaffen, um Missbrauch zu verhindern und um im Fall eines Missbrauchs schnell reagieren zu können. Ziel sei, dass Eltern keine Sorge haben müssen, wenn sie ihre Kinder etwa in eine Ministranten-Gruppe schicken. Er wolle, dass Kirche ein "Schutzraum für Kinder" ist, sagte Batz.

    Scheidender Generalvikar: "schmerzhafter Lernprozess"

    Mit Blick auf die Missbrauchsfälle im Bistum sagte der amtierende Generalvikar Michael Fuchs: "Wir hätten manches schneller machen können, wir hätten es auch entschiedener machen können." Sich bewusst zu machen, dass es Mitarbeiter und Priester gab, die Missbrauch begangen haben, sei ein "schmerzhafter Lernprozess" gewesen.

    Bistum will Sinnstifter sein

    Grund für die hohe Zahl an Kirchenaustritten sei auch, dass die Gesellschaft heute eher naturwissenschaftlich sowie wirtschaftlich ausgerichtet sei, sagte der designierte Generalvikar Batz. Glaube spiele eine untergeordnete Rolle. Kirche müsse deshalb ein Sinnangebot machen, so Batz: "Ich bin zugleich überzeugt, dass wir Suchende nicht gewinnen durch Nabelschauen und ermüdende Strukturdebatten." Für die Zukunft wolle man offen mit den Menschen diskutieren, sagte auch der amtierende Generalvikar Fuchs. Gerade in der Corona-Zeit würden sich die Menschen viele "Lebensfragen" stellen. Mit den Menschen darüber offen zu diskutieren, sei eine Chance für die Kirche, glaubt er.

    Weiterhin viele Kirchenaustritte

    Im vergangenen Jahr waren im Bistum Regensburg 9.500 Katholiken aus der Kirche ausgetreten, hieß es von der Diözese. Das seien zwar weniger als noch im Vorjahr, als mehr als 10.000 Menschen sich von der Kirche abgewendet hatten. Die Zahl der Austritte sei aber weiter auf hohem Niveau.

    Das Bistum Regensburg zählt laut Kirchenstatistik 1.122.311 Mitglieder.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!