Booster in der Covpass-App

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    Neue Regeln beschlossen: Wer in Bayern als geboostert gilt

    Neue Regeln beschlossen: Wer in Bayern als geboostert gilt

    Ob fürs Fitnessstudio, für den Kino- oder Theaterbesuch: Eine Auffrischungsimpfung befreit bei 2G plus meist von der Testpflicht. Die bayerische Staatsregierung hat eine Vereinfachung der Regeln beschlossen. Das betrifft zum Teil auch Genesene.

    In Restaurants und Cafés verzichtet Bayern weiter auf eine 2G-plus-Regelung - für Kultur-, Freizeit- und Sportangebote in Innenräumen aber bleibt es dabei: Genesene und vollständig Geimpfte müssen zusätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen. Ausgenommen sind davon Menschen mit einer Auffrischungsimpfung.

    Aber wer hat wann den Booster-Status? Das bayerische Kabinett beschloss in dieser Woche einige Änderungen, die seit Mittwoch gelten. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sprach nach einer Kabinettssitzung in München von einer "Vereinfachung" und "Klarstellung". Damit werden künftig mehr Menschen von der Testpflicht befreit als bisher. Ein Überblick über die neuen Regelungen in Bayern:

    Geimpft-geimpft-geimpft

    Bisher galten im Freistaat dreifach Geimpfte erst 14 Tage nach der Auffrischungsimpfung als geboostert - jetzt soll das in Anlehnung an den jüngsten Bund-Länder-Beschluss sofort nach der Booster-Spritze gelten. "In dem Moment, wo jemand geboostert ist, kann er auf den Test bei 2G plus verzichten", erläuterte Staatskanzleichef Herrmann .

    Geimpft-geimpft-genesen

    Neu ist in Bayern auch: Wer nach zweifacher Impfung von einer Corona-Infektion genesen ist, wird ab Mittwoch den Geboosterten gleichgestellt. Auch diese Gruppe braucht bei 2G plus keinen negativen Testnachweis. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) verwies auf eine Studie der Virologen Ulrike Protzer und Oliver T. Keppler, die klarstelle, dass jede Infektion wie eine Impfung gewertet werden könne. "Deswegen setzen wir das um."

    Genesene können laut Herrmann mit dem positiven PCR-Testergebnis nachweisen, dass sie zwischenzeitlich mit Corona infiziert waren.

    Genesen-geimpft-geimpft

    Ungeimpfte Genesene brauchen für die "Grundimmunisierung" weiterhin eine Impf-Dosis - mindestens drei Monate nach der Erkrankung. Frühestens nach weiteren drei Monaten können sie eine zweite Spritze als Auffrischungsimpfung erhalten. Auch sie gelten im Freistaat dann sofort als geboostert.

    Geimpft-genesen-geimpft

    Infiziert sich ein einfach Geimpfter mit Corona, kommt es auf den Zeitpunkt der Erkrankung an. Eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums verweist auf BR-Anfrage auf einen Beschluss der Ständigen Impfkommission (Stiko): Demnach liegt bei einer Person, die sich mindestens vier Wochen nach Verabreichung der ersten Impfstoffdosis infiziert hat, eine Grundimmunisierung vor. Diese Menschen benötigten zusätzlich nur noch eine weitere Impfung, um als geboostert zu gelten, erläutert die Sprecherin.

    Geimpft mit Johnson & Johnson

    Für alle, die zunächst eine Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson erhalten hat, bleibt es laut Holetschek dabei: Sie brauchen vorerst zwei weitere Spritzen mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna), um als geboostert zu gelten. Geraten wird zur zweiten Impfung nach vier Wochen und zur Auffrischung frühestens nach weiteren drei Monaten. Holetschek verweist auf die Aussage von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), derzufolge die Wirkung des Impfstoffs von Johnson & Johnson so reduziert sei, "dass die zweite Impfung nur eine erweiterte Grundimmunisierung ist und erst die dritte Impfung dann tatsächlich den Booster-Effekt bringt".

    Das Gesundheitsministerium betont auch in der Begründung zur aktuellen bayerischen Corona-Verordnung: Für Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft worden seien, bestehe eine vollständige Grundimmunisierung gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) erst, wenn eine Optimierung durch eine weitere Spritze erfolge.

    Im eigentlichen Text der bayerischen Corona-Verordnung findet sich dieser Hinweis allerdings nicht. Auf der Internetseite des Paul-Ehrlich-Instituts (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) heißt es zum Impfstoff von Johnson & Johnson weiterhin, dass für eine vollständige Schutzimpfung nur eine Dosis erforderlich sei.

    Grafik: Booster in Bayern - was gilt künftig?

    Grafik: Wer gilt in Bayern aktuell als geboostert?

    Bildrechte: BR

    Bald keine Quarantäne für Geboosterte

    In Zukunft sollen symptomlose Geboosterte als Kontaktpersonen von Infizierten von der Quarantäne ausgenommen werden. Dafür muss zunächst der Bund die Rechtsgrundlage ändern, Bayern will das dann sofort umsetzen. Anders als bei der 2G-plus-Tesbefreieung wird dies auch für weitere Gruppen wie frisch Geimpfte und Genesene gelten.

    Kein Ausnahme für Geboosterte bei Klinik-Besuchen

    Beim Besuch in Krankenhäusern oder Pflegeheimen gibt es auch für Geboosterte vorerst weiter keine Test-Befreiung: Jeder Besucher braucht grundsätzlich einen aktuellen negativen Corona-Test. In vielen Krankenhäusern sind die Besuchsmöglichkeiten derzeit allerdings sehr stark eingeschränkt, vielerorts gilt ein weitreichendes Besuchsverbot.

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