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Für die Jugend-Reha der Stadtmission ist ein neues Gebäude im Nürnberger Nordostpark entstanden.

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    Neue Reha für psychisch erkrankte Jugendliche in Nürnberg

    Im Nürnberger Nordostpark gibt es ab September eine neue Reha-Einrichtung für psychisch erkrankte Jugendliche. Diese Jugend-Reha ist ein Projekt der Stadtmission Nürnberg und in ganz Bayern erst die zweite ihrer Art.

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    Von
    • Annette Bögelein

    Die Kassenärztliche Vereinigung geht von etwa 470.000 psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen in Bayern aus. Der Bedarf an Reha-Plätzen für diese Altersgruppe ist entsprechend hoch. Bis Ende September sollen in der neuen Einrichtung der Stadtmission Nürnberg 28 neue Plätze entstehen und belegt sein.

    Neben der Herzogsägmühle bei Peiting ist Nürnberg nun die zweite Einrichtung dieser Art in Bayern. Rund fünf Millionen kostete der Neubau der Jugend-Reha, der ausschließlich durch Spenden, u.a. von "Sternstunden" und der Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg bestritten wurde.

    Professionelle Begleitung durch Ärzte und Pädagogen

    Kinder und Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sollen in der Jugend-Reha professionelle Hilfe finden. Die Erkrankungen der Jugendlichen gehen von Depressionen, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen bis zu kindlichen Traumata oder unsicheren Bindungen in den Familien.

    "Kinder tragen schwer an der Belastung ihrer Elternhäuser, an finanziellen Sorgen, Suchtproblemen, der immer höheren Arbeitsbelastung (...)," sagt Diplompädagogin Bärbel List, die zusammen mit Anita Krivec die Leitung der neuen Jugend-Reha übernommen hat. Die jungen Patienten werden von einem professionellen Team aus Ärzten und Pädagogen betreut. Zudem stehen ihnen Jugendliche zur Seite, die bereits eine psychische Krise überwunden haben und ihre Erfahrungen nun teilen.

    "Heimat auf Zeit" in schwierigen Phasen

    In dem Haus der Stadtmission finden Jugendliche eine "Heimat auf Zeit", in der sie sich auch um ihre Schulangelegenheiten oder um ihre Ausbildung kümmern können. Es gibt vier Wohngruppen und jeder Jugendliche hat ein eigenes Zimmer mit Bad.

    Ambulante Therapien in Wohnortnähe reichten oft nicht aus, um akut psychotische Jugendliche zu stabilisieren, weiß Diplompädagogin List. Zudem seien Psychiatrie-Stationen in den Kliniken langfristig gerade für Heranwachsende "kein geeigneter Ort zum Leben". Die neue Jugend-Reha, die auf ein halbes bis maximal eineinhalb Jahre ausgelegt ist, soll die Jugendlichen davor bewahren "Drehtürpatienten in den psychiatrischen Kliniken" zu werden.

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