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Neue Fledermausart im Landkreis Dillingen entdeckt | BR24

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Erst wenn die Nacht kommt, werden sie aktiv und fliegen als schwarze Schatten am dunklen Nachthimmel vorbei. Das macht das Zählen nicht ganz einfach, das aber wichtig ist, um Fledermäuse besser schützen zu können.

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Neue Fledermausart im Landkreis Dillingen entdeckt

Ehrenamtliche Fledermauszähler haben sich am Dillinger Auwald auf die Lauer gelegt, um Fledermäuse zu zählen. Dabei haben sie zufällig eine Fledermausart entdeckt, die bisher im Landkreis Dillingen noch nie gesichtet wurde: Die Mückenfledermaus.

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An lauen Sommerabenden huschen sie lautlos und schnell durch die Dunkelheit: die Fledermäuse. Alle Fledermausarten sind in Deutschland streng geschützt. Und Ehrenamtliche zählen die nachtaktiven Tiere regelmäßig, kontrollieren ihre Quartiere. Eine aufwändige Arbeit, für die es mehr ehrenamtliche Zähler braucht.

Mückenfledermaus erstmals im Landkreis Dillingen

Künftige Fledermauszähler haben sich jetzt am Dillinger Auwald getroffen und sich dort zu Übungszwecken auf die Lauer gelegt - und dabei gleichmal einen Glückstreffer gelandet. Die Fledermauszähler haben zufällig eine Fledermausart entdeckt, die bisher im Landkreis Dillingen noch nie gesichtet wurde: Die Mückenfledermaus.

Ehrenamtliche zählen mehr Fledermäuse als erwartet

Für Fledermausschützerin Anika Lustig ist es eine Sensation, dass sie eine ganze Mückenfledermauskolonie entdeckt haben. Erwartet hatte sie eigentlich nur Arten wie die Zwergfledermaus oder die Mopsfledermaus. Eine weitere Überraschung für Lustig: An diesem Abend zählen die Ehrenamtlichen knapp 300 Fledermäuse. 100 mehr als erwartet.

Bayernweites Fledermaus-Monitoring

Die Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern sucht weiterhin ehrenamtliche Fledermauszähler für ihr bayernweites Fledermaus-Monitoring. "Wir könnten so viele Fledermaus-Quartiere mehr erfassen, wenn man noch mehr Helfer hätte, die sich abends hinstellen", sagt Anika Lustig.

25 Fledermausarten sind in Deutschland beheimatet

Das Monitoring geht weit über das bloße Zählen hinaus. Die künftigen ehrenamtlichen Fledermausschützer lernen nicht nur die 25 Fledermausarten in Deutschland und ihre Unterschiede kennen. Sie begeben sich bei der Jagd auf Fledermäuse auch auf Spurensuche: So müssen sie etwa Kotreste untersuchen, wenn fraglich ist, ob es sich wirklich um eine Fledermaus handelt. "Wenn sich der Kot ganz einfach zerbröseln lässt, dann weiß man, dass es der Kot von Fledermäusen ist – von keiner Maus", erklärt Anika Lustig. Das ist wichtig zu wissen, zum Beispiel im Gespräch mit Hausbesitzern, die sich Sorgen wegen ihrer neuen nachtaktiven Untermieter machen.