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Neuer Bürgermeister in Bad Füssing: Kaltstart in der Krise | BR24

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In Bad Füssing (Lkr. Passau), Europas meist besuchtem Kurort, tritt der 28-Jährige Tobias Kurz sein Amt am 1. Mai an. Die Aufgabe, die auf ihn zukommt, ist groß.

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Neuer Bürgermeister in Bad Füssing: Kaltstart in der Krise

Der 1. Mai 2020 ist für viele frisch gewählte Bürgermeister in Bayern der erste Tag im Amt. Auf sie warten große Herausforderungen, nicht zuletzt wegen der Coronakrise. Für die meisten dürfte es kein leichter Start werden.

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Von
  • Katharina Häringer

Für rund 800 neu gewählte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in Bayern geht es heute, zum 1. Mai, offiziell los. Gut anderthalb Monate nach der Kommunalwahl fällt ihr Amtsantritt in eine schwierige Zeit. In Bad Füssing (Lkr. Passau), Europas meist besuchtem Kurort, tritt der 28-jährige Tobias Kurz (Bürgerliche Einigkeit Würding) sein Amt an.

Große Probleme für Bad Füssings neuen Bürgermeister

Bad Füssing wirkt wie ausgestorben. Nahezu alles, was den Ort ausmacht, hat Corona-bedingt geschlossen: Thermalbäder, Hotels, Gastronomie. 13.000 Übernachtungsgäste pro Tag hätte der Kurort um diese Zeit. Die fallen alle weg. In so einer Situation als Bürgermeister anzufangen, hätte sich Tobias Kurz nicht träumen lassen.

"Es ist eine gespenstische und bedrückende Situation. Bad Füssing wäre bereit, Gäste zu empfangen. Der Kurpark blüht, aber es sind keine Gäste da. Das ist ein unheimliches Gefühl, so hat man Bad Füssing noch nie gesehen." Tobias Kurz, neuer Bürgermeister von Bad Füssing
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Verlassener Kurort Bad Füssing

Hilferuf nach Unterstützung für Kur- und Heilbäder

Tobias Kurz hat Politik- und Wirtschaftswissenschaften studiert und bis vor wenigen Tagen noch als Verwaltungsangestellter an der Uni Passau gearbeitet. Die Aufgabe, die auf ihn zukommt, ist groß: Bad Füssing hat enorm hohe Ausgaben, die andere 8.000-Einwohner-Gemeinden nicht haben: ein Orchester zum Beispiel und eine Kurgärtnerei, die auch jetzt weiterarbeitet. Kurz plädiert an die Staatsregierung: Auch Kur- und Heilbäder bräuchten unbedingt finanzielle Unterstützung.

"Nur gemeinsam geht es weiter"

Amtsvorgänger Alois Brundobler (Bürgerliche Einigkeit Würding), der nach 18 Jahren altersbedingt nicht mehr antreten durfte, musste in seinen letzten Wochen noch harte Entscheidungen treffen: Er stoppte Bauprojekte und schickte Gemeindemitarbeiter in Kurzarbeit. Brundobler gibt Kurz eines mit auf den Weg. Er müsse es schaffen, dass auch bei schweren Entscheidungen alle an einem Strang ziehen: Gemeinderat, Verwaltung, Betriebe, Gewerbe. Nur so könne diese Krise bewältigt werden.

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Verlassener Kurpark in Bad Füssing