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Neue Struktur: 40 pastorale Räume für das Bistum Würzburg | BR24

© BR/Christian Wölfel

Bei einem Diözesanforum in Würzburg ist die neue Struktur des Bistums Würzburg vorgestellt worden.

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    Neue Struktur: 40 pastorale Räume für das Bistum Würzburg

    Mehr als vier Jahre lang haben Priester und Laien im Bistum Würzburg über neue Strukturen beraten und gestritten. Nun steht fest: Das Bistum bekommt 40 sogenannte pastorale Räume. Die Pfarreien bleiben dabei erhalten.

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    Von
    • Christian Wölfel

    Das Bistum Würzburg bekommt eine neue Struktur: Es gliedert sich künftig in 40 sogenannte pastorale Räume. Darin sind die etwa 600 Pfarreien zusammengefasst, ohne dass diese aufgelöst werden. Die pastoralen Räume will der Würzburger Bischof Franz Jung als eine neue Chance verstanden wissen. Das sagte er bei einem Diözesanforum in Würzburg, bei dem die neuen Strukturen vorgestellt wurden.

    Pfarreien im Bistum Würzburg erhalten

    An der Spitze der neuen Einheiten soll in Zukunft ein Team aus drei bis vier Pfarrern stehen. Sie werden dann auch gemeinsam als Leitung für die jeweiligen Pfarreien in dem Raum eingesetzt. Denn die werden erhalten bleiben. Das ist den Verantwortlichen wie Generalvikar Jürgen Vorndran wichtig: Es brauche ein Gesicht vor Ort.

    Bischof: "Kirche darf nicht um sich selbst kreisen"

    Gleichzeitig sollen in den neuen Räumen auch neue Projekte angestoßen werden, für die die einzelnen Pfarreien allein nicht mehr die Kraft haben. Dazu gehören etwa gemeinsame Firm-Vorbereitungen, Angebote für junge Ehepaare oder auch Trauergruppen, wie Vorndran sagt. "Die Kirche darf nicht um sich selbst kreisen", so Bischof Franz Jung. Sie müsse vielmehr schauen, wo Menschen Kirche als Partner und als Hilfestellung suchen. "Die Menschen interessieren sich nicht für unsere inneren Probleme", so der Bischof.

    Priestermangel und sinkende Katholikenzahl

    Die neuen Strukturen sind auch eine Reaktion auf den Strukturwandel innerhalb der Diözese, konkret auf die sinkende Zahl von Priestern und auch Katholiken. Gehörten dem Bistum im Jahr 2009 noch mehr als 820.000 Menschen an, sind es im vergangenen Jahr schon 100.000 weniger gewesen. Nur noch etwas mehr als jeder Zweite in Unterfranken ist heute noch Mitglied der katholischen Kirche. Auch die finanziellen Mittel werden weniger angesichts sinkender Kirchensteuer-Einnahmen.

    Reformprozess im Bistum über mehrere Jahre

    Schon vor mehr als vier Jahren wurde der Reformprozess im Bistum Würzburg vom damaligen Bischof Friedhelm Hofmann angestoßen. Damals stand noch die Bildung von Großpfarreien im Raum. Eine Idee, die Hofmanns Nachfolger Jung verwarf, nachdem er das Gespräch mit den Menschen vor Ort gesucht hatte. Die enge Bindung an die Kirche vor Ort wird als Chance betrachtet. Durch Großpfarreien könnte sie verloren gehen, so die Einschätzung.

    Fünf Jahre Testphase für neue pastorale Räume

    Mit dem Diözesanforum ist der Prozess im Bistum Würzburg nicht abgeschlossen. Denn nun muss in den einzelnen Bereichen die Arbeit konkret ausgestaltet werden. Dabei werde man genau prüfen, ob die nun festgelegten Räume so funktionierten und gegebenenfalls nachbessern. Fünf Jahre will sich das Bistum dafür Zeit nehmen. Auch die etwa 160 Pfarreien-Gemeinschaften, die im Bistum Würzburg vor zehn Jahren gebildet wurden, bleiben erhalten. Der oberste Laienvertreter im Bistum, Diözesanrats-Vorsitzender Michael Wolf, fordert, dass es klare Kriterien brauche. Nach diesen werde entschieden, welche dieser Einheiten beibehalten werde und welche nicht.

    Bischof Jung wünscht sich Ausdauer im Veränderungsprozess

    Der Bischof wünscht sich nun Beharrlichkeit und einen langen Atem für den Veränderungsprozess. "Wenn wir die neuen Räume bilden, dann wird es ein großer Übungsweg für uns alle werden." Es gelte neu hinzusehen, neu hinzuhören und auch neue Formen zu finden, wie der Glaube neu vermittelt werden könne. Es gelte, Dinge auszuprobieren. "Und dabei macht man sicher auch Fehler", so Jung.

    © Bistum Würzburg

    Neue Struktur im Bistum Würzburg.

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