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Neuer Blick auf unsere Erde im Nürnberger Zukunftsmuseum | BR24

© BR/Ferdinand Seiter
Bildrechte: BR

Der Aufbau der Ausstellung im Nürnberger Zukunftsmuseum macht langsam Fortschritte. Noch ist unklar, ob die Ausstellung wie geplant im dritten Quartal 2021 eröffnet werden kann.

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Neuer Blick auf unsere Erde im Nürnberger Zukunftsmuseum

Die Arbeiten an der Ausstellung im Nürnberger Zukunftsmuseum laufen. Die ersten Ausstellungsstücke sind da. Sie sollen in verschiedensten Facetten einen neuen Blick auf unsere Erde bieten. Doch wann die ersten Besucher reindürfen, ist noch offen.

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Von
  • Michael Reiner

Schwarze Klebstreifen sind kreuz und quer am Boden verteilt. Hier sollen einmal die großen Ausstellungsstücke stehen. Eine Handvoll ist schon da. Handwerker und Techniker arbeiten mit Hochdruck. Für einen Blick durch die großen Fenster der Museumsräume auf die Nürnberger Innenstadt haben sie keine Zeit. Im dritten Quartal, so die derzeitige Lesart, soll die Eröffnung für das Zukunftsmuseum im Nürnberger Augustinerhof mitten in der Innenstadt sein. Schon mehrfach wurde der Termin wegen Corona verlegt. Eine Garantie will keiner mehr geben.

Info-Kubus für die Besucher

Beim Baustellenrundgang gewähren die Museums-Macher schon mal einen kleinen Blick in die Ausstellung. Im sogenannten Forum, in dem die Besucher künftig einmal den Rundgang beginnen werden, installieren die Arbeiter derzeit den großen Informations-Kubus. In dem zweigeschossigen Raum werden die Besucher künftig auf neun großen, beweglich aufgehängten LED-Bildschirmen auf die Ausstellung eingestimmt.

Autorennen per Gedankenkraft

Große Objekte wie ein Solarauto und der Prototyp für eine magnetisch angetriebene Hochgeschwindigkeits-U-Bahn stehen bereits an den passenden Stellen. In der Abteilung geht es um urbanes Leben und den Verkehr in der Stadt der Zukunft. In anderen Abteilungen zeigen bisher nur Skizzen an der Wand, was hier einmal geplant ist. Zum Beispiel eine elektrische Autorennbahn, die mittels Hirnströmen quasi durch die Kraft der Gedanken gesteuert werden soll. Je entspannter der Besucher ist, desto schneller soll das Auto fahren. Die Hirnströme werden wie bei einer EEG-Untersuchung in der Klinik vom Kopf des Besuchers abgenommen.

Wetterdaten direkt aus dem Weltall

Einen Stock höher steht die russische Foton-Kapsel, die nach ihrem Flug ins Weltall jetzt in Nürnberg gelandet ist. Hinter ihr werden die Besucher einen spektakulären Blick auf die Erde haben. Unter der Decke hängt ein drei Meter großer Globus. Auf die Kugel können Satellitenbilder projiziert werden. Gerade kalibrieren die Experten die acht Projektoren. Künftig werden hier beispielsweise Wetterdaten von Satelliten zu sehen sein. So können die Besucher den Verlauf von Winden, globalen Meeresströmungen oder die Erhitzung von Kontinenten beobachten. Die Daten werden von Satelliten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geliefert.

Nürnberger Zukunftsmuseum will Fragen aufwerfen

Das Museum will mit diesen Ausstellungsstücken jedoch nicht zeigen, wie die Zukunft aussehen wird, sagt Maike Schlegel, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. "Wir wollen mittels der Objekte Fragen aufwerfen, welche Erwartungen die Besucher an die Zukunft haben. Und wir wollen die Besucher dazu anregen, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie sich eventuell sogar selbst einbringen können." Das Museum soll so einen ganz neuen Blick auf unser Leben und unsere Erde geben.

Mehr als Experimente

Damit unterscheidet sich das Museum, das eine Außenstelle des Deutschen Museums in München ist, von sogenannten Science-Centern. In diesen werden schwerpunktmäßig Mitmach-Experimente gezeigt, sagt der technische Leiter Ansgar Meemken. Im Deutschen Museum Nürnberg erfolge die Annäherung an die Themen dagegen über Exponate, die dann mit interaktiven Angeboten flankiert werden. Außerdem würden die Mitarbeiter in der Nürnberger Ausstellung geschult, Besucher direkt anzusprechen und zu Diskussionen über Zukunftsthemen anzuregen, so Meemken. Insgesamt hat das Museum auf drei Etagen eine Ausstellungsfläche von 2.900 Quadratmetern.

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