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Neue U-Bahn in München - Stammstrecke verzögert sich | BR24

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Die zweite Stammstrecke in München verzögert sich wegen Änderungen an der Streckenplanung um zwei Jahre. Der Bund beteiligt sich finanziell am Ausbau des U-Bahnnetzes mit der U9.

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Neue U-Bahn in München - Stammstrecke verzögert sich

München soll mit der U9 eine neue innerstädtische U-Bahnlinie erhalten. Nun stehen erste Details zur Finanzierung. Die zweite Stammstrecke für die S-Bahn verzögert sich dadurch um zwei Jahre bis 2028. Kritik kommt von den Freien Wählern.

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Der öffentliche Nahverkehr in München platzt zu Stoßzeiten aus allen Nähten - da sind sich die allermeisten Beobachter einig. Nun aber verzögert sich die bisher für 2026 geplante Fertigstellung der zweiten Stammstrecke für die S-Bahn. Erst 2028 soll sie fertig sein.

Der Grund: Die Streckenführung hin zum Ostbahnhof wurde erneut geändert. Zudem wird in die Planung der Stammstrecke nun die Erweiterung des U-Bahnnetzes durch die geplante U-Bahnlinie U9 einbezogen. Dadurch solle die Kapazität der Stammstrecke noch einmal um 25 Prozent gesteigert werden, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag. Davor hatte er mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Bahn-Chef Richard Lutz und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in der Staatskanzlei beraten.

Stammstrecke: aktuell 1.000 Züge täglich

Die Stammstrecke verläuft weitgehend unterirdisch durch die Münchner Innenstadt. Täglich fahren dort offiziellen Angaben zufolge rund 1.000 Züge. Knapp eine Million Menschen nutzen laut DB-Informationen pro Werktag die Münchner S-Bahn.

Die Kosten für die zweite Stammstrecke sollen laut Söder trotz der geänderten Pläne gleich bleiben. Bisher sind dafür rund 3,2 Milliarden Euro vorgesehen. Die neue Stammstrecke soll die alte ergänzen, den Verkehr entlasten und Ausfälle auch bei Störungen verhindern. Sie soll überwiegend in einem neuen Tunnel verlaufen. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Kritik vom CSU-Koalitionspartner

Kritik an der nun frühestens für 2028 vorgesehenen Fertigstellung der zweiten Stammstrecke kommt von den Freien Wählern. Der stellvertretende Landesvorsitzende Michael Piazolo erklärte am Dienstag: "Die Neuplanungen bestätigen, dass die Freien Wähler mit ihrer Kritik an den Planungen der zweiten Stammstrecke recht hatten."

Man könne nur hoffen, dass die neuen Pläne verlässlicher und besser seien, teilte Piazolo mit. Hoffnungsfroh stimme ihn aber, dass nun mit höheren Kapazitäten geplant werde.

Bahn plant neues Stellwerk am Münchner Ostbahnhof

Um die Situation bei der teils überlasteten Münchner S-Bahn möglichst kurzfristig zu entspannen, will die Bahn mit 220 Millionen Euro das Stellwerk am Münchner Ostbahnhof erneuern – es wird für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen verantwortlich gemacht. Auch an den Planungen für einen S-Bahn-Ring im Norden und Süden der Landeshauptstadt wollen alle Seiten festhalten.

U9 als neue Nord-Süd-Verbindung

Die geplante U9 soll vor allem die in München stark frequentierten Nord-Südverbindungen U3 und U6 entlasten. Die anvisierten Kosten beliefen sich zuletzt auf drei Milliarden Euro. Die U9 soll wohl von der Implerstraße über den Hauptbahnhof bis zur Münchner Freiheit fahren.

An der Finanzierung der U9 wollen sich - neben der Stadt München - auch Land und Bund finanziell beteiligen. Zunächst soll der Münchner Stadtrat im kommenden Oktober eine Vorfinanzierung von 400 Millionen Euro beschließen.