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Neue Technik soll Bahnstromtrasse in Nordbayern unnötig machen | BR24

© pa/dpa

Von Mittelfranken in die Oberpfalz soll eine neue Bahnstromleitung gebaut werden. Anrainergemeinden wollen sie verhindern.

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    Neue Technik soll Bahnstromtrasse in Nordbayern unnötig machen

    Der Widerstand gegen eine geplante Bahnstromtrasse durch Nordbayern formiert sich weiter. Jetzt haben Bürgermeister aus der Region einen Gegenentwurf vorgestellt, der die Stromtrasse verzichtbar machen soll.

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    Von
    • Margit Ringer

    Zwischen Ottensoos in Mittelfranken und Irrenlohe bei Schwandorf soll eine neue Bahnstromleitung gebaut werden. Sie ist Teil des geplanten Netzausbaus der Deutschen Bahn in Nordostbayern. Gegen die Bahnstromtrasse hat sich eine Interessengemeinschaft von zehn Kommunen aus Mittelfranken und der Oberpfalz gebildet. Die IG "Bahnstrom - so nicht" hat am Montag gemeinsam mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Harald Schwartz einen Gegenentwurf zu den Planungen der Deutschen Bahn vorgestellt. Eine grundsätzliche Alternative zu der geplanten Freileitung durch Wald und Flur könne massive Eingriffe in die Natur und die Zerstörung der Landschaft über 100 Kilometer hinweg vermeiden, heißt es.

    Drei neue Varianten

    Im Auftrag der Interessengemeinschaft hat der Elektrotechnik-Ingenieur Gerhard Pirner drei Varianten entwickelt, die die geplante Leitung mit 30 Meter hohen Masten durch die Landschaft rein technisch vermeidbar machen sollen. Pirner schlägt vor, über Umrichter Strom aus dem öffentlichen Netz in das Bahnstromnetz einzuspeisen. Außerdem könnten auch Netzkupplungen oder so genannte Trenntrafos zum Einsatz kommen, damit wäre auch möglich, einen Teil der Strecke erdzuverkabeln.

    Strom für nordbayerische Bahnstrecken

    Bei der geplanten Stromleitung von Ottensoos nach Irrenlohe handelt es sich um ein Teilprojekt des Netzausbaus Nordbayern der Deutschen Bahn. Damit sollen die Strecken Regensburg – Hof und Nürnberg – Marktredwitz elektrifiziert werden.

    Bereits im Juni hatten sich zehn Kommunen entlang der geplanten Bahnstromleitung von Mittelfranken durch den Landkreis Amberg-Sulzbach zu der Interessensgemeinschaft zusammengeschlossen. Sie befürchten in der geplanten Freileitung eine "Sicherheitsleitung" für andere bereits elektrifizierte Bahnstrecken.

    Kommt externes Gutachten?

    Der Gegenentwurf zu den Planungen der Deutschen Bahn soll in dieser Woche auch bei einem Gespräch der Beteiligten im Bau- und Wirtschaftsministerium in München besprochen werden. Wunsch der Interessensgemeinschaft und der Kommunalpolitiker sei ein externes Gutachten zu den vorliegenden Planungen und den technischen Möglichkeiten.

    Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich geplant, Mitte kommenden Jahres in das Raumordnungsverfahren zur Bahnstromleitung einzusteigen. Ein externes Gutachten könnte diesen Zeitplan aber verzögern.

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