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Neue Maßnahmen in Bayern gegen die Afrikanische Schweinepest | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Reichel

Bayern bereitet sich auf die Maßnahmen im Kampf gegen die Schweinepest vor.

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Neue Maßnahmen in Bayern gegen die Afrikanische Schweinepest

Ob und wann in Bayern Wildschweine auftauchen, die mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sind, ist völlig offen. Aber wenn, dann muss die Ausbreitung schnell und bestmöglich verhindert werden. Welche Maßnahmen der Freistaat ergreift.

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Von
  • Gabriele Dunkel
  • Doris Fenske

Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland schon seit Längerem erreicht. So gab es etwa in Brandenburg mehrere Fälle. Ob und wann in Bayern Wildschweine auftauchen, die mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sind, ist völlig offen. Aber wenn, dann muss die Ausbreitung schnell und bestmöglich verhindert werden. Damit der Freistaat für einen solchen Fall gut gewappnet ist, hat Umweltminister Thorsten Glauber neue Maßnahmen eingeleitet.

Zäune, Seuchenlager und Schutzanzüge

Seit Jahren bereitet sich Bayern auf den Ernstfall vor. Laut Umweltminister Thorsten Glauber seien bereits im vergangenen Jahr stabile Zaunanlagen entstanden, zudem seien sowohl ein mobiles als auch stationäre Seuchenlager eingerichtet worden. Diese sind dafür da, Schutzanzüge, aber auch Bergematerial für den Notfall griffbereit zu haben.

Der Einsatz von Drohnen ermögliche es, Wildbewegungen möglichst frühzeitig zu erkennen. Außerdem sei in Grenzlandbereichen eine Entschädigung von 100 Euro ausgesprochen, um Jäger bei der Bejagung von Schwarzwild zu unterstützen.

Jäger sollen mehr Wildschweine schießen

Nun hat das Umweltministerium den Maßnahmenkatalog im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest erweitert. Ziel ist, die Wildschweindichte weiter zu verringern, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren.

Deswegen wird die Aufwandsentschädigung für das Erlegen von Wildschweinen im Landesinneren erhöht, von 20 auf 70 Euro pro Schwein. Für die Jägerschaft sei das ein gutes Zeichen, sagt Thomas Schreder, Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes.

Die Jäger müssten bei der Schwarzwildjagd einen hohen Aufwand betreiben und gleichzeitig schlechte Absatzmöglichkeiten hinnehmen. Denn Wildschweine könne man vor allem an die Gastronomie verkaufen und die sei nun infolge der Coronamaßnahmen geschlossen.

Hundestaffel soll in Franken helfen

Neben dem Ziel, Wildschweine zu dezimieren, wird noch eine Strategie verfolgt: Kadaver von möglicherweise an der Afrikanischen Schweinepest verendeten Wildschweinen schnell aufzuspüren. Der Freistaat baut dazu in Kooperation mit Jagdverband und Hundeverbänden im Nürnberger Raum eine neue, sogenannte "Kadaver-Such"-Hundestaffel auf. Thomas Schreder weist darauf hin, dass die Ausbildung solcher Hunde einige Zeit in Anspruch nehme. Erst wenn die Seuche in Bayern aufgetaucht sei, könnten diese dann zum Einsatz kommen.

Für den Aufbau der Hundestaffel stellt das Umweltministerium 150.000 Euro zur Verfügung. Umweltminister Thorsten Glauber sieht den Freistaat mit diesen Maßnahmen gut gerüstet für einen möglichen Ausbruch. Im Haushalt 2021 seien noch einmal neun Millionen Euro zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest vorgesehen.

Mobile Zäune ermöglichen schnelles Handeln

Darüber hinaus sollen die Zaunanlagen entlang der Bundesstraßen ertüchtigt werden, den Wildwechsel zu minimieren. Feste Wildschutzzäune hat der Freistaat bereits entlang der Bundesautobahnen in den Grenzgebieten zu Thüringen, Sachsen und der Tschechischen Republik errichtet.

Dazu kommen mobile Elektro- und Wildschutzzäune, die bereits angeschafft wurden, insgesamt 350 Kilometer Zaunmaterial – das soll noch aufgestockt werden. Die Zäune könnten schnell je nach Ausbruchslage aufgestellt werden, erklärt Thomas Schreder vom Jagdverband. Jägerschaft und auch die Landwirtschaft seien in Task Forces zusammengefasst, um für den Fall des Ausbruchs sofort handeln zu können.

Für die Ausbreitung ist vor allem der Mensch verantwortlich

Zäune würden aber nicht verhindern können, dass die Afrikanische Schweinepest, kurz ASP, nach Bayern eingeschleppt werde, denn dafür, erklärt Schreder, sei in erster Linie der Mensch verantwortlich:

"Die Wildschweine, die ASP haben, sind schwer krank, haben hohes Fieber und werden sich in der Regel nicht weit bewegen, sondern verenden relativ schnell nach drei bis vier Tagen." Thomas Schreder

Insofern sei der Mensch als Hauptvektor für die Ausbreitung verantwortlich. Wichtig ist also nach wie vor, keine Speisereste, die Wurst oder Fleisch enthalten, im Freien wegzuwerfen. Landwirte müssten konsequente Hygieneregeln einhalten, bevor sie ihre Schweineställe betreten. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, die Schweinepest tritt ausschließlich bei Haus- und Wildschweinen auf.

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