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Neue Tierschutzverstöße bei Allgäuer Rinderhaltern | BR24

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Tote Kälber in den Boxen und Fliegen-Maden-Befall: Auch Wochen nach Bekanntwerden des Allgäuer Tierskandals hat es bei den betroffenen Rinderbetrieben zahlreiche Missstände gegeben. Die SPD ist empört.

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Neue Tierschutzverstöße bei Allgäuer Rinderhaltern

Tote Kälber in den Boxen und Fliegen-Maden-Befall: Auch Wochen nach Bekanntwerden des Allgäuer Tierskandals hat es bei den betroffenen Rinderbetrieben zahlreiche Missstände gegeben. Die SPD ist empört.

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Bei zwei Bad Grönenbacher Rinder-Betrieben sind neue Tierschutzverstöße bekannt geworden. Das Bayerische Staatsministerium für Verbraucherschutz dokumentiert bei den betroffenen Betrieben Misshandlungen von Kälbern bis in den Spätsommer hinein.

Allein für den Monat August zählt das Ministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion über 60 Tierschutz-Verstöße in einem der beanstandeten Rinderbetriebe auf. In dem Allgäuer Hof, in dem bereits zwischen April und Mai 2019 über 50 Kälber verendet waren, stießen staatliche Kontrolleure auch noch im August auf kranke, mehrheitlich beengt gehaltene Kälber ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser.

SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn zeigte sich "schockiert". Schließlich habe es die ersten Berichte über Missstände und Tierquälerei bereits im Juli gegeben.

"Was mich sehr erschüttert hat, dass kranke Tiere nicht behandelt wurden und ein Tierarzt nicht hinzugezogen wurde. Die Tiere konnten nur schwer an Wasser gelangen." Florian von Brunn, SPD

Mehrere tote Kälber und Fliegen-Maden-Befall

Laut Bericht mussten Jungtiere in einer "von Kot durchtränkten" Kälberbox leben. Bei einer, der zum Teil täglichen Kontrollen, lagen "mehrere tote Kälber in den Iglus", bei allen wurde "Fliegen-Maden-Befall festgestellt". Für Florian von Brunn zeigt sich:

"... dass einfach nicht durchgegriffen wird. Es kann doch nicht sein, dass Veterinärkontrollen stattfinden, dass die Sachen an die Staatsanwaltschaft gegeben werden und dass dieser Betrieb trotzdem weitermacht, weil die Sanktionen offenbar so gering waren, dass es ihn gar nicht gejuckt hat." Florian von Brunn, SPD

Allein in den Jahren 2014, 2016 und 2018 hatte das Amtsgericht Memmingen gegen den Kälberhalter Geldstrafen wegen Tierschutzverstößen verhängt. Offenbar hätten diese den Kälberhalter nicht "beeindruckt", sagte der SPD-Politiker.

Auch bei einem zweiten beanstandeten Rinderhof in Bad Grönenbach wurden weitere Missstände festgestellt. Details dazu wurden jedoch nicht bekannt. Verstöße eines dritten Bad Grönenbacher Rinderhalters aus dem Juli konnte das Verbraucherschutzministerium noch nicht genauer benennen.

Tierskandal im Juli aufgedeckt

Durch die Veröffentlichung von heimlich aufgenommenen Videos einer Tierschutzorganisation waren im Juli die Missstände bei den Allgäuer Rinderhaltern aufgeflogen. In der Folge hat die Memminger Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Verdächtige aufgenommen, es handelt sich um Betreiber, Mitarbeiter und Tierärzte mehrerer Betriebe. Die Behörden hatten den betroffenen Landwirten Auflagen erteilt.