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Neue Vorwürfe gegen Schweinfurter Bestattungsunternehmer | BR24

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Särge (Symbolbild)

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    Neue Vorwürfe gegen Schweinfurter Bestattungsunternehmer

    Hat ein Schweinfurter Bestattungsunternehmer in den vergangenen Jahren mehrfach Leichen zum Üben für Auszubildende nach Münnerstadt gefahren? Eine ehemalige Auszubildende berichtete dem Bayerischen Rundfunk von derartigen Vorkommnissen.

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    Die Vorwürfe, die sich gegen den Bestatter richten und die am Donnerstag bekannt wurden, sind nun von einer weiteren ehemaligen Mitarbeiterin bestätigt worden. Laura Krämer hat von Februar 2016 bis Oktober 2017 in dem Bestattungsunternehmen gearbeitet. "Auch ich habe in dieser Zeit mitbekommen, dass Verstorbene des Öfteren nach Münnerstadt gefahren wurden, zu Lehrzwecken", sagte die 28-Jährige am Donnerstagabend dem Bayerischen Rundfunk.

    Bestatter-Auszubildende sollen an Leichen geübt haben

    Bei ihrer eigenen Ausbildung in Münnerstadt habe sie miterlebt, dass jeweils Gruppen von zehn bis 15 Personen an einem Verstorbenen die hygienische Versorgung üben. "Es ist definitiv so, dass der Dozent das Ganze zwar vorführt, aber dass danach alle Schüler an dem Verstorbenen gewisse Nahttechniken, auch das Verschließen des Mundes, üben." Dabei würden den Toten auch extra zur Übung Wunden zugefügt, so Krämer.

    Ausbildungszentrum für Bestatter dementiert Vorwürfe

    Sowohl der Bestatter als auch das Bundesausbildungszentrum Münnerstadt, in dem alle deutschen Bestatter ihre Ausbildung machen, hatten am Donnerstag die von der Süddeutschen Zeitung publizierten Vorwürfe eines ehemaligen Mitarbeiters dementiert.

    Der Bestatter räumt Fahrten mit Toten nach Münnerstadt ein

    Der Bestattungsunternehmer hatte zwar eingeräumt, vor fünf Jahren in fünf Fällen Tote nach Münnerstadt gefahren zu haben. Dass aber seien Sonderfälle gewesen, in denen er die Münnerstädter Spezialisten gebraucht habe. "Ich kann nicht ausschließen, dass da auch Azubis zugeschaut haben, aber praktiziert wurde an den Verstorbenen aus unserem Haus nicht", hatte er am Donnerstag dem BR gesagt. Und ein Ausbilder hatte hinzugefügt: Es stehe wohl fest: Wenn man einem Verstorbenen absichtlich Wunden zufüge, dann gehe das sicher nicht gesetzeskonform.