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Neue Montessori-Schule startet im September in Lohr am Main

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    Neue Montessori-Schule startet im September in Lohr am Main

    Die neue Montessori-Schule Main-Spessart hat eine entscheidende Hürde genommen: Die Regierung von Unterfranken hat die Genehmigung erteilt. Damit kann die Schule im September in Lohr mit 16 Kindern starten. Personal gibt es auch schon.

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    Von
    • Sylvia Schubart-Arand
    • BR24 Redaktion

    Fast drei Jahre hat die Gründungsinitiative darauf hingearbeitet, eine neue Montessori-Schule Main-Spessart zu gründen. Bei den Initiatorinnen Monika Rosenkranz, Katja Fleckenstein, Nicole Scherg und Birgit Wagner ist die Freude jetzt groß: Die Regierung von Unterfranken hat die private Schule genehmigt. Am 1. August soll der Betrieb starten, zum neuen Schuljahr 2020/21 werden 16 ausgesuchte Kinder in eine jahrgangsübergreifende Klasse gehen. Etwa zwei Drittel sind Schulanfänger.

    Viel Vorarbeit geleistet

    Die Initiatorinnen sind mit dem Ziel angetreten, die Bildungslandschaft im Spessart etwas bunter zu machen. Dafür haben sie im ganzen Landkreis Main-Spessart getrommelt und sind auf großes Interesse gestoßen. Etliche Menschen im Spessart würden die Sehnsucht der Mütter und Väter nach einer freieren Lernumgebung für ihre Kinder teilen, sagt Nicole Scherg. Viel Arbeit musste bewältigt werden: Die Frauen gründeten einen Verein, der die Trägerschaft der Privatschule mit dem besonderen pädagogischen Konzept übernimmt. Sie selbst haben ein Konzept geschrieben, nach einem Gebäude und dem passenden Personal gesucht und sich Gedanken zur Finanzierung gemacht.

    Kind als Baumeister seiner selbst

    In der Montessori-Pädagogik ist einer der wichtigen Leitsätze: "Das Kind ist der Baumeister seiner selbst." Und die Aufforderung eines Kindes an Erzieher lautet: "Hilf mir, selbst zu tun". Dabei gehe es um nachhaltiges Lernen mit Unterstützung von besonders geschultem Personal. Mit der 39-jährigen Daniela Rienecker hat die neue Montessori-Schule bereits eine Schulleiterin gefunden – eine studierte Grundschullehrerin mit Montessori-Diplom. Mit zwei weiteren Lehrkräften ist das Team komplett. Aus eigener Erfahrung weiß die Lehrkraft und Mutter: "Die Kinder lernen mit Freude, selbstbestimmt, ohne Druck und Zwang. Sie lernen ohne Notengebung, stehen ohne Konkurrenz zueinander."

    Eigenes Lernmaterial

    Die künftige Montessorischule Main-Spessart hält sich inhaltlich an die Lehrpläne für die Bayerischen Grundschulen. Doch die Methoden unterscheiden sich. Weil die Kinder ihr Lernen selbst nach ihren eigenen Bedürfnissen planen, die Sozialform wählen, sich die Methode, die Inhalte fächerübergreifend und projektorientiert aussuchen, haben sie das Gefühl, für sich und für ihr Leben zu lernen, betont Daniela Rienecker. Die Kinder werden mit altbewährten Montessori-Materialien aus hochwertigem Holz lernen, das teilweise gebraucht angeschafft wurde.

    Wieder Schulbetrieb im Gebäude

    Ein Glücksfall ist die zum Teil seit 2016 leerstehende Nikolausschule der Lebenshilfe im Lohrer Stadtteil Wombach. Bis 2015 beherbergte das Haus mehrere Klassen der Lebenshilfe für lernbehinderte Kinder. Die Verantwortlichen der Montessori-Schule haben den Mietvertrag unterschrieben und können dort rund 300 Quadratmeter nutzen. Die Lebenshilfe ist in Vorleistung getreten, hat dank kleinerer Umbauten mehr Platz im Eingangsbereich geschaffen, Toiletten modernisiert, für mehr Licht und Helligkeit im Inneren sowie für Sonnenschutz gesorgt. Im Haus ist noch die Mittagsbetreuung der Lohrer Grundschule untergebracht. Die Montessorischule hat ihren eigenen barrierefreien Eingang.

    Kinder kommen aus mehreren Orten

    Die Renovierung ist zwar abgeschlossen, aber bis zum Startschuss ist noch viel zu tun, wissen die Eltern. Nun werde vom Gründungsmodus auf Schulbetrieb umgestellt. Aktive Elternschaft ist da gefragt, denn die Klassenzimmer müssen mit dem bereits angeschafften Mobiliar eingerichtet werden. Außerdem müssen noch Materialien gebastelt werden. Kennenlerntage mit den Kindern und Lehrern sind demnächst geplant. Die Familien sollen zusammenwachsen. Die gegenseitige Unterstützung ist notwendig – etwa bei der Bildung von Fahrgemeinschaften. Denn die Kinder kommen nicht nur aus Lohr, sondern aus der Umgebung von Frammersbach, Partenstein, Gemünden, Marktheidenfeld, Rieneck und sogar Güntersleben im Landkreis Würzburg.

    Finanzierung gesichert – Spenden willkommen

    Die Finanzierung der privaten Schule ist gesichert durch eine Kreditaufnahme von 200.000 Euro, wobei die Hälfte davon durch eine Bürgschaft abgesichert ist. In den ersten zwei Jahren erhält das Personal eine Teilförderung von 65 Prozent. Monatlich tragen die Eltern ein Schulgeld von 220 Euro und unterstützen den Trägerverein mit einem Jahresbeitrag von 50 Euro. Dort können aber auch passive Mitglieder aufgenommen werden. Die Initiatorinnen freuen sich über finanzielle Zuwendungen und Sachspenden wie Bewegungsmaterialien für draußen, von Hüpfbällen bis zu Springseilen.

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