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Neue Verordnung: Passauer Landrat sorgt sich um Krankenhäuser | BR24

© BR/Konstantin König

Hinter einem langen Wort verstecken sich große Probleme: Die neue Pflegepersonaluntergrenzenverordnung macht dem Passauer Landrat Franz Meyer (CSU) große Sorgen. Die strikten Vorgaben bringen die Krankenhäuser im Landkreis in Personalnöte.

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Neue Verordnung: Passauer Landrat sorgt sich um Krankenhäuser

Hinter einem langen Wort verstecken sich große Probleme: Die neue Pflegepersonaluntergrenzenverordnung macht dem Passauer Landrat Franz Meyer (CSU) große Sorgen. Die strikten Vorgaben bringen die Krankenhäuser im Landkreis in Personalnöte.

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Franz Meyer (CSU), der Landrat von Passau, macht sich Sorgen um die Krankenhäuser in seinem Landkreis. Der Grund: die neue Pflegepersonaluntergrenzenverordnung (PpUGV), die ab 1.1.2020 greifen soll. Der in der Verordnung vorgesehene Schlüssel sieht in bestimmten Krankenhausbereichen eine bestimmte Anzahl von examinierten Pflegekräften vor. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, drohen dem Krankenhaus finanzielle Einbußen. Beispiel Vilshofen: Hier würden allein in der Unfallchirurgie 4,4 examinierte Pflegekräfte fehlen.

In der Kürze schwer umsetzbar

Landrat Meyer hat da große Bedenken: "Die neue Verordnung trifft die Struktur der Krankenhäuser im ländlichen Raum mit voller Wucht. Für die drei Passauer Kreiskrankenhäuser würde das bedeuten, dass wir auf die Schnelle etwa 30 zusätzliche examinierte Kräfte brauchen. Die sind auf dem Markt derzeit nicht zu haben." Der Landkreis müsse durch die Neuregelung massiv in die Personalakquise gehen, examinierten Kräfte würden von Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen in Richtung Krankenhäuser abwandern.

Ganzes System droht zusammenzubrechen

Damit werde das austarierte System aus Krankenhaus, Pflegedienst und Seniorenheim gerade in ländlichen Regionen über Nacht ausgehebelt, so Meyer. Außerdem bestehe die akute Gefahr, dass durch die Pflegepersonaluntergrenzen die Versorgungssicherheit gefährdet werde, da Betten gesperrt und Patienten abgewiesen werden müssten.

Hoffnung auf Übergangsfrist

Meyer hat in der Sache bereits einen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geschickt. Meyer: "Ich erwarte vom Bundesgesundheitsminister eine Übergangsfrist, damit auch die Interessen der ländlichen Krankenhäuser gewahrt bleiben."

Patientennetzwerk Bayern nicht von der Verordnung überzeugt

Nach der Kritik des Passauer Landrates ist auch das Patientennetzwerk Bayern nicht von dem Konzept überzeugt. Der Zusammenschluss von Organisationen der Patientenvertreter in Bayern sieht darin nur einen Beginn. Der Sprecher Peter Friemelt im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk: "Die neue Verordnung ist ein Anfang um die Versorgung sicherzustellen. Trotzdem fehlt es weiter an qualifizierten Pflegekräften."

Verschiebung in den Krankenhäusern befürchtet

Friemelt befürchtet jetzt eine einsetzende Verschiebung in den Krankenhäusern. Pflegekräfte werden zwischen den einzelnen Stationen so hin und her geschoben, damit überall die Mindestabdeckung erreicht werde. Dadurch sinkt die Versorgungsdichte auf anderen Stationen weiter, sagt Friemelt.

Das Hauptproblem ist laut Patientennetzwerk Bayern immer noch, dass der Beruf in der Pflege nicht attraktiv genug ist. Er sei zu stressig und dafür unterbezahlt - gerade in teuren Städten wie München. Peter Friemelt hofft deswegen darauf, dass durch die Politik eine Finanzierung für neue Pflegekräfte sichergestellt wird.