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Einkaufszentren wollen zurück in Innenstädte | BR24

© BR/Margit Ringer

Das Einkaufsverhalten in Deutschland ändert sich derzeit rasant, getrieben unter anderem durch den wachsenden Online-Handel. Einkaufszentren reagieren jetzt mit neuen Konzepten darauf. Sie sollen nicht mehr nur für sich allein stehen.

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Einkaufszentren wollen zurück in Innenstädte

Das Einkaufsverhalten in Deutschland ändert sich derzeit rasant, getrieben unter anderem durch den wachsenden Online-Handel. Einkaufszentren reagieren jetzt mit neuen Konzepten darauf. Sie sollen nicht mehr nur für sich allein stehen.

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Weil das Einkaufen im Internet dem klassischen Einzelhandel erheblich zusetzt, muss dieser auf neue Konzepte und Angebote setzen. Das ist derzeit auch bei den Einkaufszentren in Bayern klar zu erkennen. Bislang wurden diese vor allem am Stadtrand gebaut und sollten alle Einkaufswünsche abdecken. Heute geht es mehr darum, Teil eines Ganzen zu sein – gerne auch in der Innenstadt. Vor Jahrzehnten waren Einkaufscenter an Stadträndern in sich geschlossene Objekte. Die neuen Konzepte wollen Atmosphärisches in den Innenstädten schaffen oder zumindest Bestehendes ergänzen.

Erste "Shoppingmall" Deutschlands in Regensburg

1967 eröffnete das Regensburger Donaueinkaufszentrum. Es war das erste Einkaufscenter seiner Art nach amerikanischen Vorbild in Deutschland. 140 Geschäfte beherbergt es heute auf rund 55.000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Eine "Stadt in sich" nennt es Geschäftsführer Thomas Zink. Er will den Besuchern "one-stop-shopping" bieten, also einen Anlaufpunkt, an dem sie alles in einem Haus erledigen können. Mehrfach wurde das Einkaufszentrum in den vergangenen Jahrzehnten erweitert und der Branchenmix den Kaufwünschen angepasst.

Damals lag das Donaueinkaufszentrum auf der sprichwörtlichen "Grünen Wiese". Heute ist es ein Stadtteilzentrum von Regensburg und nach wie vor hochfrequentiert.

Die neuen Center-Konzepte sehen aber anders aus.

Nordoberpfalzcenter in Weiden eröffnet am 26. September

100 Kilometer nördlich von Regensburg eröffnet am 26. September das Nordoberpfalz-Center (NOC) in der Weidener Innenstadt. Es wird eines der modernsten in Deutschland sein. Geplant wurde es in den vergangenen sieben Jahren vom Immobilieninvestor Fondara. Beteiligt wurden Kommunalpolitiker, Einzelhandel, eine Bürgerinitiative und die Stadt Weiden.

Ein zentraler Punkt bei den Planungen war es, die bestehenden Verhältnisse in Weiden zu berücksichtigen – sei es beim Branchenmix der Geschäfte, aber auch beim Bau selber. Weil das aber ein mühsamer Prozess ist, so Fondara-Projektleiter Philipp Hlousek, seien Einkaufszentren bislang eher auf der "Grünen Wiese" entstanden. Das sei aber nicht nachhaltig.

Einkaufzentrum in Weiden kurz vor der Fertigstellung

Derzeit wird die markante Keramikfassade am NOC angebracht. Sie soll Weiden als Porzellanstadt symbolisieren. Das Einkaufscenter soll sich ins Umfeld der Innenstadt einfügen, es liegt zwischen der Fußgängerzone und der Einkaufsstraße Max-Reger-Straße.

Innen will der Investor mit einem modernen Lichtkonzept, Loungebereichen und einer Mischung aus Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungen und Gewerbe/Büros eine Atmosphäre schaffen, die zum Bleiben einlädt.

Kampf gegen Online-Handel

Was beide Konzepte eint, in Regensburg wie in Weiden, ist der Kampf um Kundschaft bei stetig wachsendem Online-Handel. Im Regensburger Donaueinkaufszentrum setzt man auf einen modernen Branchenmix der Geschäfte - in Weiden auf Atmosphärisches zum Verweilen und die Belebung der gesamten Innenstadt.