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Neuer Augsburger Bischof: So tickt der Mensch Bertram Meier

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Neuer Augsburger Bischof: So tickt der Mensch Bertram Meier

Als Kind spielte er Pfarrer, er geht gerne Wandern und will als normaler Mensch in der Stadt leben: Der designierte Augsburger Bischof Bertram Meier hat im BR-Interview Einblicke gewährt und Stellung bezogen - etwa zur Rolle der Frau in der Kirche.

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Schon als kleines Kind war für Bertram Meier klar: Er will Pfarrer werden. "Meine Mutter musste mir ein Messgewand aus einer Gardine machen und ich habe aus Holzbauklötzen ein Segnungskreuz gebastelt", berichtet er dem BR-Studio Schwaben.

Der designierte Bischof Bertram Meier will weiterhin als ganz normaler Mensch in der Stadt leben, Restaurants besuchen und Freundschaften pflegen, die mit ihm menschlich unterwegs sind, nicht nur kirchlich. Meier ergänzte, zu seinen Hobbys zähle er etwa Fußball - "theoretisch besser als praktisch". Er schaue sich oft Spiele des FC Bayern München und des FC Augsburg an.

Wandern, gutes Essen und Freundschaft

Zudem gehe er gern wandern und gut essen. "Und ich möchte auch nicht auf meine Meran-Urlaube verzichten." Wichtig sei es ihm ferner, seine außerkirchlichen Freundschaften zu pflegen. "Die geben oft die erdigsten Echos." Die positive Resonanz auf seine Ernennung empfinde er nicht als Bürde, er wolle sie als Rückenwind mitnehmen bei seinem Start.

So will er die "Raumplanung 2025" seines Vorgängers Konrad Zdarsa mit Geist und Leben füllen und dafür sorgen, dass trotz des gravierenden Priestermangels ein kirchliches Leben auch auf dem Dorf stattfinden, vielleicht sogar ausgebaut werden könne. Dazu müsse man überlegen, so Meier, wie man wieder mehr junge Menschen für den Beruf des Priesters und Seelsorgers gewinnen könne.

Klare Absage ans Priesteramt für Frauen

Eine klare Absage erteilte Meier dem Priesteramt für Frauen. Bereits Papst Johannes Paul II. habe endgültig festgelegt, dass in der Katholischen Kirche Frauen nicht Priester werden können, hier gebe es keinen deutschen Sonderweg. Nichts Neues auch vom designierten Augsburger Bischof Meier in Fragen der Ökumene.

Die Ökumene habe er schon "mit der Muttermilch eingesaugt", sagte Meier, sein Vater sei evangelisch, seine Mutter katholisch. Doch die Ökumene entscheide sich nicht an der Frage des gemeinsamen Abendmahls oder der Eucharistie. Das Christentum sei in einer multikulturellen und multireligiösen Welt nur schlagkräftig, wenn Christen gemeinsam auftreten würden, ungeachtet ihrer Konfession.

Der Weg zum Bischofsamt

Für den 59 Jahre alten Meier, der in Buchloe im Ostallgäu geboren und in Kaufering im Landkreis Landsberg aufgewachsen ist, geht mit seiner Berufung zum Bischof ein Kindheitstraum in Erfüllung. Meier war von 1996 bis 2001 Leiter der deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatssekretariat und Dozent am deutschen Priesterkolleg in Rom, zur Zeit von Johannes Paul II.

Er war als Seelsorger, Domprediger, Ökumenereferent und als Weltkirchenbeauftragter tätig. Seine Anfänge als Seelsorger erlebte er als Kaplan in Neu-Ulm. Am 21. März wird er in Augsburg zum Bischof geweiht, zuvor muss er am 13. März in München einen Eid auf die Bayerische Verfassung ablegen.