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Neue PFOA-Filteranlage in Neuötting - Spatenstich ist gesetzt | BR24

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Für die PFOA-geplagten Menschen im Landkreis Altötting ist Besserung in Sicht: Am Mittwoch war im Öttinger Forst Spatenstich für die zweite Filteranlage. Die Anlagen sollen das Trinkwasser von der möglicherweise krebserregenden Chemikalie reinigen.

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Neue PFOA-Filteranlage in Neuötting - Spatenstich ist gesetzt

Für die PFOA-geplagten Menschen im Landkreis Altötting ist Besserung in Sicht: Am Mittwoch war im Öttinger Forst Spatenstich für die zweite Filteranlage. Die Anlagen sollen das Trinkwasser von der möglicherweise krebserregenden Chemikalie reinigen.

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Sauberes Wasser - das wünschen sich die Menschen in Altötting, Neuötting und Winhöring. Doch die Situation ist weiterhin angespannt. Die im Blut vieler Bürger des Landkreises nachweisbare Perfluoroctansäure, kurz PFOA, gilt als potentiell krebserregend. Mit Aktivekohlefilteranlagen kann die Chemikalie aber aus dem Wasser gefiltert werden. Am Mittwochvormittag war im Öttinger Forst in Neuötting der Spatenstich für die zweite vom Verursacher – dem Chemieunternehmen Dyneon – bezahlte Aktivkohlefilteranlage. Sie soll Mitte 2020 in Betrieb gehen.

Bürgerinitiative: "Kein Anlass zur Feierlaune"

Die neue Aktivkohlefilteranlage wird dringend gebraucht. Denn: Die Städte Alt- und Neuötting und die Gemeinde Winhöring nutzen seit Jahren Tiefenwasser als Ersatz. Dieses Wasser sollte eigentlich nicht verwendet werden, da es sich nur langsam regeneriert. Die Bürgermeister der Städte Alt- und Neuötting sind froh, dass sie ab Mitte 2020 endlich wieder ihre ursprünglichen Brunnen im Öttinger Forst nutzen können. Diese sind seit Ende 2016 abgeschaltet.

Die Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser, kurz BINT, sieht keinen Anlass zur Feierlaune. Der Spatenstich sei nur eine Teillösung, so die Initiatoren. Einer der beiden Neuöttinger Brunnen sei nitratbelastet. Dafür sei die Anlage keine Lösung. Außerdem sei damit immer noch nicht das Problem gelöst, dass jahrelang Tiefenwasser entnommen wurde.

Nächster Schritt: belastete Böden angehen

Bis 2008 war die potentiell krebserregende Chemikalie PFOA im Chemiepark Gendorf in Burgkirchen verwendet worden und konnte so in die Umwelt gelangen. Nach langen Verhandlungen hat sich der Verursacher, die Dyneon GmbH, zum Bau zweier neuer Aktivkohlefilteranlagen verpflichtet. Der Geschäftsführer des Chemieunternehmens sagte dem BR, der nächste Schritt sei nun, das Thema der belasteten Böden anzugehen. In den nächsten Wochen und Monaten werde ein Konzept erarbeitet, wie damit umgegangen werden soll.