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Neuer Arena-Name: Bund der Steuerzahler dringt auf Ausschreibung | BR24

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Die Stadt Regensburg ist immer noch auf der Suche nach einem Namensgeber für das Stadion. Jetzt fordert der Bund der Steuerzahler, die Namensrechte international auszuschreiben.

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Neuer Arena-Name: Bund der Steuerzahler dringt auf Ausschreibung

Die Stadt Regensburg ist immer noch auf der Suche nach einem Namensgeber für das Stadion. Jetzt fordert der Bund der Steuerzahler, die Namensrechte international auszuschreiben.

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Am Dienstagabend hat der Oberpfälzer Zweitligist SSV Jahn Regensburg das erste Ligaspiel im neuen Jahr und damit sein erstes Heimspiel in der namenlosen Arena. Der vormalige Namensgeber Continental hat aus wirtschaftlichen Gründen den Vertrag nicht verlängert. Der Schriftzug "Continental Arena" wurde bereits entfernt.

2,7 Millionen Euro Minus eingefahren

Die Stadt ist nun auf der Suche nach einem Namensgeber. Der Bund der Steuerzahler macht sich für eine Ausschreibung der Namensrechte stark. "Bei der derzeitig offenbar erheblich defizitären finanziellen Situation wäre es weder zweckmäßig noch ratsam, auf eine Einnahmequelle wie die Vergabe der Namensrechte zu verzichten", teilt der Bund der Steuerzahler in Bayern auf BR-Nachfrage mit.

Bei der letzten Bilanz für das Jahr 2018 hat der Stadionbetreiber, die Stadt Regensburg, noch ein Minus von rund 2,7 Millionen Euro eingefahren. Bereits im Schwarzjahrbuch 2015 hat der Bund der Steuerzahler das Regensburger Stadion als "millionenschweres Prestigeprojekt zu Lasten der Steuerzahler" bezeichnet. An der damaligen Haltung halte man fest, so ein Sprecher.

Den nun veranschlagten Betrag für die Namensrechte von 500.000 Euro pro Jahr erachtet der Bund der Steuerzahler grundsätzlich als angemessen. "Wenn jedoch durch eine europaweite Ausschreibung ein höherer Ertrag insoweit erzielt werden könnte, sollte die Stadt sich angesichts der defizitären Situation hierüber auch Gedanken machen."

Jahn will selbst die Namensrechte

Unter anderem der SSV Jahn Regensburg hat sich gegen eine europaweite Ausschreibung ausgesprochen, da damit auch ein Konkurrent eines bisherigen Sponsors zum Zuge kommen könnte. Stattdessen hat der Zweitligist mit dem Gedanken gespielt, selbst die Namensrechte von der Stadt zu erwerben. "Wir sind in Gesprächen mit der Stadt", bestätigt Martin Koch, Pressesprecher des SSV Jahn Regensburg.

Auch die Stadt Regensburg bestätigt, dass derzeit auch Gespräche mit dem Jahn geführt werden. Der Jahn sei Hauptmieter, der noch dazu erfolgreichen Fußball spiele. Daher prüfe man gemeinsam die Optionen, so Julianne von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt Regensburg. Zu Inhalt und Stand der Verhandlungen gibt es derzeit aber keine Informationen. Man habe Vertraulichkeit vereinbart, so von Roenne-Styra.

Stadionname auch Thema bei Kommunalwahl

Auch wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, bleibt offen. "So schnell wie möglich." Allerdings soll die Findungsphase noch im ersten Quartal des Jahres abgeschlossen sein. Da das Stadion, das derzeit den Übergangsnamen "Arena Regensburg" trägt, eine Liegenschaft der Stadt ist, muss am Ende noch der Stadtrat entscheiden.

Die Debatte um den Stadionnamen dürfte daher auch bei der Kommunalwahl 2020 eine Rolle spielen. Fast alle Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters haben sich bereits zu dem Thema geäußert.

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