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Brotzeit mit deftigem schwarzgeräucherten Landschinken und frischem Meerrettich auf Bauernbrot

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    Neue Studie: Was essen die Bayern?

    Am liebsten essen wir zuhause, zum Frühstück gibt es Semmeln und Brezen. Freitag ist Fischtag. Doch Corona hat auch unser Essverhalten verändert. Eine Erhebung gibt interessante Einblicke in die Ernährungsgewohnheiten der Menschen in Bayern.

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    Von
    • Christine Schneider

    Gegessen wird zuhause: Weil es da am besten schmeckt, weil das praktisch und kostengünstig ist - die Gründe sind vielfältig. Vor allem zum Frühstück und zum Abendessen sitzen die Bayern gerne in der heimischen Küche. Ob dabei auch praktische Gründe wie bequeme Kleidung wie Schlafanzug oder Jogginghose eine Rolle spielen? Fakt ist jedenfalls: 83 Prozent aller Speisen und 79 Prozent aller Getränke werden in den eigenen vier Wänden konsumiert.

    8.000 Menschen in Bayern zu ihren Essgewohnheiten befragt

    Welche Lebensmittel essen wir am häufigsten, wo und in welcher Menge? Wie sieht es mit unserem Körpergewicht aus? Und was hat Corona verändert? Diese Fragen beantwortet eine aktuelle Erhebung des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums, die von Ende 2019 bis Ende 2020 durchgeführt wurde. 8.000 repräsentativ ausgewählte Verbraucherinnen und Verbraucher wurden befragt.

    Semmeln zum Frühstück, ein Wurstbrot am Abend

    Die Klassiker Semmeln und Brezen kamen bei 60 Prozent der Befragten zum Frühstück auf den Tisch. 21 Prozent essen Müsli, 12 Prozent Obst und nur neun Prozent das klassische Frühstücksei. Mittags gibt es bei 30 Prozent in Bayern Fleisch, Nudel-, Kartoffel- oder Gemüsegerichte (31 Prozent), Salat (21 Prozent) oder Wurstsemmeln (19 Prozent). Am Abend ist der unangefochtene Klassiker bei den meisten ein belegtes (Wurst)-Brot.

    Fisch oder Fleisch?

    Der Freitag als Fischtag hat traditionellen Wert. Auch wenn unter der Woche Fisch auf den Teller kommt, so steigt der Konsum freitags erkennbar an. Fleisch ist hingegen am Wochenende und am Montag häufiger Teil des Speiseplans. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung enthält nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung pro Woche 300 bis 600 Gramm Fleisch. Fisch wird mit ein- bis zweimal die Woche angesetzt.

    Viel Wasser, wenig Bier

    Die regelmäßig für ganz Deutschland erfassten Zahlen des Getränkeverbrauchs spiegeln sich in großen Teilen auch in Bayern wider. Mengenmäßig am meisten werden Kaffee und Kaffeegetränke getrunken - knapp 0,5 Liter pro Person und Tag. Allerdings steht auf der Liste vor dem Kaffee erst noch Wasser mit 1,5 Litern. Auf Platz drei bis fünf folgen Tee, Erfrischungsgetränke wie Cola oder Limonade und Saftschorle. Kaum zu glauben im Freistaat Bayern: Bier landet mit 0,175 Liter pro Tag auf Platz sechs.

    Frauen essen anders und sind schlanker als Männer

    Die Erkenntnis dürfte nicht neu sein: Männer essen mehr Fleisch und Wurst und ein bisschen mehr Pizza. Frauen essen hingegen mehr Obst und Gemüse und deutlich mehr Süßes. Wie schlägt sich das auf das Gewicht nieder? 42 Prozent der bayerischen Männer sind übergewichtig, 20 Prozent sogar von Adipositas (Fettleibigkeit) betroffen. Von den bayerischen Frauen sind 27 Prozent übergewichtig und 17 Prozent fettleibig.

    Hat Corona unsere Ernährung verändert?

    Im Mai und Juli 2020 wurde eine Sonderbefragung zur Corona-Pandemie und dem Einfluss auf das Einkaufs- und Ernährungsverhalten gemacht. Das Ergebnis: Fast die Hälfte aller Befragten hat an sich selbst eine Veränderung beim Einkaufen und Kochen bemerkt. Vor allem Frauen in bayerischen Großstädten haben angegeben, frische Lebensmittel, Qualität und Regionalität zu favorisieren. Fast 60 Prozent der Männer allerdings haben geantwortet, wegen der Corona-Beschränkungen mehr Fertigprodukte zu konsumieren.

    Welchen Nutzen hat die Erhebung?

    Zahlen über Zahlen – was tun damit? Die Erhebung hat 130.000 Euro gekostet. Gut investiertes Geld, heißt es aus dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium, denn das Zahlenwerk hat einen Mehrfachnutzen. Zum einen sei es für Landwirte und Lebensmittelhersteller wichtig zu wissen, wie sich Bevölkerung ernährt und wo die Reise hingeht. Zum zweiten seien die Ergebnisse relevant für die staatliche Ernährungsberatung. Nach Auswertung der Zahlen wisse man, ob man in der Beratung eventuell irgendwo gegensteuern müsse.

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